Guyanas Flagge Guyana

Dreimal Guayana

Briten, Holländer und Franzosen stritten im 17. Jahrhundert um das Gebiet im nördlichen Südamerika, das die Ureinwohner Guyana getauft hatten. Was einst historisch und geografisch eine Einheit war, wurde nun aufgeteilt. Später wurde aus Britisch-Guayana der heutige Staat Guyana, aus Niederländisch-Guayana wurde Suriname und Französisch-Guayana blieb bis heute zu Frankreich gehörig und somit auch Teil der Europäischen Union.

Wo liegt Guyana?

Hier siehst du, wo Guyana liegt.[ © Rei-artur / CC BY-SA 3.0 ]
Lage Guyanas in Südamerika
Im Bergland von Guayana liegen mehrere Länder und Gebiete mit diesem Namen. Das heutige Land Guyana ist in Rosa gekennzeichnet. Klick auf die Karte![ © ArnoldPlaton / CC BY-SA 3.0 ]
Die Guayanas in Südamerika

Guyana ist ein Land in Südamerika. Es liegt zwischen Venezuela im Westen und Suriname im Osten. Der Südwesten und der Süden grenzen an Brasilien. Im Norden liegt Guyana an der Atlantikküste. In Südamerika ist Guyana das drittkleinste Land nach Suriname und Uruguay.

Obwohl Guyana geografisch zu Südamerika gehört, ähnelt die Kultur des Landes mehr der der Westindischen Inseln wie Trinidad und Tobago oder Barbados. Guyana wird darum meist zu den karibischen Ländern gezählt.

Zwischen 1814 und 1966 war Guyana britische Kolonie unter dem Namen Britisch-Guayana. Zuvor hatte es auch schon zu den Niederlanden gehört. Guyana ist das einzige englischsprachige Land in Südamerika, Englisch ist hier Amtssprache. Die meisten Einwohner sprechen allerdings eine Kreolsprache, die auf dem Englischen beruht.

Auf dieser Karte siehst du gut die vielen Flüsse, die Guyana durchziehen.[ © Burmesedays mit Ergänzungen durch Joelf / CC BY-SA 3.0 ]
Regionen Guyanas

Land der vielen Wasser

Britisch-Guayana wurde nach seiner Unabhängigkeit Guyana genannt. Guayana hatten schon die Indios das Land getauft:  Es bedeutet "Land der vielen Wasser". Jedoch gehörten zur Region Guayana auch Suriname, Französisch Guayana und Teile von Venezuela und Brasilien, wie du oben auf der Karte sehen kannst. Zur Unterscheidung vom Land (Guyana) und der Region (Guayana) fügt man für die Region im Deutschen ein a ein.

Man kann in Guyana drei Landschaften unterscheiden. Fruchtbares Marsch- und Sumpfland gibt es direkt an der Küste. Hier leben die meisten der 800.000 Einwohner des Landes. Auch die Hauptstadt Georgetown liegt hier. Die Fläche umfasst 5 Prozent des Landes, aber 90 Prozent aller Guyaner leben hier. An der Küste besteht die Gefahr von Überflutungen.

Diesem Flachland schließt sich eine etwas hügelige, sandige Region an. Dieser Sandgürtel ist 150 bis 250 Kilometer breit. Hier wächst Hartholzwald und hier lagern die meisten Bodenschätze des Landes wie Bauxit, Gold und Diamanten.

Wie ein Tisch erhebt sich der Roraima-Tepui aus der Ebene.[ © Paolo Costa Baldi / CC BY-SA 3.0 ]
Roraima-Tepui
Tief fällt das Wasser des Kaieteur-Wasserfalles![ © Bill Cameron / CC BY-SA 3.0 ]
Kaieteur-Wasserfall in Guyana
Eine Fähre überquert gerade den Essequibo-Fluss.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Fähre am Essequibo-Fluss

Das Hochland: Was ist ein Tepui?

Der gesamte Rest des Landes wird vom Hochland eingenommen. Hier wächst Regenwald, der insgesamt 85 Prozent der Landesfläche einnimmt. Typisch für den westlichen Bereich, das Bergland von Guyana, sind die Tepuis. Das sind Tafelberge, die sich mit ihren steilen Wänden hoch über den Regenwald erheben.

Guyanas höchster Berg ist ein solcher Tafelberg, der Roraima-Tepui mit 2810 Metern Höhe. Er liegt in den Pacaraima-Bergen. Dort fällt der beeindruckende Kaieteur-Wasserfall in einer einzigen Fallstufe 226 Meter in die Tiefe – und das über eine Breite von fast 100 Metern.

Zum Hochland gehört auch die Rupununi-Savanne im Südwesten des Landes, an der Grenze zu Venezuela und Brasilien. Die Kanuku-Berge teilen die Savanne in einen nördlichen und einen südlichen Bereich.

Flüsse und Inseln

Im Hochland entspringen mehrere Flüsse, die  von dort zum Atlantik fließen. Der längste unter ihnen ist der Essequibo. Er ist 1010 Kilometer lang und mündet in einem Delta ins Meer. In der Mündung liegen Hunderte von Inseln. Die größten von diesen sind die Hogg-Insel mit 250 Einwohnern, Wakenaam mit 10.000 Bewohnern und die Leguan-Insel mit 4200 Einwohnern. Weitere große Flüsse sind der Corantijn (724 Kilometer) an der Grenze zu Suriname und der Berbice (595 Kilometer ).

Die Karte zeigt die Gliederung Venezuelas. Das Gebiet mit den roten Streifen ist der gesamte Westen des Landes Guyana. Venezuela hat seinen Anspruch darauf nicht aufgegeben.[ © The Photographer / CC BY-SA 3.0 ]
Karte Venezuela mit Anspruch auf Esequiba

Grenzstreitigkeiten

Das ganze westliche Gebiet von Guyana bis zum Fluss Essequibo, Guayana Esequiba genannt, wird bis heute von Venezuela beansprucht. 1899 wurde es Großbritannien in einem Schiedsspruch zugesprochen, 1963 wurde Guyana unabhängig. Venezuela erkennt das aber bis heute nicht an. Auf der anderen Seite beansprucht Suriname ein Gebiet westlich des Corantijn-Flusses.

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letzte Aktualisierung am 23.04.2020