Guyanas Flagge Guyana

Wirtschaft von Guyana

Die Wirtschaft von Guyana ruht inzwischen vor allem auf der Erdöl- und Erdgas-Industrie. Daneben sind Bauxit, Gold und Diamanten sowie Reis und Zucker die wichtigsten Exportgüter. Ebenfalls exportiert werden Garnelen und Holz.

Die Wirtschaft ist in den letzten Jahren stets gewachsen. Selbst in der weltweiten Finanzkrise seit 2008 stieg das BIP von Guyana jedes Jahr - 2021 sogar um 20 Prozent, 2024 um 43 Prozent. Dieses Wirtschaftswachstum fand statt, obwohl es auch viele widrige Umstände gibt. Zu verdanken ist es dem Erdöl und Erdgas. Guyana wird sogar schon das Dubai Südamerikas genannt.

Seit 2013 suchte man vor der Küste nach Erdöl und Erdgas. 2015 stieß das amerikanische Ölunternehmen Exxon Mobil auf vielversprechende Vorkommen und begann mit der Förderung. 2020 begann der Export von Erdöl.

Das Gebiet vor der Küste wird Stabroek-Block genannt. Es ist ein riesiges Offshore-Öl- und Gasfeld im Atlantik. Es ist eines der bedeutendsten neuen Erdöl-Vorkommen weltweit der letzten Jahre. Neben ExxonMobil bauen noch weitere Firmen die Bodenschätze hier ab.

Weil der Küstenabschnitt mit den Bohrungen zu dem von Venezuela beanspruchten Gebiet gehört, kam es daraufhin erneut zum Grenzstreit zwischen den beiden Ländern. Während Venezuela seine Ölindustrie verstaatlicht hat, setzt Guyana auf private Investoren. Die venezolanische Erdölindustrie hat durch Misswirtschaft und Korruption jedoch an Boden verloren - die in Guyana hat gewonnen. 2023 förderte Guyana 380.000 Barrel pro Tag, 2024 waren es schon 640.000 Barrel pro Tag. Bis 2027 sollen es insgesamt 1,2 Millionen Barrel pro Tag werden.
 

Landwirtschaft in Guyana

Die Landwirtschaft trägt inzwischen nur noch zu 8 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Vor wenigen Jahren waren es noch 15 Prozent. Doch da der Anteil der Industrie stark gestiegen ist durch die Erdölförderung, ist der der Landwirtschaft gesunken.

Zuckerrohr war lange eines der wichtigsten Exportgüter. Es wird wie alle anderen landwirtschaftlichen Produkte in der Küstenebene angebaut. Inzwischen ist sein Anteil am Export gesunken. Getreide, Fisch und Getränke haben den Zucker beim Export überholt.

Reis wird für den eigenen Bedarf, aber auch für den Export angebaut, weitgehend von indischen Kleinbauern, die von den Engländern nach der Aufhebung der Sklaverei ins Land geholt wurden. Weitere Produkte sind Weizen, Bananen, Kokosnüsse, Kaffee, Kakao, Zitrusfrüchte und Kürbisse.

Nicht an der Küste, sondern im Süden angebaut, werden Erdnüsse. Diese sind aber durch hohe Temperaturen und Feuchtigkeit häufig von Pilzgiften (Aflatoxinen) befallen und dürfen erst nach Untersuchungen verkauft werden.

Man züchtet in Guyana außerdem Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Die Fischerei gewinnt an Bedeutung. Besonders Garnelen werden exportiert.

Industrie in Guyana

76 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung wird inzwischen von der Industrie erwirtschaftet. Hier lag der Anteil vor wenigen Jahren noch bei 16 Prozent! Den größten Anteil hat hier die Erdölindustrie (siehe oben). Erdöl wurde zum wichtigsten Exportprodukt des Landes. Daneben werden noch Zucker und Reis verarbeitet, ebenso wie Holz und Textilien.

Der Bergbau spielt auch bei einigen anderen Bodenschätzen eine Rolle. So werden zum Beispiel noch Gold und Bauxit abgebaut. Drei riesige Goldminen befinden sich im Nordwesten des Landes. Sie zählen zu den größten Goldminen der Welt.

In der Gegend um Linden, ein Ort, der als Bergarbeiterstadt entstand, baut man Bauxit im Tagebau ab. Nach der Aufbereitung wird das Bauxit exportiert. Bauxit ist das Ausgangsprodukt für das wichtige und begehrte Leichtmetall Aluminium, aber auch für den Bau feuerfester Anlagen benötigt man Bauxit. Das kleine Guyana steht in der Förderung weltweit meistens zwischen Platz 12 und 21.

Dienstleistungen

Nur noch 14,5 Prozent der Wirtschaft kam 2024 aus den Dienstleistungen. 2010 waren es noch 41 Prozent. Hierzu gehören der Handel, die Gastronomie, Finanzen (also die Banken), Energie und Telekommunikation.

Der Tourismus spielt bisher kaum eine Rolle. Allerdings stieg die Anzahl der Touristen an, von 99.000 im Jahr 2001 bis auf 482.000 im Jahr 2024.

Probleme der Wirtschaft in Guyana

Trotz des Wirtschaftswachstums gibt es auch Probleme. Dazu gehören der Mangel an gelernten Arbeitskräften, Naturkatastrophen, wie insbesondere Überschwemmungen, und eine schlechte Infrastruktur. Das Land ist schwer zugänglich und die Flüsse meistens nicht schiffbar, weil es viele Stromschnellen und Wasserfälle gibt. Das behindert vor allem die wirtschaftliche Entwicklung des waldreichen Hinterlandes.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei 10 bis 11 Prozent (2025). Sie ist mit dem Wachstum der Wirtschaft gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 24,7 Prozent aber noch um einiges höher.

35 Prozent der Bevölkerung gelten dennoch immer noch als arm, wobei die Zahlen nicht gesichert sind.

Den Regierungen unter Bharrat Jagdeo (1999-2011) und Donald Ramotar (2011-2015) wurden Korruption, Unterschlagung von Geldern und illegale Steuervergünstigungen für Indien und China vorgeworfen.

letzte Aktualisierung am 26.03.2026