Ecuadors Flagge Ecuador

In der Stadt Esmeraldas wird das geförderte Erdöl in Raffinerien verarbeitet.[ © KelvinLemos / CC BY-SA 3.0 ]
Erdölraffinerie in Esmeraldas
Das Lago-Agrio-Ölfeld liegt bei der Stadt Nueva Roja. Die Förderung des Erdöls verursachte hier schwere Verschmutzungen der Natur.[ © Julien Gomba / CC BY 2.0 ]
Wasserverschmutzung durch Ölförderung 2007

Ecuadors Bodenschatz: Erdöl

Die Wirtschaft von Ecuador ist abhängig von nur einem Rohstoff: dem Erdöl. Obwohl Ecuador in der Liste der Länder, die Erdöl fördern, erst an 29. Stelle steht, erwirtschaftet das Erdöl mehr als die Hälfte der Exporterlöse. 27 Millionen Tonnen Erdöl wurden 2012 gefördert. Sinkt der Preis für Erdöl, wirkt sich das allerdings sofort schlecht auf die Wirtschaft Ecuadors aus.

Erdöl wird fast ausschließlich im Nordosten des Landes gefördert, zum Beispiel um Nueva Loja. Das geförderte Erdöl wird über zwei Pipelines (Leitungen) an den Pazifik transportiert. Beide enden dort in der Stadt Esmeraldas, wo es raffiniert und verschifft wird. Ecuador ist Mitglied der OPEC, der Organisation erdölexportierender Länder.

Die Förderung von Erdöl bringt aber auch viele Umweltprobleme mit sich. So wird Wald abgeholzt, um das Öl überhaupt fördern zu können. Es kommt auch vor, dass Erdöl aus kaputten Leitungen sickert und so die Umwelt vergiftet. Das Wasser wird verdreckt und der Boden vergiftet. Besonders oft kam es am Lago-Agrio-Ölfeld zu solchen Umweltverschmutzungen. Für die Menschen, die hier leben, ist das Erdöl darum kein Schatz, sondern eher ein Fluch.

Der Panama-Hut kommt aus Ecuador

Der Panama-Hut wird traditionell nicht etwa in Panama hergestellt, sondern in Ecuador! Montecristi und Cuenca sind die Städte, in denen die meisten Hüte gefertigt werden. Sie werden aus dem Stroh einer Palmenart geflochten und haben eine helle Farbe. Früher wurden die Hüte über Panama in die USA gebracht und erhielten darum einen Zoll-Stempel aus Panama. Vielleicht haben sie ihren Namen aber auch erhalten, weil die Arbeiter beim Bau des Panama-Kanals solche Hüte trugen. Und auch US-Präsident Teddy Roosevelt trug bei der Eröffnung des Panama-Kanals einen solchen Hut.

Bananen und Blumen

Bananen werden gewaschen und für den Export vorbereitet.[ © Quelle: pixabay.com ]
Bananenproduktion in Ecuador
Panamahüte werden in Ecuador angefertigt und verkauft.[ © Martin Zeise / CC BY-SA 3.0 ]
Marktstand für Panamahüte in Ecuador

Andere wichtige Güter für den Export sind Bananen, Metallwaren und Garnelen. Bananen werden vor allem in Puerto Bolívar verladen. Ecuador ist weltweit der viertgrößte Bananenproduzent. Für Schnittblumen, insbesondere Rosen, ist Ecuador der viertgrößte Exporteur der Welt. Abnehmer sind vor allem die USA und Russland. Kakao und Kaffee werden ebenfalls verkauft, doch ihre Bedeutung hat abgenommen. Für Kakao ist Ecuador immerhin noch siebtgrößter Produzent. Gold wird im Südosten des Landes gefördert.

Bezahlen? Mit dem Dollar!

In Ecuador zahlt man übrigens mit dem US-Dollar. Im Jahr 2000 wurde die eigene Währung des Sucre nach einer schweren Bankenkrise und hoher Inflation abgeschafft. Man nennt das auch Dollarisierung. Seitdem wächst die Wirtschaft wieder.

Überweisungen von im Ausland lebenden Ecuadorianern tragen viel zur Unterstützung der Verwandten in der Heimat bei. Immerhin leben etwa eine Million Ecuadorianer im Ausland.

Schnittblumen werden in Ecuador auf großen Plantagen angebaut. Ein großer Teil wird ins Ausland verkauft.[ © amalavida.tv / CC BY-SA 2.0 ]
Schnittblumen auf einem Markt in Ecuador
In Esmeraldas wird das Erdöl weiter verarbeitet.[ © Agencia de Noticias ANDES / CC BY-SA 2.0 ]
Erdölraffinierie Esmeraldas
Touristen fahren im Golf von Guayaquil auf einem Boot.[ © amalavida.tv / CC BY-SA 2.0 ]
Touristen auf einem Boot bei Guayaquil

Die Bereiche der Wirtschaft

Landwirtschaft

Nur 6,4 Prozent der Wirtschaftsleistung werden in der Landwirtschaft erbracht. Dabei arbeiten 27,8 Prozent in diesem Bereich. Am wichtigsten sind die großen Plantagen in der Küstenregion, die Bananen, Kakao, Kaffee, Zuckerrohr und Schnittblumen für den Export produzieren.

Auch die Fischerei hat wegen der reichen Fischgründe des Humboldtstroms große Bedeutung. Hering, Thunfisch und Schalentiere, zum Beispiel die in großen Seefarmen gezüchteten Garnelen, werden ebenfalls exportiert.

Auf der Sierra wird nur noch Landbau und Viehwirtschaft für den eigenen Markt oder zur Selbstversorgung betrieben. Traditionelle Produkte wie Maniok, Mais, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und der von den Spaniern ins Land gebrachte Weizen stehen im Vordergund. Der immer beliebter werdende Reis kommt von der Küste.

Industrie

33,8 Prozent trägt die Industrie zur Wirtschaft bei. Hier arbeiten 17,8 Prozent der Menschen. Es gibt Fabriken für die Verarbeitung von Erdöl, Nahrungsmitteln, Kleidung, Holz, Metall und Chemikalien. Die meiste Industrie ist in Guayaquil und Quito angesiedelt.

Dienstleistungen

59,7 Prozent erwirtschaften die Dienstleistungen. Dazu gehören Banken, Friseure, Restaurants, Hotels, Strom- und Telefonanbieter. 54,4 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in diesem Bereich beschäftigt.

Im Aufwärtstrend ist der Tourismus. Besonders beliebt bei Touristen ist die Fahrt mit der wieder eröffneten Eisenbahn. 2013 kamen 1,36 Millionen Besucher nach Ecuador. Rund 200.000 Touristen besuchen jährlich die Galápagos-Inseln.

letzte Aktualisierung am 04.12.2017