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Die Argentinier

Die niederländische Königin Maxima stammt aus Argentinien. Sie hat sowohl spanische als auch italienische Vorfahren.[ © www.GlynLowe.com / CC BY 2.0 ]
Königin Maxima der Niederlande

43 Millionen Menschen leben in Argentinien. Die meisten von ihnen, etwa 90 Prozent, sind Weiße. Sie stammen vor allem von Italienern und Spaniern ab, die zwischen 1860 und 1930 in Scharen ins Land kamen. Einige haben auch französische, polnische und deutsche Vorfahren. Seit den 1970er Jahren kamen besonders viele Menschen aus Paraguay und Bolivien nach Argentinien.

5 bis 10 Prozent der Argentinier sind offiziell Nachkommen der eingewanderten weißen Bevölkerung und den ursprünglichen Bewohnern des Landes. Allerdings haben wohl weitaus mehr Argentinier zumindest einen Indio unter ihren Vorfahren. Etwa 2 Prozent gehören den indigenen Völkern an.

92 Prozent der Argentinier leben in Städten. Allein ein Drittel aller Einwohner lebt im Großraum von Buenos Aires.

Eine Familie in Argentinien[ © Adam Jones / CC BY-SA 3.0 ]
Eine Indio-Familie in Argentinien[ © pablo / CC BY-SA 4.0 ]
Indio-Familie in Argentinien

Indios in Argentinien

Nur noch zwei Prozent der Einwohner sind indigener Herkunft. Das sind knapp eine Million Menschen. Ihre Völker leben in den Anden, im Regenwald oder in der Pampa und Patagonien. Dort leben zum Beispiel die Mapuche und die Yamaná.

Viele Indios leben nicht mehr in ihren alten Siedlungsgebieten, sondern sind in die Städte gezogen. Oft müssen sie unter Benachteiligungen leiden. Trotzdem versuchen sie, ihre Sprache und Kultur zu bewahren und kämpfen dafür.

Welche Sprache spricht man in Argentinien?

Die Karte zeigt die Dialekte des Spanischen, die in Argentinien gesprochen werden.[ © Wikipedia, gemeinfrei ]

Spanisch ist die Amtssprache in Argentinien. Fast alle Argentinier sprechen Spanisch. Daneben sprechen die Indios häufig noch ihre eigene Sprache. Je nach Volksgruppe ist das aber sehr unterschiedlich. Vor allem die Quechua, Guaraní und Mapuche sprechen häufig noch ihre eigenen Sprachen. Obwohl ein Drittel aller Argentinier italienische Wurzeln hat, sprechen die meisten kein Italienisch mehr, sondern Spanisch.

Spanisch in Argentinien: Río-de-la-Plata-Spanisch

Das argentinische Spanisch unterscheidet sich von dem Spanisch, das man in Spanien spricht. Während man zum Beispiel in Spanien üblicherweise das c wie ein englisches th ausspricht, also zwischen den Zähnen (wie in through), spricht man in Argentinien wie in ganz Lateinamerika das c wie ein scharfes s (wie in see). Das nennt man "Seseo".

Besonders typisch ist aber auch die Aussprache von ll (wie in llamo) und von y zwischen Vokalen (wie in oye) wie ein deutsches sch oder ein französisches j. Das heißt dann Žeísmo oder Šeísmo. Typisch für ganz Argentinien ist der Gebrauch des Voseo, das heißt man sagt für "du" vos statt tu. Statt vosotros (ihr) sagt man ustedes. Auch im Schriftlichen wird das so benutzt. Auch in Uruguay spricht man dieses Río-de-la-Plata-Spanisch.

Das ist ein Opfertisch für Pachamama, die von der Figur dargestellt wird.[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
Opfertisch für Pachamama

Welchen Glauben haben die Argentinier?

Zwei Drittel der Argentinier (76 Prozent) sind Katholiken. 9 Prozent sind Protestanten. Die Mehrheit gehört also einer christlichen Kirche an. Manchmal sind christliche Traditionen aber auch mit den Bräuchen und dem Glauben der Indios verschmolzen. So verehren die Quechua nach wie vor Pachamama als Erdmutter und Göttin. In der Vorstellung verschmilzt sie oft mit der Mutter Gottes Maria.

letzte Aktualisierung am 21.04.2020