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Vorgeschichte Polens

Die Karte zeigt die Verbreitung verschiedener Kulturen in der Jungsteinzeit. Rötlich ist die Schnurkeramik, orange die Kugelamphorenkultur dargestellt.[ © Dbachmann / CC BY-SA 3.0 ]
Europäische Kulturen der Jungsteinzeit

Schon vor rund 200.000 Jahren lebten Steinzeitmenschen auf dem Gebiet des heutigen Polen. Funde stammen allerdings nur aus dem Süden des Landes. Erst vor etwa 20.000 Jahren verschob sich die Grenze des von Menschen besiedelten Landes nach Norden. Um 5400 v. Chr. wurden die Menschen sesshaft und betrieben nun Ackerbau.

Verschiedene Kulturen folgten aufeinander, dazu gehören Bandkeramik- und Trichterbecherkulturen. Ab 3100 v. Chr. kam die Kugelamphorenkultur auf, danach die Bandkeramik. Ab 1500 und bis 500 v. Chr. nahm die Lausitzer Kultur den größten Teil des heutigen Polens ein. Sie gehört zur Bronzezeit. Ab etwa 750 v. Chr. siedelten germanische Stämme wie Goten und Vandalen in der Region. Diese zogen ab 200 nach Süden und Westen weiter. Westslawen und Balten siedelten ab 500 hier. Die Westslawen ließen sich an den Flüssen nieder, an der Ostsee wohnten Prussen.

Karte Polens unter der Herrschaft von Mieszko I. (960 - 992)[ © Poznaniak, derivative work MaXxG / CC BY-SA 3.0 ]
Karte Polens unter der Herrschaft von Mieszko I. (960 - 992)

Vom Herzogtum zum Königreich Polen

960 erhob sich Mieszko I. zum Herzog von Polen. Er entstammte dem slawischen Stamm der Polanen, von denen sich auch der Name Polen ableitet. Er unterwarf die anderen westslawischen Stämme und gründete die Dynastie der Piasten, die bis 1386 Polen regierten. Miezko trat 966 zum Christentum über, wodurch Polen christianisiert wurde. Miezkos Sohn Boleslaw wurde im Jahr 1025 der erste König Polens.

Im Jahr 1040 wurde die Hauptstadt von Gnesen nach Krakau verlegt. 1138 zerfiel Polen in die sechs Herzogtümer Kleinpolen, Großpolen, Pommern, Pommerellen, Schlesien und Masowien. Erst 1320 wurden sie unter Wladyslaw I. wieder vereint.

Fürst Jogaila von Litauen heiratete im Jahr 1386 die Thronfolgerin des verstorbenen polnischen Königs und erhielt so auch die polnische Königskrone. Litauen und Polen wurden damit nun in Personalunion von einem König regiert. Jogaila begründete das Herrscherhaus der Jagellionen.

Polen-Litauen um 1618 mit den heutigen Staatsgrenzen. Pink ist das polnische Königreich, lila ist Litauen, außerdem gehörten die Herzogtümer Livland (dunkelgrau), Kurland (hellgrau) und Preußen (rosa) dazu.[ © Krzysztof, derivative work Ras67 / CC BY-SA 3.0 ]
Polen-Litauen um 1618 mit den heutigen Staatsgrenzen

Polen-Litauen

1569 taten sich Polen und Litauen in der Union von Lublin zu einem Staat zusammen. Sie wurden nun nicht nur von einem Monarchen regiert, was man auch eine Personalunion nennt, sondern erhielten auch eine gemeinsame Verwaltung. Das nennt man dann eine Realunion.

Als Wahlmonarchie wurde der König nicht durch Erbfolge, sondern durch Wahl bestimmt. Es gab auch ein Parlament, den Sejm. Der Adel hatte eine starke Stellung. Darum spricht man auch von einer Adelsrepublik. Polen-Litauen bestand bis 1791 und war lange Zeit einer der größten Staaten Europas.

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letzte Aktualisierung am 23.01.2018