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Wikinger besiedeln Island

Statue eines Wikingerbootes in Reykjavik[ © Quelle: pixabay.com ]
Statue eines Wikingerbootes in Reykjavik

Island war lange Zeit fast menschenleer und wurde durch seine Lage erst spät besiedelt. Spuren gibt es aus dem 7. Jahrhundert. 870 kam Gardar Svavarsson aus Schweden und überwinterte hier. Er gilt als Entdecker Islands. Er nannte die Insel Gardarsholm. Flóki Vilgerdarsson soll Island dann seinen Namen gegeben haben, als er Packeis sah: Eisland.

Ingólfur Arnarson aber war der erste Siedler, der dauerhaft blieb. Er beschloss, seine Heimat in Norwegen zu verlassen, als es dort Streit gab, und ließ sich mit seiner Familie in Island um das Jahr 874 nieder. Weitere Häuptlingsfamilien aus Norwegen folgten ihm. Bis zum Jahr 930 war das bewohnbare Land aufgeteilt.

In solchen Häusern siedelten die Wikinger auf Island.[ © Balgair / CC BY-SA 3.0 ]
Rekonstruktion eines Farmhauses der Wikinger auf Island
Dieses Gemälde stellt dar, wie Leif Eriksson Amerika entdeckt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Gemälde von Christian Krohg

Island als Freistaat (930-1262)

Mit dem Althing entstand in diesem Jahr auf Island eine der ersten gesetzgebenden Versammlungen Europas. Einmal im Jahr trafen sich die Goden, beschlossen Gesetze und sprachen Recht. Es gab 36, später 39 dieser Goden, eine Art Häuptling oder Herrscher. Das Godentum hatte Bestand bis zur Unterwerfung durch die Norweger im Jahr 1262.

In dieser Zeit unternahmen die Wikinger wichtige Entdeckungsfahrten. Sie kamen nach Grönland und waren die ersten Entdecker Amerikas, lange bevor Kolumbus dort landete. So siedelte Erik der Rote auf Island, sein Sohn Leif Eriksson landete von dort aus wohl im Jahr 1000 in Nordamerika. Im gleichen Jahr wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt.

Nach einer längeren Friedenszeit kam es ab 1180 zu Streit unter mehreren Herrscherfamilien. Die Macht der norwegischen Könige wuchs und sie verstärkten ihren Einfluss in Island, bis schließlich 1262 ein von Norwegen eingesetzter Herzog die Macht im Land übernahm.

Norwegische Herrschaft (1262-1380)

Unter dem norwegischen König Håkon Håkonarson geriet Island unter norwegische Herrschaft. [ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Håkon Håkonarson

Unter der norwegischen Herrschaft wurde der Althing aufgelöst, ebenso verschwanden die Godentümer. Die isländische Rechtsprechung wurde abgelöst durch die norwegische. Die Macht der Kirche, die lange bei den weltlichen Goden gelegen hatte, wuchs nun. Güter, auf denen Kirchen errichtet wurden, gingen nun in den Besitz der Kirche über. Die konnte ihren Reichtum so stark mehren. Als Bischöfe wurden meistens keine Isländer eingesetzt und so handelten sie auch nicht oft zum Wohl der einheimischen Bevölkerung.

1341 brach der Vulkan Hekla so heftig aus, dass viele Höfe verlassen werden mussten und es zu Hungersnöten kam. Wie im übrigen Europa kam es im 14. Jahrhundert zu Ausbrüchen der Pest.

Dänische Herrschaft (1380-1944)

(Nicht ganz korrekte) Karte des Nordatlantiks von 1573[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Karte des Nordatlantiks von 1573

1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft und damit auch Island. Mehr als 500 Jahre dauerte die Herrschaft der Dänen über Island. Die Dänen kontrollierten auch den Handel. Ab 1397 war Island Teil der Kalmarer Union. 1552 setzte sich die Reformation auf Druck des dänischen Königs durch. Die Pest und die Pocken forderten auch in dieser Zeit und im 18. Jahrhundert viele Tote. 1783 brachen die Vulkane der Laki-Krater für mehrere Monate aus, was weitere Isländer das Leben kostete.

Während Norwegen 1814 an Schweden fiel, blieb Island dänisch. 1874 gab sich Island eine eigene Verfassung. 1904 gewährte Dänemark Island innere Autonomie. 1918 erhielt es auch die äußere Unabhängigkeit, doch bis 1944 blieb der dänische König das isländische Staatsoberhaupt. Dann wurde die Republik Island gegründet.

Sigmundur Davíð Gunnlaugsson war von 2013 bis 2017 Ministerpräsident von Island. Dann wurde er von Katrín Jakobsdóttir abgelöst.[ © Framsókn / CC BY-2.0 ]
Sigmundur Davíð Gunnlaugsson

Island als unabhängige Republik (seit 1944)

1946 trat Island der UN (Vereinte Nationen) bei, 1948 der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

In den 1950er und 1970er Jahren kam es zu den sogenannten Kabeljaukriegen mit Großbritannien. Die Isländer hatten ihre Fischereizone ausgedehnt, nachdem viele Fischgründe überfischt worden waren. Island setzte sich schließlich durch und besitzt nun eine 200-Meilen-Fischereizone.

2008 kam es zur Finanzkrise, die Island an den Rand des Staatsbankrotts brachte. Das Land hatte kein Geld mehr. Seit 2011 erholt sich die Wirtschaft. Über einen möglichen Beitritt zur EU gibt es unterschiedliche Ansichten.

letzte Aktualisierung am 03.04.2020