Griechenlands Flagge Griechenland - Geschichte 3

Der Zypernkonflikt

Ein immer wieder auftauchender Streitpunkt zwischen der Türkei und Griechenland ist die Insel Zypern. Zypern wechselte die "Besitzer". Mal gehörte die Insel zu Großbritannien, dann zu Griechenland und auch immer mal wieder zu der Türkei. In den 1950er Jahren gab es erste Bestrebungen, die Insel unabhängig zu machen. 1960 wurde dann tatsächlich die Unabhängigkeit erklärt und Zypern zum Inselstaat.

Doch die Bewohner waren weiterhin zum Teil Türken und zum Teil Griechen. Einige davon wollten Zypern dem ursprünglichen Heimatland zuordnen und die nationalen Bestrebungen sorgten für jede Menge Streit. Sowohl die türkische als auch die griechische Regierung unterstützten jeweils ihre Volksvertreter auf Zypern. Dabei ging und geht es nicht nur um politische Interessen, sondern auch um wirtschaftliche, denn im Meer um Zypern liegen jede Menge wertvolle Bodenschätze.  Wenn du noch mehr über Zypern und die Geschichte Zyperns erfahren willst, kannst du das nachlesen.

Die UN und vor allem Großbritannien verhinderten eine totale Eskalation des Konflikts, konnten jedoch auch keinen Frieden herbeiführen. 1974 wurde ein Teil Zyperns von türkischen Zyprioten erobert. Sie vertrieben die griechischen Zyprioten und schafften es, dass der damalige Staatspräsident Denktasch die Region für unabhängig erklärte. Von griechischer Seite wurde das allerdings nie anerkannt.

So entstanden zwei voneinander abgegrenzte Teile Zyperns. Dieser Zustand hält bis heute an. Frieden herrscht noch nicht und es gibt immer noch UN-Soldaten auf Zypern, die bemüht sind, eine Eskalation zu vermeiden. Weitere Informationen erhältst du unter Geschichte Zypern.

Griechenland in der Schuldenkrise

Ab 2009 geriet Griechenland in eine schwere Schuldenkrise. Der Staat hatte über viele Jahre mehr Geld ausgegeben, als er einnahm, und hohe Schulden angehäuft. Schließlich konnte sich Griechenland kaum noch selbst Geld leihen.

Die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds unterstützten das Land mit umfangreichen Hilfskrediten. Im Gegenzug musste Griechenland sparen und Reformen durchführen. Löhne und Renten wurden teilweise gekürzt, Steuern erhöht und staatliche Ausgaben gesenkt. Viele Menschen verloren ihre Arbeit. Deshalb gab es immer wieder Proteste gegen die Sparpolitik.

Alexis Tsipras wird Ministerpräsident

2015 wurde Alexis Tsipras von der linken Partei SYRIZA Ministerpräsident. Er hatte versprochen, sich gegen die strengen Sparauflagen zu wehren. Doch auch seine Regierung musste schließlich weitere Reformen und Sparmaßnahmen akzeptieren.

Die Schuldenkrise belastete Griechenland viele Jahre. Erst im August 2018 endete das letzte internationale Hilfsprogramm. Seitdem kann sich Griechenland wieder selbst Geld auf den Finanzmärkten leihen.

Kyriakos Mitsotakis übernimmt die Regierung

Bei der Parlamentswahl im Juli 2019 gewann die konservative Partei Nea Dimokratia. Kyriakos Mitsotakis wurde Ministerpräsident.

2023 gewann seine Partei erneut die Parlamentswahl. Nach einer zweiten Wahl im Juni erreichte Nea Dimokratia die Mehrheit der Sitze im Parlament, und Mitsotakis blieb Ministerpräsident. Auch 2026 steht er weiterhin an der Spitze der griechischen Regierung.

Wie geht es Griechenland heute?

Die griechische Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erholt. Besonders der Tourismus und Investitionen haben dazu beigetragen. Auch die Arbeitslosigkeit ist stark gesunken.

Trotzdem sind noch Probleme geblieben. Griechenland hat weiterhin hohe Staatsschulden, auch wenn sie im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung deutlich zurückgegangen sind. 2025 lagen sie bei rund 147 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: 2020 waren es noch mehr als 200 Prozent. Griechenland gilt heute wieder als kreditwürdig und kann sich leichter Geld leihen.

Die große Schuldenkrise ist damit überwunden. Ihre Folgen sind aber noch immer zu spüren, und für viele Menschen bleiben steigende Preise und vergleichsweise niedrige Einkommen ein Problem.

Der neue und alte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis

Schon der Großvater von Kyriakos Mitsotakis saß im Parlament - er hieß übrigens genauso wie sein Enkel - und sein Vater Konstantinos Mitsotakis war von 1990 bis 1993 Ministerpräsident in Griechenland. Seit 2016 ist Kyriakos Mitsotakis Vorsitzender der Partei Nea Dimokratia.

Am 21. Mai 2023 fanden in Griechenland wieder Parlamentswahlen statt. Bei dieser Wahl siegten die Konservativen unter dem amtierenden Präsidenten namens Kyriakos Mitsotakis. Dieser lehnte allerdings eine Koalition mit den anderen Partien ab. So kam es nach der Verfassung zu einer erneuten Wahl. Der Ministerpräsident hoffte, mit seiner Partei alleine regieren zu können und keine Kompromisse mit anderen Parteien eingehen zu müssen. Dies gelang ihm auch bei den erneuten Wahlen Ende Juni 2023. 

 

1 2 3
letzte Aktualisierung am 15.09.2026