Pakistans Flagge Pakistan

Schauplatz einer Hochkultur

Diese Ruine stammt aus der Zeit der Harappakultur in Pakistan.[ © Shefali11011 / CC BY-SA 3.0 ]
Harappa, Ruine

Auf dem Gebiet des heutigen Pakistan war während der Antike eine Hochkultur angesiedelt. Die Harappakultur entstand an dem durch Pakistan fließenden Fluss Indus, der im Laufe der Geschichte immer wieder eine Rolle spielte. Zu der im 3. Jahrtausend v. Chr. entstandenen Hochkultur stießen etwa ein Jahrtausend später arische Volksstämme. Sie stammten aus Afghanistan und dem Iran. Die Selbstbezeichnung Arier stammt von arya, was übersetzt "edel" bedeutet. 

Dieses Kunstwerk zeigt Buddhas erste Predigt.[ © Ismoon / CC BY-SA 4.0 ]
Buddha, Gandhara

Von einem Reich zum nächsten

Im 6. Jahrhundert v. Chr. weiteten die Perser ihr Machtgebiet auf das heutige Pakistan aus und schlossen es an das Achämenidenreich an. Zwei Jahrhunderte später eroberte Alexander der Große das Reich und brachte griechische Einflüsse mit. Diese Mischung aus Buddhismus und griechischer Kultur verbreitete sich über das damalige Gandharareich, welches das Gebiet des heutigen Afghanistan und den Norden Pakistans umfasste. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Zugehörigkeit des heutigen Pakistan unter verschiedenen Reichen, darunter das Kuschana- und das Gupta-Reich.

Kunst und Kultur

Während die Ghaznawiden auf dem heutigen pakistanischen Gebiet siedelten, erfuhr die Kunst und Kultur in dieser Region eine regelrechte Blütezeit. Die Ghaznawiden waren ein reiches Volk und das waren sie nicht zuletzt, weil sie regelmäßig Raubzüge unternahmen. Die wohlhabenden Sultane unterstützten mit ihrem Reichtum Künstler wie Maler, Bildhauer und Architekten so wie Ingenieure bei ihrer Arbeit.
Der Sultan Mahmud von Ghazna (der rechte Händeschüttler) war einer der berühmtesten Herrscher der Ghaznawiden.[ © Kamaleddin Behzad / Gemeinfrei ]
Mahmud von Ghazni und Ayaz

Der Islam kommt nach Pakistan

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts n. Chr. begann sich der Islam im heutigen Pakistan zu verbreiten. Im Jahre 712 eroberten nämlich die Araber das Industal.

Es dauerte jedoch noch einige Zeit, bis sich das Reich der islamischen Eroberer auf das gesamte Gebiet von Pakistan erstreckte.

Etwa um das Jahr 1000 fiel es schließlich an die Ghaznawiden-Dynastie. Von da an hatten verschiedene islamische Reiche die Herrschaft über das Gebiet.

Die Karte zeigt Britisch-Indien um 1909.[ © Edinburgh Geographical Institute / Gemeinfrei ]
Britisch-Indien

Die Britische Ostindien-Kompanie und Britisch-Indien

In der Mitte des 19. Jahrhunderts beeinflusste die Britische Ostindien-Kompanie die Entwicklung im heutigen Pakistan. Sie eroberte Indien, zu dem damals auch die Gebiete des heutigen Pakistan und Bangladesch gehörten. Es wurde eine britische Kolonie gegründet: Britisch-Indien.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine indische Unabhängigkeitsbewegung, die 1885 zur Gründung der Kongresspartei führte. Schon bald, 1906, wurde ihr Gegenspieler ins Leben gerufen: die Muslim-Liga. Ihre Ziele waren vor allem religiös, während in der Kongresspartei Hindus und Muslime eher nationale Interessen vertraten. Die Muslim-Liga vertrat die indischen Muslime, eine Minderheit im Land.

Mohammed Ali Jinnah war Präsident der Muslimliga-Partei und gilt als Gründer von Pakistan.[ © Gemeinfrei ]
Mohammed Ali Jinnah

Die Idee eines unabhängigen muslimischen Staates

Ein Angehöriger der Muslim-Liga, Muhammad Iqbal, sah für die Streitigkeiten unter den Parteien nur eine Lösung. Der Philosoph und Dichter sprach sich für die Gründung eines eigenen und unabhängigen muslimischen Staates aus. Es gab zwar Gegner dieser von Iqbal formulierten "Zwei-Nationen Theorie", doch hatte man keine überzeugenden Alternativen, um die Konflikte zwischen den Interessengruppen zu umgehen.

Iqbals Ideen wurden durch Muhammad Ali Jinnah aufgegriffen. Der gilt als Gründer des Staates Pakistan. Die Partei beschloss 1940 auf einem Parteitag in der Stadt Lahore die Teilung. Dieser Beschluss wird darum auch Lahore-Resolution genannt.

Die Teilung Indiens - Pakistan entsteht

Am 14. August 1947 wurde Pakistan unabhängig und endgültig von Indien getrennt. Die Beweggründe der Muslim-Liga waren in erster Linie, einen Staat für muslimische Inder zu gründen. Deshalb wurde die neue Grenze auch so gezogen, dass die muslimischen Gebiete Punjabs dem neuen Staat Pakistan zugeordnet wurden.

Doch so befanden sich trotzdem nicht automatisch alle Nicht-Muslime im verbleibenden Indien und alle Muslime in Pakistan. Erst mussten die Menschen in den jeweiligen Staat umziehen. So entstand eine Massenwanderung, bei der über vier Millionen Muslime das indische Gebiet verließen und nach Pakistan wanderten. Von der anderen Seite her reisten sieben Millionen Sikhs und Hindus aus dem neuen Pakistan nach Indien. Auf dieser Wanderung starben etwa 750.000 Menschen bei Konflikten zwischen den Gruppen oder an den schlechten Bedingungen unterwegs.

Diese Karte zeigt, in welchen Regionen besonders viele Muslime lebten. Man erkennt gut, dass es vor allem die heutigen Gebiete Pakistan und Bangaldesch sind.[ © John George Bartholomew / Gemeinfrei ]
Anteil Muslime, Indien
Auf dieser Karte siehst du, wie Indien neu aufgeteilt wurde, wo es Konflikte gab, und wer wohin flüchtete.[ © Themightyquill / CC BY-SA 2.5 ]
Neuaufteilunf Indiens
In diesem überfüllten Zug versuchten die Menschen 1947, ihr Land zu verlassen. [ © gemeinfrei ]
Überfüllter Zug
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letzte Aktualisierung am 19.05.2020