Nigers Flagge Niger

Probleme der Kinder in Niger

Kinder holen Wasser am Brunnen.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Kinder holen Wasser
Junge aus Niger[ © Steve Evans / CC BY-2.0 ]
Junge aus Niger
Viele Kinder in Niger arbeiten, so wie dieses Mädchen.[ © Steve Evans / CC BY-2.0 ]
Kinderarbeit in Niger

Vielen Kindern in Niger geht es nicht gut.

Arm

45 Prozent der Bevölkerung, also die Hälfte aller Einwohner in Niger, leben unter der Armutsgrenze und besitzt weniger als 1,90 Dollar pro Tag zum Leben. Auf dem Land betrifft es sogar noch mehr Menschen. Sie haben oft nicht genug zu essen. Besonders schlimm ist die Lage immer dann, wenn auch noch eine Dürre kommt. Man weiß nie, wie viel Regen in einem Jahr fällt und wie dann die Ernte ausfällt. Es gab schon Zeiten, in denen mehrere Jahre lang kein Regen fiel. Dann kommt eine Hungersnot über das Land, unter der die Kinder besonders leiden.

Krank

In Niger sterben von 100 Neugeborenen 2,5, von 100 Einjährigen fast fünf (4,8) und von 100 Fünfjährigen acht (8,4)! Das hat viele Gründe: Nicht alle haben sauberes Trinkwasser und werden dann krank. Viele sterben an Durchfall. Es gibt außerdem Krankheiten wie zum Beispiel Malaria, an denen Kinder sterben. Es gibt im Land nur wenige Ärzte. Die sind oft auch noch weit weg, genauso wie die Krankenhäuser. Und Medikamente gibt es auch nicht.

Eine besonders im Niger verbreitete Krankheit ist Noma. Sie befällt besonders Kinder, die unterernährt sind und die keine Abwehrkräfte haben. 14 von 100 Menschen im Niger leiden an Noma. Bakterien zerstören bei Noma das Gesicht und die Gesichtsknochen. Wer die Krankheit überlebt, sieht verstümmelt aus und wird dann auch noch oft aus der Gemeinschaft ausgestoßen.

Kinderarbeit und -heirat

34 Prozent der Kinder in Niger arbeiten. Sie besuchen keine Schule, sondern helfen ihren Eltern auf den Feldern oder im Haushalt. Manche Mädchen werden von ihren Eltern verkauft und müssen als Hausangestellte bei reicheren Leuten umsonst schuften. Es gibt Jungen, die gezwungen werden, für Banden zu betteln, andere werden in die Stollen der Goldminen geschickt. Kinder der Tuareg, die durch die Wüste ziehen, besuchen ebenfalls keine Schule, sondern helfen ihren Eltern bei der Arbeit.

Ein weiteres Problem ist, dass vor allem Mädchen schon verheiratet sind, ehe sie 15 Jahre alt sind. In Niger betrifft das 28 von 100 Mädchen. Bei denjenigen, die mit 18 Jahren verheiratet sind, beträgt der Anteil dann sogar 76 Prozent.

Beschneidung

Die Beschneidung von Mädchen ist verboten und wird mit harten Gefängnisstrafen belegt. Die Zahlen sind darum stark zurückgegangen, dennoch wird sie wohl noch durchgeführt. 2,2 Prozent der jungen Mädchen - vor allem Songhai-Djerma, aber auch Fulbe – werden nach Schätzungen noch immer Opfer von Beschneidungen.

letzte Aktualisierung am 12.05.2020