Gambia - Typisch Gambia?!
Was ist typisch für Gambia?
Gambia… da fällt den meisten Menschen bei uns wohl nicht so viel zu ein. Viele wissen nicht einmal, wo das Land liegt. Dabei hat es eine sehr markante Form, die an einen Wurm oder eine Schlange erinnert. Die Kultur dieses schmalen Staates ist trotz der kleinen Größe aber sehr vielfältig. Das liegt auch daran, dass hier sehr viele Volksgruppen zusammenleben. Jede bringt ihre eigene Kultur mit, mit eigenen Bräuchen, Festen oder Musikinstrumenten.
Aber natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten und Dinge, die eben typisch sind für Gambia und oft sogar für ganz Westafrika. Dazu gehört zum Beispiel, dass Frauen Lasten häufig auf dem Kopf transportieren. So haben sie die Hände frei und belasten ihren Rücken weniger. Ein Stück Stoff kann dabei den Korb oder die Kiste auf dem Kopf abpolstern. Häufig müssen sie ihre Körbe nicht einmal festhalten.
Die lächelnde Küste?
Gambia wird auch The smiling Coast of Africa genannt. Das bedeutet “die lächelnde Küste Afrikas”. Das hat man sich ausgedacht, weil man den Tourismus so gut bewerben kann. Es gibt aber auch zwei Gründe für den Namen.
Zum einen werden die Gambier als besonders freundliche Menschen beschrieben, die gerne lachen und fremde Menschen herzlich begrüßen. Zum anderen sehen manche in der Form des Landes einen lächelnden Mund. Übrigens heißt das Land offiziell The Gambia, also mit dem Artikel davor.
Was ist ein Griot?
Ein Griot ist ein Geschichtenerzähler und zugleich Musiker, Sänger und Dichter. Griots sind typisch für Westafrika, besonders in Gambia, Senegal, Guinea und Mali. Weil alte Geschichten früher nicht aufgeschrieben wurden, konnten sie nur mündlich weitergegeben werden. So wie früher bei uns Märchen auch zuerst nur erzählt wurden, ehe man sie später aufschrieb.
Die Griots in Gambia bewahren also die alten Geschichten, Sagen und Legenden. Sie erzählen von früheren Königreichen oder alten Familien. Sie treten vor allem bei Hochzeiten und anderen Festen und Feiern auf. Es sind vor allem Männer als Griots tätig, doch es gibt auch weibliche Griots.
Die Griots begleiten ihre Erzählungen mit Musik. Typische Instrumente sind die Kora (eine Harfenlaute), der Balafon (ein Xylophon) und die Ngoni (eine kleine Laute). Jede Volksgruppe hat ihren eigenen Namen für einen Griot. Zum Beispiel heißt der Griot bei den Mandinka Jali oder Jeli, während die Fulbe Gawlo sagen und die Wolof Guewel.
Die Tradition wird üblicherweise von einem Griot an seine Kinder weitergegeben. So gibt es ganze Griot-Familien. Aus Gambia stammen zum Beispiel die Familien Jobarteh und Susso.
Musik in Gambia
Zur Musik aus Gambia zählen sowohl traditionelle als auch moderne Musik. Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei Festen und Feiern. Wichtige Instrumente sind die Kora (eine Stegharfe), das Balafon (ein Xylophon) und die Djembé (eine Trommel).
Die Kora ist zum Markenzeichen der Griots der Mandinka geworden. Das Instrument mit seinen 21 Saiten besteht aus einem Steg mit einer halben Kalebasse (einem hohlen Kürbis), die mit Rinderhaut bespannt ist.
Viele Musiker verbinden heute die traditionellen Klänge mit modernen Musikrichtungen wie Hip-Hop, Popmusik oder Reggae. International bekannt wurden zum Beispiel Kora-Spieler wie Foday Musa Suso oder Sona Jobarteh.
2015 erschien Sona Jobartehs erstes Musikvideo "Gambia" - zum 60-jährigen Bestehen der Unabhängigkeit ihres Landes. Man erfährt darin auch ganz viel über die Kultur von Gambia.
Kleidung in Gambia
Die Kleidung, die die Menschen in Gambia tragen, ist sehr ähnlich wie die in anderen westafrikanischen Ländern. Es ist üblich, dass Frauen und Mädchen vor allem Kleider tragen. Man sieht auch mal eine Frau in einer Hose, aber das ist seltener. Bevorzugt werden bunte Stoffe und weite Schnitte. Jüngere Frauen mögen aber auch eng geschnittene, modernere Kleider. Häufig sieht man auch Frauen mit einem Tuch auf dem Kopf.
Männer tragen meistens modernere Kleidung mit Jeans, Hemden oder T-Shirts. Aber auch sie kann man in einem traditionellen Boubou treffen oder in einem bunten Hemd und einer runden Mütze auf dem Kopf. Ein Boubou ist ein locker fallendes Obergewand.
Feste und Feiern in Gambia
Da der Großteil der gambischen Bevölkerung muslimisch ist, spielen islamische Feste eine besondere Rolle. So feiert man das Zuckerfest als Abschluss des Fastenmonats Ramadan groß, ebenso das Opferfest. Die wenigen Christen feiern christliche Feste wie Ostern und Weihnachten.
Dazu kommen staatliche Feiertage. Am 18. Februar begeht Gambia den Unabhängigkeitstag, denn an diesem Tag wurde das Land 1965 unabhängig von Großbritannien. Außerdem sind auch Neujahr (1. Januar) und der Tag der Arbeit (1. Mai) arbeitsfrei.
Bei Familien- oder Dorffesten spielen Musik, Tanz und traditionelle Kleidung eine wichtige Rolle. Bei Hochzeiten, Erntefesten oder Initiationsfeiern treten Griots auf.
