Botswanas Flagge Botswana

Schon früh lebten Menschen auf dem Gebiet des heutigen Botswana, davon zeugen Felsmalereien. [ © cj Huo / gemeinfrei ]
Felsmalereien, Botswana

Die Frühzeit in Botswana

Schon vor 200.000 Jahren siedelten auf dem Gebiet des heutigen Botswana Menschen. Das wissen wir aufgrund von Funden. Dazu gehören zum Beispiel Felsmalereien in den Tsodilo-Hügeln.

Wie in vielen anderen Ländern im südlichen Afrika lebte auch in Botswana der Volksstamm der San. Das waren Buschleute, die als Jäger durchs Land zogen. Weitere Volksgruppen wie die Khoikhoi waren zu Teilen schon sesshaft.

Botswana bedeutet übersetzt "Land der Tswana". Diese Tswana (auch Batswana genannt) zählen zu den Bantu-Völkern. Von ihnen leitet sich also der Name "Botswana" ab. Diese Bantuvölker wanderten um 3000 v. Chr. aus Westafrika in den Süden des Kontinents, wohl weil sich in ihrer Heimat die Wüste ausbreitete. Um 190 erreichten sie das heutige Gebiet von Botswana.

In der Folgezeit herrschten in Botswana mehrere Könige über kleine Reiche. Um 650 entstand das Reich der Toutswe, das bis 1300 das Gebiet beherrschte. Dann wurde das Reich Mapungubwe mächtig. Weitere Volksgruppen wie die Basotho wanderten ein.

Karte von Britisch-Betschuanaland. [ © gemeinfrei ]
Karte von Britisch-Betschuland.

Der Konflikt zwischen Buren und Briten in Botswana

In der Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich der im Süden Afrikas bestehende Konflikt zwischen den niederländischen Buren und den Briten bemerkbar. Die Buren zogen von Südafrika weiter nach Norden, auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten. So kamen sie auch nach Botswana, um dort Land zu beanspruchen. So baten die botswanischen Herrscher die Briten um Hilfe gegen das Vordringen der Buren. Deshalb schloss Großbritannien Schutzverträge mit den verschiedenen Herrschern Botswanas ab.

Wenig später wurde Botswana zur Kronkolonie Britisch-Betschuanaland. 1895 kamen Teile des Landes und zwar das Gebiet südlich vom Fluss Molopo zur britischen Kapkolonie, das Gebiet im Norden stand weiter unter britischem Protektorat.

Seretse Khama war der erste gewählte Staatspräsident von Botswana.[ © born1945 / CC BY-SA 2.0 ]
Seretse Khama

Botswana auf dem Weg zur Selbstständigkeit

Es bildete sich in der ersten Jahrhunderthälfte des letzten Jahrhunderts eine Bewegung heraus, die sich von den Briten lösen wollte und eine eigenständige Nation plante. 1960 kam es dann zur Gründung zweier Parteien: die Bechuanaland People's Party (BPP) und kurz darauf der Bechuanaland Democratic Party (BDP).

Seit 1961 durfte sich Betschuanaland im Inneren selbst verwalten und 1965 gab es die ersten freien Wahlen zu einer Nationalversammlung. Hier gewann die BDP mit den meisten Stimmen. Der erste Staatspräsident wurde auch der Parteiführer der BDP namens Seretse Khama. Es entstand eine parlamentarische Republik.

Quett Ketumile Joni Masire war von 1980 bis 1998 Staatschef von Botswana.[ © gemeinfrei ]
Quett Ketumile Joni Masire

Die Wirtschaft in Botswana wächst

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte das Land aufgrund der Diamanten- und Kohlefunde wirtschaftlich wachsen. Die Abhängigkeit von Südafrika bestand weiterhin, obwohl man mit dem Pula 1976 eine eigene Währung eingeführt hatte. 1980 starb der alte Präsident und Quett Ketumile Joni Masire (BDP) wurde der neue Staatschef von Botswana.

Botswana zählt zu den Mitbegründern der "Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika" (Southern African Development Community, SADC), gemeinsam mit Angola, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Swasiland und Tansania. Diese Staaten planten, vor allem im wirtschaftlichen Bereich stärker zusammenzuarbeiten und auf Zölle zu verzichten. Das britische Regierungssystem wurde trotz der Selbstständigkeit weitgehend übernommen und Botswana hat sich als Demokratie weiter entwickelt, ganz anders als viele afrikanische Staaten, die keine Demokratien sind.

Ian Khama wurde 2008 Staatspräsident von Botswana. [ © David Aimé / CC BY-SA 2.0 ]
Ian Khama

Haus der Häuptlinge

Doch auch in Botswana leben alte Traditionen weiter. Es gibt ein Haus der Häuptlinge, das House of Chiefs heißt und in dem sich 27 Vertreter der verschiedenen Völker zusammenfinden. Sie beraten auch das nationale Parlament. Die Chiefs haben vor allem auf dem Land eine wichtige Funktion und sind hier auch als Richter tätig.

Trotz der Diamantfunde ging es dem Land in den 1990er Jahren schlecht, da eine schlimme Dürre vor allem die Viehbestände schrumpfen ließ. Und Botswana führte vorher sehr viel Fleisch aus. Dadurch wurde die Wirtschaft bedroht, das Land blieb aber politisch trotzdem stabil und konnte sich wieder erholen. 

Seit dem 1. April 2018 ist Mokgweetsi Masisi Präsident von Botswana. Zuvor war er Minister und Vizepräsident.

letzte Aktualisierung am 23.12.2020