Venezuelas Flagge Venezuela

Venezuela - Land des Erdöls

Hier wird das geförderte Erdöl weiter verarbeitet. Man nennt eine solche Fabrik Raffinerie.[ © Luisovalles / CC BY-SA 3.0 ]
Erdöl-Raffinerie in Venezuela
Tankstelle in Venezuela[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Tankstelle in Venezuela

Die Wirtschaft von Venezuela beruht vor allem auf dem Verkauf von Erdöl. Zurzeit ist Venezuela weltweit der elftgrößte Exporteur von Erdöl. Andere Länder fördern also mehr, auch hat die Fördermenge abgenommen. Doch die größten Ölreserven der Welt lagern in Venezuela.

So ist Erdöl wohl nicht nur jetzt der Rohstoff, von dem die ganze Wirtschaft des Landes abhängig ist, sondern auch in Zukunft. Sinkt der Ölpreis, geht es auch Venezuela wirtschaftlich schlecht.

80 bis 95 Prozent aller Einnahmen aus dem Export stammen vom Erdöl. Erdöl erwirtschaftet auch große Teile der gesamten Wirtschaft (11 bis 30 oder sogar 50 Prozent werden genannt). Gefördert wird das Erdöl von der staatlichen Erdölgesellschaft Petroven oder PDVSA. Sie besitzt auch die Erdölraffinerien des Landes, sucht nach neuen Ölquellen und verkauft die Rohstoffe und ihre Produkte, zum Beispiel Benzin an Tankstellen.

Venezuela hat die niedrigsten Benzinpreise der Welt, ein Liter kostet rund 4 Cent. Venezuela gehört zu den OPEC-Staaten. Neben Erdöl sind Eisenerz, Erdgas, Bauxit, Gold und Diamanten Venezuelas wichtigste Bodenschätze.

Auch kleinere Orte sind in Venezuela gut erreichbar. Hier der Ort Socopó im Bundesstaat Barinas.[ © MusicologoVzla / CC BY-SA 4.0 ]
Straße in Socopó
Dieser Junge gehört nicht zu den Wohlhabenden des Landes. Er lebt in Maracaibo.[ © The Photographer / CC BY-SA 3.0 ]
Armut in Maracaibo

Die Verkehrswege

Die Infrastruktur ist mit einem gut ausgebauten Straßennetz, dem schiffbaren Fluss Orinoco und mehreren Flughäfen und Häfen sehr gut, auch im Vergleich mit anderen mittel- oder südamerikanischen Ländern.

Probleme

Doch auch Venezuela leidet an einer ungleichen Verteilung der Einkommen und an Korruption. 10 Prozent leben in extremer Armut, 33 Prozent in Armut. 2017 waren 27,1 Prozent arbeitslos (2015 nur 6,8 Prozent, 2016 20 Prozent).

Viele Unternehmen, die in den 1980er und 1990er Jahren privatisiert worden waren, wurden unter der Regierung von Hugo Chavez wieder verstaatlicht. Die wirtschaftlichen Probleme blieben. Es kam zu Mängeln in der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern und ständig steigenden Preisen.

Cowboys und ihre Rinder in den Llanos, der weiten Ebene Venezuelas[ © geolesage / CC BY-2.0 ]
Cowboys und ihre Rinder in den Llanos

Landwirtschaft

Nur 4,7 Prozent trägt die Landwirtschaft zur Wirtschaft des Landes bei. 7,3 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Beide Werte sind also niedrig. Auf den Feldern werden Mais, Hirse, Zuckerrohr, Reis, Bananen und Kaffee angebaut. Kaffee war das Hauptexportgut, bevor das Erdöl entdeckt wurde.

Rinder und Schweine werden gehalten. Rinderzucht macht etwa die Hälfte aller Erträge der Landwirtschaft aus. An der Küste spielt auch der Fischfang eine Rolle, insbesondere werden Thunfisch und Sardinen gefangen.

Touristen sonnen sich am Strand.[ © Matthias Scholz / CC BY-SA 3.0 ]
Strand in Venezuela
Hier wird in Maracaibo Strom erzeugt.[ © The Photographer / CC BY-SA 3.0 ]
Thermoelektrische Anlage in Maracaibo

Industrie

40,4 Prozent der Wirtschaft stammen aus der Industrie. In den Fabriken werden Nahrungsmittel und Getränke verarbeitet, aber auch Waren aus Erdöl, Eisen, Stahl und Aluminium erzeugt. Autos und Elektronikgeräte werden ebenfalls hergestellt.

Dienstleistungen

Mit 54,9 Prozent erwirtschaften die Dienstleistungen den größten Teil. Und noch mehr Menschen arbeiten hier: 70,9 Prozent. Handel, Finanzen, Transport, Telekommunikation und auch der Tourismus gehören zu den Dienstleistungen. Jedoch leidet der Tourismus unter der politisch angespannten Lage im Land. Zwar sind die Zahlen 2013 erstmals auf mehr als eine Million Besucher gestiegen, doch ist das deutlich weniger als etwa in Kolumbien. 2015 und 2016 sanken die Zahlen aufgrund des politischen Chaos im Land, 2017 flogen nur noch wenige Fluggesellschaften das Land an.

Im Bereich der Energie wird Strom vor allem durch Wasserkraftwerke erzeugt. Eines der größten der Welt befindet sich am Guri-Staudamm. Allerdings sind die Wasserkraftwerke überfordert und Sonnen- und Windenergie werden bisher kaum genutzt. Es kommt häufig zu Stromausfällen.

letzte Aktualisierung am 27.04.2020