Türkei
Was bedeutet „säkular“?
Ein säkularer Staat bedeutet, dass Religion und Politik getrennt sind. Der Staat entscheidet also unabhängig von religiösen Regeln. Menschen dürfen ihre Religion frei ausüben – oder auch keiner Religion angehören.
Religionen in der Türkei
Woran glauben die Menschen in der Türkei?
Die wichtigste Religion in der Türkei ist der Islam. Offizielle Angaben sagen, dass etwa 99 von 100 Menschen muslimischen Glaubens sind. Viele Fachleute gehen jedoch davon aus, dass der tatsächliche Anteil etwas niedriger sein könnte. Ein Grund dafür ist, dass Menschen bei Volkszählungen automatisch als Muslime gezählt werden, wenn sie keine Religion angeben.
Innerhalb des Islams gibt es in der Türkei verschiedene Glaubensrichtungen.
| Religiöse Gruppe | Geschätzter Anteil |
|---|---|
| Sunniten | ca. 80–85 % der Bevölkerung |
| Aleviten | ca. 10–20 % |
| Alawiten | ca. 1–2 % |
Die Sunniten bilden die größte Gruppe der Muslime. Eine wichtige religiöse Minderheit sind die Aleviten. Daneben gibt es auch Alawiten – das ist eine andere Glaubensrichtung, auch wenn die Namen ähnlich klingen.
Andere Religionen in der Türkei
Neben dem Islam leben in der Türkei auch Menschen mit anderen Religionen. Dazu gehören vor allem Christen, die etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Außerdem gibt es Juden sowie Jesiden. Viele dieser religiösen Minderheiten leben schon seit Jahrhunderten im Gebiet der heutigen Türkei.
Warum gibt es so viele Muslime in der Türkei?
Der hohe Anteil von Muslimen hat vor allem historische Gründe. Über viele Jahrhunderte gehörte das Gebiet der heutigen Türkei zum Osmanischen Reich, in dem der Islam eine wichtige Rolle spielte. Mehr dazu kannst du im Kapitel Geschichte der Türkei nachlesen.
Staat und Religion in der Türkei
Die Türkei ist seit 1928 ein sogenannter säkularer Staat. Das bedeutet, dass Religion und Staat offiziell getrennt sind. Der Staat soll also keine bestimmte Religion bevorzugen. Trotzdem spielt Religion im Alltag vieler Menschen weiterhin eine wichtige Rolle.
Jesiden
Jesiden sind Anhänger einer Religion. Sie lebten ursprünglich in Gebieten im Irak, in Syrien und der Türkei. Jesiden dürfen nur untereinander heiraten. Jesiden zählen zum Volk der Kurden. Unter den Kurden sind sie eine religiöse Minderheit, denn die meisten Kurden sind Muslime. Im Norden des Irak werden die Jesiden verfolgt, darum fliehen sie von dort.
Alawiten
Die Alawiten sind eine religiöse Gruppe, die zum schiitischen Islam gehört. Sie leben in Vorderasien. Ihre Gruppierung entstand im 9. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Irak. Sie leben heute hauptsächlich in Syrien, im Libanon und in der Türkei.
Aleviten
Aleviten sind eine Glaubensrichtung, die dem Islam nahe steht. Die Aleviten leben größtenteils in der Türkei, vor allem in Zentralanatolien. Aleviten werden meistens zu den Schiiten gezählt. Sie dürfen nicht mit den Alawiten in Syrien verwechselt werden.
Menschen in der Türkei
In diesem kleinen Video siehst du, wie unterschiedlich Menschen in der Türkei leben.












