Türkei
Wusstest du ...?
..., dass der türkische Präsident mit dem Namen Erdogan auch über die Klimapolitik entscheidet? Und das wesentlich. Denn er hat in der Türkei sehr viel Macht. Er regiert wie ein Autokrat. Beim Thema Klimapolitik ist seine Haltung sehr wichtig. Erdogan setzt weiter auf fossile Energien in der Türkei. Während die Opposition im Land z.B. aus der Kohle aussteigen will, hält der türkische Präsident daran fest.
Wie zeigt sich der Klimawandel in der Türkei?
Die Folgen des Klimawandels äußern sich in der Türkei unterschiedlich. So gibt es oftmals Waldbrände, die große Flächen zerstören. Starkregen mit Überschwemmungen sind ebenso Folgen des Klimawandels in der Türkei. Wenn zeitweise sehr viel Regen fällt, herrscht in manchen Gegenden Wassermangel vor.
Wassermangel als Zeichen des Klimawandels in der Türkei
So leiden viele Seen unter dem Klimawandel. Aufgrund des Klimawandels regnet es zu wenig. Dazu kommt, dass das Grundwasser, aber auch Wasser aus den Flüssen, oft für die Landwirtschaft genutzt wird. Regnet es zu wenig, wird diese "Quelle" angezapft. Wenn es dauerhaft wenig regnet, können sich die Reserven nicht wieder auffüllen. So gibt es immer weniger Grundwasser. Vor allem dann, wenn über einen längeren Zeitraum immer weniger Regen fällt.
Viele dieser Entwicklungen sind nicht ganz neu. Aber sie häufen sich und sind oft keine Ausnahmen mehr, sondern die Regel. Dies ist ein Zeichen, dass sich etwas ändert.
Was tut die Türkei gegen den Klimawandel?
Die Türkei gehört zu den G20-Staaten, also zu den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern der Welt. Diese Länder spielen eine besonders große Rolle beim Schutz des Klimas, weil sie einen großen Teil der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verursachen.
Die Türkei hat das Pariser Klimaschutzabkommen im Jahr 2021 ratifiziert (aktualisiert 2025). Damit war sie tatsächlich das letzte Land der G20, das dem Abkommen offiziell zugestimmt hat. Mit diesem Abkommen verpflichten sich die Staaten, den Klimawandel zu bremsen und die Erderwärmung möglichst auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen.
Klimaziele der Türkei
Die Türkei hat angekündigt, ihre Treibhausgas-Emissionen zu senken und langfristig klimafreundlicher zu werden. Ein wichtiges Ziel ist es, bis zum Jahr 2053 klimaneutral zu werden (aktualisiert 2025). Klimaneutral bedeutet, dass nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als gleichzeitig wieder gebunden werden können.
Kritik an den Maßnahmen
Viele Fachleute sagen jedoch, dass die bisherigen Maßnahmen der Türkei noch nicht ausreichen, um die Klimaziele zu erreichen. Die geplanten Emissionssenkungen gelten als zu gering.
Lange Zeit wollte die Türkei außerdem als Entwicklungsland eingestuft werden. Entwicklungsländer erhalten oft finanzielle Unterstützung, um Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen, weil sie weniger Verantwortung für den Klimawandel tragen als die großen Industrienationen.
Erneuerbare Energien in der Türkei
Die Türkei hätte eigentlich gute Voraussetzungen für erneuerbare Energien. Das Land hat viel Sonnenschein und in manchen Regionen auch starke Winde.
Deshalb werden zunehmend:
- Windkraftanlagen
- Solaranlagen
gebaut. Besonders die Windenergie hat in den letzten Jahren stark zugenommen.
Trotzdem spielt noch immer Kohle eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung des Landes. Deshalb stehen der Türkei beim Klimaschutz noch große Aufgaben bevor.
Schon gewusst?
Die Türkei besitzt eigene Kohlevorkommen, besonders Braunkohle. Weil diese Energiequelle im Land vorhanden ist, wird sie häufig genutzt. Allerdings verursacht Kohle besonders viele Treibhausgase und trägt stark zum Klimawandel bei.
Wer setzt sich in der Türkei für den Klimaschutz ein?
Auch in der Türkei setzen sich Menschen für besseren Klimaschutz und mehr Maßnahmen der Regierung ein. Doch ihr Einfluss ist oft gering. Viele Medien berichten nur über Themen, die der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan gefallen. Immerhin wurde inzwischen die Einfuhr von Müll aus Europa eingeschränkt – ein kleiner Erfolg für den Umweltschutz. Trotzdem wird das Thema Umwelt in der Türkei häufig noch nicht ernst genug genommen, obwohl viele Menschen die Folgen von Umweltkatastrophen selbst erleben.
Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt
Viele Menschen wünschen sich eine starke Wirtschaft – das ist in der Türkei nicht anders als in anderen Ländern. In den letzten Jahren wurde die Wirtschaft stark ausgebaut, oft jedoch auf Kosten von Natur und Umwelt. Besonders die Bauwirtschaft wuchs schnell, und viele Städte wurden modernisiert.
Für all diese Entwicklungen wird viel Energie benötigt. Ein großer Teil dieser Energie stammt aus Kohle, die in der Türkei selbst gefördert wird. Dadurch muss weniger Energie importiert werden. Gleichzeitig entstehen aber viele Treibhausgase, weshalb die Türkei zu den Ländern mit hohen Emissionen gehört. Deutschland liegt übrigens noch davor.





