Iraks Flagge Irak

Die Kolonialmächte und der Irak

Diese drei ehemaligen osmanischen Provinzen bildeten schließlich den Staat Irak. [ © gemeinfrei ]
3 osmanische Provinzen: Irak

Ein entscheidendes Datum für die Region war das Jahr 1908. Warum? In diesem Jahr entdeckte man hier Erdöl. Das weckte das Interesse der damaligen Kolonialmächte, wie zum Beispiel Großbritannien. So erwarb Großbritannien Anteile an türkischen Ölfirmen. Probleme gab es allerdings im Ersten Weltkrieg, als die Türkei auf der Seite des Deutschen Reiches und Großbritannien auf der anderen Seite stand. Ebenso entscheidend war das Jahr 1916, das Jahr, in dem Großbritannien und Frankreich ihre Machtbereiche im Nahen Osten verteilten.

1920 erhielt Großbritannien den Irak als Mandat. Die Briten setzten auch noch einen Nicht-Iraker, nämlich Faisal ibn Hussein, als König ein, der von vielen Irakern nicht anerkannt wurde. Das Königreich Irak bildeten nun drei ehemalige osmanische Provinzen.

Verlierer des Ganzen waren die Kurden, denn ihnen hatte man immer wieder ihre Selbstständigkeit versprochen. Das Abkommen von Lausanne aus dem Jahr 1923 lässt das Thema eines autonomen Kurdenstaates jedoch einfach aus. Die Kurden selbst waren damit natürlich nicht zufrieden und strebten weiter nach Unabhängigkeit. Doch alle Proteste der Kurden wurden mit Gewalt niedergeschlagen.

Eine Unabhängigkeit in Abhängigkeit

Obwohl der Irak 1932 offiziell unabhängig wurde, blieb der britische Einfluss erst einmal bestehen. Doch im Jahr 1958 kam es im Irak zu einer Revolution. Der damalige König namens Feisal II., den die Briten unterstützten, wurde ermordet und das Militär übernahm die Regierung. Eine wichtige Rolle hatte hierbei der irakische General Abd al-Karim Qasim inne. Der Irak wurde zu einer Republik und die Monarchie wurde abgeschafft. Erste Ansätze einer demokratischen Entwicklung waren sichtbar. Doch dies sollte nicht lange dauern. Der Westen und vor allem die USA blickten mit großem Misstrauen auf die Republik Irak.

Aufstieg der Baath-Partei und Saddam Husseins

Die Baath-Partei gewann im Irak an Macht, hier siehst du den Gründer der Parteil Michel Aflaq gemeinsam mit Saddam Hussein im Jahr 1988. [ © gemeinfrei ]
Michel Aflaq und Saddam Hussein

Ab 1961 gewann  eine Partei, die Baath-Partei, immer mehr Macht. Diese gab es nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien.

1968 wurde Hassan al-Bakr Präsident und ein Mann namens Saddam Hussein zu seinem Stellvertreter ernannt. Schon schnell wurde klar, dass alle Selbstständigkeitsbestrebungen der Kurden wieder im Keim erstickt werden sollten. Einen Aufstand der Kurden schlug man brutal nieder.

Ab 1979 war Saddam Hussein der mächtigste Mann im Irak. Er ging vor allem gegen seine Gegner von links vor, also auch gegen Kommunisten. Sein Regime schaltete jegliche Opposition aus und unterdrückte seine Bürger.

Erster Golfkrieg

Der Irak unter Saddam Hussein wollte seine Macht erweitern und nicht nur über den Iran, sondern über große Teile der arabischen Welt herrschen. [ © Roxanna / CC BY 3.0 ]
Ausbreitungsbestreben, Irak

Kurz nach seiner Machtübernahme im Jahr 1979 kam es zum achtjährigen Krieg mit dem Nachbarland Iran, in dem wohl eine Million Menschen getötet wurden. Streitigkeiten mit dem Iran waren der Auslöser, der Hintergrund aber das Vorhaben Saddam Husseins, die iranischen Ölquellen für sich zu gewinnen.

Gleichzeitig strebte er weitere Macht in der Region an. Wer die Ölquellen besaß, war automatisch mächtig. Der Krieg wurde immer grausamer und es kam sogar zum Einsatz von Giftgas seitens des Irak. Dieser Krieg wird auch als der Erste Golfkrieg bezeichnet. Die USA und der Westen unterstützten Saddam Hussein in diesem Krieg gegen den Iran. Doch bei diesem einen Krieg sollte es nicht bleiben.

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letzte Aktualisierung am 11.01.2021