Ruandas Flagge Ruanda

Viele Menschen leben in Ruanda von der Landwirtschaft und bauen Gemüse und Obst an. [ © Joachim Huber / CC BY-SA 2.0 ]
Landwirtschaft, Ruanda
Viele Produkte werden in Ruanda für den Eigenverbrauch angebaut, der Rest wandert auf die Märkte. Nur wenig gelangt in den Export. [ © Antoshananarivo / CC BY-SA 4.0 ]

Landwirtschaft in Ruanda

Obwohl Ruanda große Anstrengungen unternimmt, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln, zählt es immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Bürgerkrieg hat seine Spuren hinterlassen, das Bevölkerungswachstum ist hoch und auch der Klimawandel hat negative Auswirkungen auf das kleine Land. Viele Menschen können gar keine Steuern an den Staat zahlen, der das Geld dringend dafür bräuchte, Schulen, Krankenhäuser oder neue Straßen zu bauen.

Die meisten Menschen leben in Ruanda immer noch von der Landwirtschaft. 93 von 100 Menschen arbeiten in diesem Bereich. Sie bauen die meisten Produkte allerdings weniger für den Export, sondern für den Eigenbedarf an. Doch oftmals sind die Felder so klein, dass es nicht gelingt, eine Familie davon zu ernähren.

Ausgeführt werden Kaffee und Tee, dazu kommen Bananen, Bohnen, Mais und Süßkartoffeln. Ausgeführt werden ebenfalls Kupfer, Coltan, Schnittblumen und Fisch. Zur Selbstversorgung werden außerdem Maniok, Hirse und Erbsen angebaut.

Das Problem Ruandas liegt aber auch darin, dass mehr Produkte ein- als ausgeführt werden. Zu den eingeführten Produkten zählen Maschinen und Fahrzeuge, aber auch Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse.

Viele Produkte, die auf die Wand aufgemalt sind, kennst du vielleicht auch. Sie müssen zum großen Teil eingeführt werden. [ © Antoshananarivo / CC BY-SA 4.0 ]
Prdukte, Lebensmittelmarkt, Ruanda
Das Wasser muss in Ruanda oft noch mittels Kanistern von der Quelle in die Dörfer transportiert werden. [ © Jon Gos / CC BY 2.0 ]
Wasser, Kanister, Ruanda

Der Strom fehlt häufig

Ruander halten zwar Vieh, aber auch dies dient in erster Linie der Selbstversorgung. Der Dienstleistungsbereich wächst aber auch in Ruanda und hat einen höheren Anteil am BIP als die Landwirtschaft. Die Industrie ist nicht besonders stark entwickelt. Im Kiwu-See hat man Methangas gefunden, das mittlerweile auch verstärkt gefördert wird.

Es gibt zu wenig Strom im Land. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ist überhaupt an das Stromnetz angeschlossen. Der Strom wird in erster Linie aus Wasserkraft gewonnen. Doch der wachsende Bedarf kann immer noch nicht gedeckt werden. So wird der Strom häufig abgeschaltet. Gekocht wird meist mit Holz oder Holzkohle, was wieder schlecht für die Umwelt ist. 

Trinkwasser und Transport - schlecht!

Der Zugang zu Trinkwasser ist schlecht. Zwar gibt es in Ruanda aufgrund der Niederschläge ausreichend Wasser, doch dieses muss ja irgendwie zu den Menschen gelangen. Aber es ist nicht einfach, Trinkwasserleitungen durch die Hügellandschaften Ruandas zu bauen. Eine Wasserentsorgung gibt es zumindest in den ländlichen Regionen fast keine. 

Die Lage Ruandas blockiert ebenfalls die wirtschaftliche Entwicklung, es fehlen die Transportmöglichkeiten wie Eisenbahnen. Viele Waren müssen mittels Lastwagen transportiert werden. Wichtige Handelspartner Ruandas sind Kenia, Uganda, die Demokratische Republik Kongo, China, Großbritannien, Deutschland, Belgien sowie die USA.

Pläne für eine wachsende Wirtschaft

Ruanda unternimmt viele Anstrengungen, mehr Touristen ins Land zu locken. [ © Dave Proffer / CC BY 2.0 ]

Ruanda strengt sich an, den Tourismus auszubauen. Die Nationalsparks mit den Schutzregionen für Wildtiere sowie eine vielfältige und reizvolle Landschaft sollen Touristen anziehen. Der Tourismus ist mittlerweile auch zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden.

Ruanda hat sich als Ziel gesteckt, im Jahr 2020 nicht mehr zu den armen Ländern der Welt zu zählen. So ist es zum Beispiel bisher das einzige afrikanische Land, das eine Krankenversicherung eingeführt hat. Gleichzeitig plant man, auch die IT-Wirtschaft auszubauen, die Landwirtschaft zu modernisieren und neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft auf dem Land zu schaffen.

letzte Aktualisierung am 15.05.2020