Ruandas Flagge Ruanda

Landwirtschaft in Ruanda

Obwohl Ruanda große Anstrengungen unternimmt, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln, zählt es immer noch zu den ärmeren Ländern der Welt. DerVölkermord von 1994 hat seine Spuren hinterlassen, das Bevölkerungswachstum ist hoch und auch der Klimawandel hat negative Auswirkungen auf das kleine Land. Viele Menschen können gar keine Steuern an den Staat zahlen, der das Geld dringend dafür bräuchte, Schulen, Krankenhäuser oder neue Straßen zu bauen. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind groß. Obwohl sich in den letzten Jahren die wirtschaftliche Situation verbessert hat, erreichen die Verbesserungen nicht alle Menschen gleichermaßen.

Die meisten Menschen leben in Ruanda immer noch von der Landwirtschaft. Etwas mehr als 70 von 100 Menschen arbeiten in diesem Bereich. Sie bauen die meisten Produkte allerdings weniger für den Export, sondern für den Eigenbedarf an. Doch oftmals sind die Felder so klein, dass es nicht gelingt, eine Familie davon zu ernähren.

Ausgeführt werden Kaffee und Tee, dazu kommen Bananen, Bohnen, Mais und Süßkartoffeln. Außerdem werden auch Kupfer, Coltan, Schnittblumen und Fisch in andere Länder verkauft. Zur Selbstversorgung werden außerdem Maniok, Hirse und Erbsen angebaut.

Das Problem Ruandas liegt aber auch darin, dass mehr Produkte ein- als ausgeführt werden. Zu den eingeführten Produkten zählen Maschinen und Fahrzeuge, aber auch Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse. 

Der Strom fehlt häufig

In Ruanda halten die meisten Menschen zwar Vieh, aber dies dient vor allem der Eigenversorgung. Der Dienstleistungsbereich wächst und trägt inzwischen stärker zum BIP bei als die Landwirtschaft. Die Industrie ist dagegen noch schwach entwickelt. Im Kiwusee wurde Methangas entdeckt, das mittlerweile verstärkt gefördert wird.

Der Zugang zu Strom ist noch begrenzt: Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind an das Stromnetz angeschlossen. Der Strom stammt hauptsächlich aus Wasserkraft, kann den steigenden Bedarf aber noch nicht vollständig decken. In vielen Haushalten wird weiterhin mit Holz oder Holzkohle gekocht, was die Umwelt belastet.

Trinkwasser und Transport - leider nicht nicht gut genug!

Der Zugang zu Trinkwasser ist schlecht. Zwar gibt es in Ruanda aufgrund der Niederschläge ausreichend Wasser, doch dieses muss ja irgendwie zu den Menschen gelangen. Aber es ist nicht einfach, Trinkwasserleitungen durch die Hügellandschaften Ruandas zu bauen. Eine Wasserentsorgung gibt es zumindest in den ländlichen Regionen fast keine. 

Die Lage Ruandas blockiert ebenfalls die wirtschaftliche Entwicklung, es fehlen die Transportmöglichkeiten wie Eisenbahnen. Viele Waren müssen mittels Lastwagen transportiert werden. Wichtige Handelspartner Ruandas sind Kenia, Uganda, die Demokratische Republik Kongo, China, Großbritannien, Deutschland, Belgien sowie die USA.

Aber die Wirtschaft wächst

Ruanda bemüht sich, den Tourismus auszubauen. Die Nationalparks mit Schutzgebieten für Wildtiere und die vielfältige Landschaft sollen Touristen anziehen. Mittlerweile ist der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden.

Das Land verfügt über eine stabile Regierung, die eine Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum ist. Viel Geld wird in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt, vor allem in den Wohnungsbau. Dank der stabilen politischen Lage investieren auch ausländische Firmen in das kleine Binnenland. Viele Experten gehen davon aus, dass Ruandas Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter wachsen wird.

Ruanda war eines der ersten afrikanischen Länder mit einer landesweiten Krankenversicherung. Gleichzeitig plant das Land, die IT-Wirtschaft auszubauen, die Landwirtschaft zu modernisieren und neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft zu schaffen. Ruanda wird zudem immer häufiger als Standort für internationale Konferenzen genutzt.

Auch die deutsche Firma Biontech, die unter anderen einen Wirkstoff gegen den Corona-Virus gefunden hatte, investiert in Ruanda. Hier sollen in Zukunft Impfstoffe gegen verschiedene Krankheiten hergestellt werden. 

Herausforderungen für die wirtschaftliche Entwicklung sind die Binnenlage des Landes sowie seine hohe Bevölkerungsdichte.

letzte Aktualisierung am 20.03.2026