Burkina Fasos Flagge Burkina Faso

Ur- und Frühgeschichte

Dort, wo heute der Staat Burkina Faso liegt, lebten schon in der Steinzeit Menschen.  Zunächst waren es Jäger und Sammler, die umherzogen, später wurden sie sesshaft. Sie bauten Häuser und betrieben Ackerbau.

Das ist die Bronzefigur eines Mossi-Kriegers.[ © Geehard Haubold / CC BY-SA 3.0 ]
Mossi-Krieger, Bronzeguss nach verlorener Form von Derme Seini

Mossi-Reiche

Im 12. Jahrhundert begann eine Zeit der großen Wanderungen in Westafrika. Völker aus dem Süden (heute Ghana) und Norden (heute Mali) kamen in die Region des heutigen Burkina Faso. Im 15. Jahrhundert kamen die Mossi - heute die größte Volksgruppe in Burkina Faso - aus dem Norden Ghanas. Sie gründeten vermutlich 19 Reiche.

Das erste dieser Mossi-Reiche hieß Tenkodogo. Größere Bedeutung besaß auch Yatenga. Das größte der Mossi-Reiche hieß Königreich Wogdgo und hatte seine Hauptstadt in Ouagadougou (der heutigen Hauptstadt von Burkina Faso). Die Mossi-Reiche gab es nebeneinander, nur für kurze Zeit gab es Anfang des 16. Jahrhunderts ein einziges zusammenhängendes Reich. Die Könige der Mossi-Reiche heißen Naaba.

Weitere Reiche

Die Karte zeigt die westafrikanischen Reich um 1875. Gurma ist ein anderes Wort für Gulmu. Ouagadougou ist das Reich Wogdgo.[ © Nicolas Eynaud / CC BY-SA 4.0 ]
Karte von Westafrika 1875

Nicht nur die Mossi-Reiche gab es auf dem Boden von Burkina Faso, sondern noch weitere Reiche. So gründeten die Gulmancema dort, wo sie heute noch leben, im Osten von Burkina Faso, ihr Reich Gulmu (auf der Karte mit Gurma bezeichnet). Auch ihr Ursprung liegt im Norden von Ghana.

Um 1810 gründeten die Fulbe im Norden ein Reich, das Emirat Liptako. Ein Teil von Liptako wurde 1827 von Tuareg erobert. Der Westen von Burkina Faso stand im 18. Jahrhundert unter der Herrschaft des Kong-Reichs, das sein Zentrum in der heutigen Elfenbeinküste hat.

Briefmarke der Kolonie Obersenegal und Niger 1914[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Briefmarke der Kolonie Obersenegal und Niger 1914

Französische Kolonialzeit: Obervolta

Während an der westafrikanischen Küste schon ab dem 16. Jahrhunderts viele Europäer landeten, Handel trieben und Festungen errichteten, blieb das Hinterland noch lange ohne europäischen Einfluss. Ende des 19. Jahrhunderts aber spitzte sich der "Wettlauf um Afrika" zu. Es waren schließlich die Franzosen, die ihn in Burkina Faso gewannen. 1891 schloss Liptako einen "Schutzvertrag" mit Frankreich, 1895 folgte Gulmu, 1896 eroberten die Franzosen das Königreich Wogdgo, zuletzt wurden die Tuareg militärisch besiegt.

1904 wurde das heutige Burkina Faso zunächst Teil der Kolonie "Obersenegal und Niger". 1919 wurde dann die neue Kolonie Obervolta gegründet. 1932 wurde die Kolonie unter den Nachbarkolonien aufgeteilt, weil sie sich wirtschaftlich nicht so entwickelte wie gewünscht. Man wollte nun die Einwohner Obervoltas als billige Arbeitskräfte an die Küstenkolonien schicken.

1947 wurde die Kolonie Obervolta in den heutigen Grenzen wiederhergestellt, nachdem vor allem die Mossi darauf gedrängt hatten. Auch die Haltung gegenüber den Kolonien hatte sich verändert und die Bestrebungen nach Unabhängigkeit nahmen wie überall in Afrika zu.

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letzte Aktualisierung am 30.04.2020