Dominicas Flagge Dominica

Grün war es auf Dominica auch schon vor vielen hundert Jahren.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Dominica, Landschaft

Wer lebte vor der Ankunft der Europäer auf Dominica?

Erstmals besiedelt wurde Dominica um 4000 v. Chr. von Saladoiden aus Südamerika. Um das Jahr 800 kam mit den Taino vom Volk der Arawak eine zweite Einwanderungswelle auf die Insel. Diese wurden wiederum im 13. Jahrhundert von den Insel-Kariben verdrängt, den Kalinago. Sie beherrschten die Insel von nun an.

Bei seiner zweiten Reise erblickte Kolumbus Dominica, setzte aber keinen Fuß an Land. Klick auf die Karte![ © Roke / CC BY-SA 3.0 ]
Zweite Reise von Kolumbus

Ankunft der Europäer

Am 3. November des Jahres 1493 entdeckte Kolumbus die Insel und nannte sie nach dem Wochentag der Entdeckung Dominica: Sonntag. An Land ging er aber nicht. Dominica wurde zur letzten von Europäern kolonisierten Insel, weil der Widerstand der Bewohner so groß war. Die Insel-Kariben (Kalinago) wollten ihre Heimat nicht kampflos abtreten. So dauerte es mehr als einhundert Jahre, bis sich schließlich Siedler niederließen. Sie kamen aus Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Dominica wird französische Kolonie

Die Spanier verließen die Insel wieder, doch zwischen Frankreich und Großbritannien ging der Besitz der Insel nun hin und her. 1660 einigte man sich zunächst, die Insel ihren Bewohnern, den Kariben, zu überlassen. 1690 gab es dennoch die ersten Siedler, die auf Dauer blieben. Es waren Franzosen, die Bäume abholzten und zu Geld machten. Sie brachten die ersten Sklaven aus Westafrika nach Dominica. 1715 kamen weitere Siedler in den Süden der Insel, die aus Martinique flohen und Gehöfte aufbauten. Auch aus Guadeloupe kamen Siedler, jedoch mehr in den Norden. 1727 wurde Dominica französische Kolonie. Plantagen vor allem für Kaffee wurden angelegt. Mehr und mehr Sklaven kamen an.

Dominica wird britische Kolonie

Das Gemälde zeigt einen Markttag auf Dominica. Es wurde 1780 von Agostino Brunias gemalt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]

Während des Siebenjährigen Krieges eroberten Briten neben anderen Inseln der Karibik auch Dominica. Bei Kriegsende trat Frankreich schließlich Dominica an Großbritannien ab. 1778 aber eroberte Frankreich die Insel zurück, 1783 erfolgte die Rückgabe an Großbritannien. Weitere Eroberungsversuche von Frankreich schlugen fehl.

1805 wurde Dominica endgültig zur britischen Kolonie. 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft und die Sklaven in die Freiheit entlassen. Im 20. Jahrhundert erhielt Dominica mehr Rechte. Parteien wurden gegründet, ein gleiches Wahlrecht wurde 1951 eingeführt (vorher durften nur die reicheren Leute wählen). 1967 durfte sich die Insel selbst verwalten, die Außenpolitik blieb bei Großbritannien. Am 3. November 1978 wurde Dominica schließlich in die Unabhängigkeit entlassen.

Roosevelt Skerrit wurde 2004 Ministerpräsident von Dominica.[ © [mjones] / CC BY-SA 3.0 ]
Roosevelt Skerrit, Ministerpräsident von Dominica

Von der Unabhängigkeit bis heute

Erster Ministerpräsident wurde Patrick John. Seiner Regierung wurde bald Bestechlichkeit vorgeworfen und es kam zu Demonstrationen auf der Insel, die blutig niedergeworfen wurden. Patrick John musste schließlich schon 1979 zurücktreten. 1980 kam mit Mary Eugenia Charles erstmals eine Frau in der Karibikregion in das Amt der Regierungschefin. Immerhin 15 Jahre blieb sie auf diesem Posten. Nach dem plötzlichen Tod von Pierre Charles kam 2004 Roosevelt Skerrit ins Amt. Er gehört der dominicanischen Arbeiterpartei an.

Immer wieder hatte Dominica mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. In einigen Jahren zerstörten Hurrikane viele Häuser und richteten großen Schaden an. So zerstörte Hurrikan David 1979 drei Viertel aller Wohnhäuser. In den 1990er Jahren fielen die Bananenpreise, was ebenfalls zu Problemen führte.

letzte Aktualisierung am 15.04.2020