Montenegros Flagge Montenegro

Von der Rente kann man in Montenegro kaum leben. Viele Menschen arbeiten bis ins hohe Alter.[ © Raymond Zoller / CC BY-SA 2.0 ]
Betagte Arbeiter in Montenegro

Wirtschaftliche Entwicklung

Vor dem Ersten Weltkrieg verdienten die meisten Menschen in Montenegro ihr Geld in der Landwirtschaft. Der Großteil an industriellen Stätten, die bis dahin bestanden, war nach dem Krieg zerstört. Aufwärts ging es für die Wirtschaft dann im sozialistischen Jugoslawien. In den 1980er Jahren wurde die Produktivität der Wirtschaft Montenegros enorm gesteigert. Es entstanden zum Beispiel eine Fabrik für die Verarbeitung von Aluminium, ein Stahlwerk und eine Kühlschrankfabrik.

Trotzdem war Montenegro gegenüber den anderen jugoslawischen Teilrepubliken wirtschaftlich ein wenig schwächer. Während des Jugoslawienkrieges wurde Montenegro von westlichen Staaten abgeschnitten. Bis heute gibt es wenige Firmen aus Westeuropa im Land.

Ein Kreuzfahrtschiff ankert im Hafen vor Kotor.[ © Rob / CC BY-ND 2.0 ]
Kreuzfahrtschiff in Montenegro

Währung und Wirtschaftszweige in Montenegro

Heute hat das Land eine Marktwirtschaft, ähnlich der in Deutschland. Der Umbau der Wirtschaft in diese Richtung fand zu Zeiten der "Bundesrepublik Jugoslawien" statt, die Montenegro zusammen mit Serbien von 1992 bis 2003 bildete. 2002 wurde auch der Euro in Montenegro eingeführt. Zuvor galt die Deutsche Mark als Währung. Obwohl Montenegro kein Mitglied der EU und der Eurozone ist, nutzte es den Euro mit seiner Einführung. Das Land besitzt bis heute keine eigene Währung. Vier Bereiche sind für die Wirtschaft dabei besonders wichtig, nämlich Tourismus, Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Seeschifffahrt. 

Tourismus

Die montenegrinischen Strände ziehen so einige Touristen an.[ © taver / CC BY-ND 2.0 ]
Petrovac na Moru, Budva, Montenegro

Der Tourismus ist ein wichtiges Wirtschaftsfeld von Montenegro. Schon in den 1920er Jahren kamen viele Touristen nach Montenegro, um in dem Land Urlaub zu machen und an den schönen Stränden zu liegen. In den 1930er Jahren wurde der montenegrinische Strand von Becici sogar zum schönsten in Europa gekürt.

Das funktionierte so lange, bis der Jugoslawienkrieg ausbrach. Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen erholte sich der Tourismus nur langsam wieder. In Montenegro kann man übrigens nicht nur am Meer in der Sonne liegen, sondern auch wunderbar Skifahren! Die vielen Berge des Landes bieten dafür perfekte Voraussetzungen.

Landwirtschaft

Eine Schäferin treibt ihre Schafe in Zabljak.
[ © Mario Micklisch / CC BY 2.0 ]
Schäferin, Montenegro

Montenegro ist ein sehr bergiges Land und über 40 Prozent der Fläche erstreckt sich Wald. Deshalb ist es gar nicht so einfach, dort Landwirtschaft zu betreiben, denn es sind nur wenige Flächen dafür nutzbar. Die Landwirtschaft Montenegros ist aber nicht wegen ihrer Masse an Produkten so wichtig, sondern weil die kleineren Mengen besonders gut und vielfältig sind.

Es gibt um die 400 Pflanzenarten in Montenegro, die industriell oder für die Medizin verarbeitet werden. An den Küsten wird Obst wie Pflaumen, Orangen, Oliven oder Trauben geerntet. Bienen liefern wertvollen Honig und der Wein Vranac und Krstac ist auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

letzte Aktualisierung am 06.04.2020