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Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen - die Wirtschaftssektoren in Sachsen-Anhalt

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Sachsen-Anhalt liegt bei 61 Prozent.[ © Quelle: pixabay.com ]
Landwirtschaftliche Betriebe Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt wird auch Raps angebaut.[ © Quelle: pixabay.com ]
Raps in Sachsen-Anhalt
An der Unstrut wird Wein angebaut. Auch er gehört zur Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt.[ © Quelle: pixabay.com ]
Weinanbau in Sachsen-Anhalt
Diese Kühe leben in der Börde.[ © Quelle: pixabay.com ]
Kühe in der Börde
Diese LPG in der Altmark wird nicht mehr bewirtschaftet.[ © Quelle: pixabay.com ]
Ehemalige LPG in Sachsen-Anhalt

Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt

Die Landwirtschaft erwirtschaftet etwa 2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Bundeslandes. Das klingt wenig, ist aber ein recht hoher Wert im Vergleich mit anderen Bundesländern oder dem Durchschnittswert in Deutschland, der nur bei 0,7 Prozent liegt. Sachsen-Anhalt gilt als Kornkammer Deutschlands. Rund 61 Prozent der gesamten Bundeslandfläche wird landwirtschaftlich genutzt.

Bedeutung hat die Landwirtschaft aber auch über ihren eigentlichen Bereich hinaus, nämlich in der Nahrungsmittelindustrie. Dort werden die Lebensmittel weiterverarbeitet, die in der Landwirtschaft produziert wurden. In der der Magdeburger Börde findet man darum einige Zuckerfabriken und Firmen der Getreideverarbeitung, in der Altmark wird verarbeitet, in Halle Fleisch.

Ackerbau und Grünland

Von der landwirtschaftlich genutzten Fläche entfallen 85 Prozent auf Ackerland und 15 Prozent auf Dauergrünland. Dauergrünland sind meistens Wiesen, die als Weide für Vieh oder zum Anbau von Gras für Heu genutzt werden. Auf knapp einem Drittel der Ackerfläche (27 Prozent) wird Winterweizen angebaut. Auf 13 Prozent der Anbaufläche wächst Winterraps, auf 11 Prozent Mais. Wintergerste macht 8 Prozent aus, Roggen 6 Prozent und Zuckerrüben 3 Prozent (Zahlen von 2016).

Weizen und Zuckerrüben werden vor allem auf den fruchtbaren Böden der Magdeburger Börde angebaut. Dazu kommen Obst und Gemüse. Auf den nährstoffärmeren Böden werden Kartoffeln, Roggen und Futtermittel angebaut.

Spargel ist ein typisches Anbauprodukt in der Altmark. An der Unstrut an den Hängen wird Wein angebaut. Der Harz hingegen wird vor allem forstwirtschaftlich genutzt.

Tierhaltung

Tierhaltung spielt eine eher kleine Rolle in der sachsen-anhaltinischen Landwirtschaft. Dafür sind die Betriebe, die Schweine oder Hühner halten, sehr groß. Viehwirtschaft wird vor allem im Süden des Bundeslandes betrieben, in den Ausläufern der Leipziger Tieflandsbucht im Südosten von Sachsen-Anhalt. Größere Weiden gibt es auch in der Altmark.

1.103.300 Schweine wurden 2021 in Sachsen-Anhalt gehalten. Ihre Zahl blieb in den letzten Jahren in etwa gleich. Bei Rindern und Schafen geht die Zahl jedoch zurück. 2021 waren es 284.827 Rinder und 58.300 Schafe. Am gesamtdeutschen Rinderbestand hatte Sachsen-Anhalt einen Anteil von 2,6 Prozent. Dazu kommen rund 11 Millionen Hühner.

Betriebsanzahl und -größe

Es gibt rund 4300 landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen-Anhalt. Im Durchschnitt bewirtschaftet jeder Betrieb 278 Hektar Land (Stand 2020). Das ist ein hoher Wert. Der Durchschnittswert für Deutschland liegt wesentlich niedriger.

Der Grund dafür liegt in der Geschichte. Zu DDR-Zeiten wurden hier nämlich Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs) aufgebaut, die große Flächen erhielten. Sie blieben in anderer Rechtsform häufig auch nach der Wiedervereinigung bestehen.

Hier entstehen gerade neue Gebäude für Industrie in Sachsen-Anhalt, und zwar in Zeitz.[ © Quelle: pixabay.com ]
Industrie in Zeitz
Leuna war schon zu DDR-Zeiten ein Zentrum der Industrie in Sachsen-Anhalt.[ © Quelle: pixabay.com ]
Industrie in Leuna

Industrie in Sachsen-Anhalt

Die Industrie erwirtschaftet in Sachsen-Anhalt rund 33 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Von Vorteil sind die zentrale Lage in Deutschland und Europa sowie eine gute Anbindung über Autobahnen und Wasserstraßen. Bedeutende Industriezweige sind die Chemie-, Mineralöl- und Pharmaindustrie, Maschinenbau, Automobilzulieferer und die Metallindustrie. Auch die Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist bedeutend.

In der Nahrungsmittelindustrie arbeiten 23.000 Beschäftigte. Beim verarbeitenden Gewerbe sind sie die umsatzstärkste Branche. Ein Drittel des Umsatzes entfällt auf Schlachtbetriebe und Fleischverarbeitung. Lieken stellt in der Lutherstadt Wittenberg Backwaren her, außerdem gibt es hier eine Margarinefabrik. Zetti produziert Süßwaren in Zeitz. In Halle produziert Halloren Schokolade, Kathi Backmischungen und Mehl. Grundlage für die blühende Nahrungsmittelindustrie sind die guten Böden im Bundesland.

Auch der Tourismus spielt eine Rolle in der Wirtschaft. Die beliebtesten Reiseziele in Sachsen-Anhalt sind der Harz und das Harzvorland mit Städten wie Quedlinburg und Wernigerode, Magdeburg und Halle (Saale) sowie die Umgebung der beiden großen Städte. 2019 kamen 3,6 Millionen Gäste. Es gab 8,45 Millionen Übernachtungen.

Geschäfte zählen auch zu den Dienstleistungen. Diese Läden stehen in der Lutherstadt Wittenberg.[ © Quelle: pixabay.com ]
Geschäfte in Wittenberg

Dienstleistungen in Sachsen-Anhalt

Dienstleistungen erwirtschaften rund 65 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Das ist zwar der größte Anteil, wie es in den westlichen Industrienationen normal ist, aber dennoch weniger als etwa der bundesdeutsche Durchschnitt, der bei rund 70 Prozent liegt. Die Bedeutung der Dienstleistungen ist aber auch hier stark gestiegen, während Arbeitsplätze in der Industrie seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen sind. Zu den Dienstleistern zählen Banken, Versicherungen, Geschäfte, Gärtnereien, Friseure, Reisebüros, Post, Hotels, Restaurants und vieles mehr.

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letzte Aktualisierung am 16.03.2022