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Inhalt: Städte in Sachsen-Anhalt

Magdeburg ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Die Elbe fließt durch sie hindurch.[ © Quelle: pixabay.com ]
Magdeburg
Bei Niedrigwasser der Elbe wird der Domfelsen sichtbar. Auf ihm wurde der Dom erbaut.[ © Quelle: pixabay.com ]
Elbe in Magdeburg bei Niedrigwasser
Der Dom ist Magdeburgs Wahrzeichen. Er steht nah an der Elbe auf dem Domfelsen.[ © Quelle: pixabay.com ]
Magdeburger Dom

Magdeburg - Steckbrief und Porträt

Magdeburg liegt recht zentral im Bundesland Sachsen-Anhalt und ist dessen Landeshauptstadt. Sie liegt im Norddeutschen Tiefland am östlichen Rand der Magdeburger Börde und wird von der Elbe durchflossen. Mit 239.970 Einwohnern (Stand 31.12.2021) ist die Stadt nach Halle die zweitgrößte Stadt Sachsen-Anhalts.

Magdeburg ist eine kreisfreie Stadt, gehört also nicht zu einem Landkreis. Im Westen liegt der Landkreis Börde, im Osten der Landkreis Jerichower Land und im Süden der Salzlandkreis. Magdeburg selbst ist in 40 Stadtteile geteilt.

Magdeburg liegt an der Elbe. Sie durchfließt die Stadt von Süden nach Norden, und das auf einer Länge von 21 Kilometern. Doch nicht nur die Elbe fließt durch die Stadt, sondern auch die Alte Elbe, ein alter Flussarm. Der zweigt im Süden von Magdeburg von der Elbe ab und fließt nach 5 Kilometern wieder mit ihr zusammen. Dadurch bildet er eine Strominsel mitten in der Stadt. Auf dieser Insel liegt der Stadtpark Rotehorn.

Hochwasser der Elbe verursacht immer wieder schwere Überflutungen wie etwa 2013. Auf der anderen Seite ist sie Anziehungspunkt für Touristen, die Schiffstouren auf der Elbe unternehmen oder auf dem Elberadweg fahren, sowie ein wirtschaftlicher Faktor. Durch den Schnittpunkt der Elbe mit dem Mittellandkanal  - dem Wasserstraßenkreuz Magdeburg - liegt Magdeburg sehr günstig für den Schiffsverkehr. Die Anzahl der Güterschiffe geht jedoch zurück, während die der Fahrgastschiffe steigt.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Magdeburger Dom. Um 1207 wurde mit dem Bau begonnen, 1363 wurde er geweiht, erst 1520 war er ganz fertig. Er wurde im Stil der Gotik erbaut. Der römisch-deutsche Kaiser Otto I. (Otto der Große) ist hier begraben. Die beiden Türme (99 und 81 m hoch) sind weithin sichtbar. Im Nordturm befindet sich eine Aussichtsplattform.

Der Magdeburger Reiter ist ein vergoldetes Reiterstandbild.[ © Quelle: pixabay.com ]
Magdeburger Reiter
Das Hundertwasserhaus ist eine beliebte Sehenswürdigkeit in Magdeburg.[ © Quelle: pixabay.com ]
Hundertwasserhaus in Magdeburg

Was kann man in Magdeburg sehen und machen?

Der Magdeburger Dom ist einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen in der Stadt. Er ist durch seine Größe sehr beeindruckend. Von hier ist es nicht weit bis zum Hundertwasserhaus. Diese "Grüne Zitadelle" ist das letzte Gebäude, an dem der Künstler Friedensreich Hundertwasser arbeitete. 2005 wurde es fertig.

Am Alten Markt findet man den Magdeburger Reiter, ein vergoldetes Reiterstandbild, das womöglich Otto I. darstellen soll. Am Schleinufer entlang führt der Weg zum Anleger der Weißen Flotte, mit der man auf der Elbe schippern kann.

Auf der anderen Seite der Elbe liegt der Elbauenpark. Er entstand zur Bundesgartenschau 1999. Attraktionen im Park sind der Jahrtausendturm, eine Sommerrodelbahn, ein Schmetterlingshaus, eine Seebühne, ein Irrgarten und ein Kletterpark. Am Rand des Parks liegt das Erlebnisbad Nemo.

Ein weiterer Anziehungspunkt vor allem für Familien ist der Zoo. Er befindet sich im Norden der Stadt. Giraffen, Nashörner, Leoparden, Tapire, Ameisenbären und Tiger leben hier. In Africambo kann man Elefanten, Warane und Mangusten beobachten. Mehrere Anlagen sind begehbar, zum Beispiel die Australienvoliere.

Anlaufpunkt für die Freizeit ist auch der Stadtpark Rotehorn auf der Elbinsel. Er ist auch zu Fuß über Brücken erreichbar. Hier gibt es einen 60 Meter hohen Aussichtsturm, einen Skatepark und das Museumsschiff Württemberg, ein Raddampfschlepper. Wer sich für Architektur interessiert, sollte sich die Hyparschale angucken, ein typischer Schalenbau von Ulrich Müther. Auch eine See gibt es, den Adolf-Mittag-See.

Die Skulptur zeigt den Versuch, zwei leergepumpte Halbkugeln von Pferden auseinanderzuziehen. Das Denkmal wurde auf dem Ratswaageplatz aufgestellt.[ © Clemensfranz / CC BY-SA 4.0 ]
Magdeburger Halbkugeln

Was kommt aus Magdeburg?

Ein berühmter Einwohner Magdeburgs war Otto von Guericke. Der Erfinder und Physiker wurde hier 1602 geboren. Er war auch Ratsherr und Bürgermeister. Er interessierte sich besonders für den Einsatz von Druckluft. Und so erfand er eine Luftpumpe, genauer gesagt die Hubkolbenpumpe, mit der er Luft pumpte, sodass ein Vakuum entstand.

Mit dem Versuch der Magdeburger Halbkugeln bewies er die Kraft des Luftdrucks. Dafür ließ er zwei Halbkugeln zusammenlegen und pumpte dann die Luft über ein Ventil heraus. Vor jede Halbkugel wurden Pferde gespannt, die die Halbkugeln auseinanderreißen sollten, aber die Pferde schafften das nicht. Er bewies damit auch, dass es ein Vakuum gibt, einen luftleeren Raum.

Magdeburg lag im Ostfrankenreich an der östlichen Grenze.[ © Furfur / CC BY-SA 4.0 ]
Karte Ostfrankenreich

Kurze Geschichte von Magdeburg

Erstmals urkundlich erwähnt wird Magdeburg im Jahr 805 als Magadoburg. Der Ort lag im Frankenreich und gehörte dort zum Stammesherzogtum Sachsen. Östlich der Elbe wohnten damals die Slawen. Magadoburg war ein Handelsplatz und Karl der Große verbot nun den Orten an der Grenze Waffenhandel mit den Slawen zu betreiben.

Zur Blüte brachte dann Otto I. den Ort. Noch vor seiner Krönung heiratete er im Jahr 929 die englische Königstochter Editha und schenkte ihr Magdeburg als sogenannte Morgengabe (ein Geschenk des Bräutigams an seine Braut). Otto wurde nach dem Tod seines Vaters Heinrich I. im Jahr 936 dann König im Ostfrankenreich.

Erzbistum

Ein Erzbistum ist eine Kirchenprovinz, die aus mehreren Bistümern besteht. In Deutschland gibt es zurzeit sieben solcher Erzbistümer: Köln, München-Freising, Freiburg, Paderborn und Bamberg sowie Berlin und Hamburg. Berlin und Hamburg wurden erst nach der deutschen Einheit wieder zu Erzbistümern. Früher waren auch Mainz, Magdeburg und Trier Erzbistümer. Heute gehören sie als Bistümer zu anderen Kirchenprovinzen. Die Grenzen und Zusammensetzungen der Kirchenprovinzen sind also veränderbar.

Nur ein Jahr später gründete Otto in Magdeburg das Mauritiuskloster, das er reichlich beschenkte und als Familiengrablege bestimmte. An der Stelle der Klosterkirche entstand später der Dom. 968 wurde Magdeburg auf Betreiben Ottos zum Erzbistum erklärt. Adalbert wurde der erste Erzbischof. Magdeburg war damit ein wichtiges Zentrum des Reiches und diente als befestigter Ort auch der Abwehr der Slawen im Osten. Wichtige Handelsstraßen verbanden die Stadt mit anderen Orten.

Im 12. Jahrhundert entwickelte sich in der Stadt das Magdeburger Recht. 1188 wird es erstmals erwähnt. Diese Form des Stadtrechts erwies sich als so praktisch, dass viele andere Städte es vor allem im Zuge der Ostsiedlung übernahmen. Es vereinfachte zum Beispiel Gerichtsverfahren und regelte Kaufmanns-, Erb- und Strafrecht.

Mehrere Jahrhunderte gab es Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und der Stadt einerseits, und dem Erzbischof und dem Erzbistum andererseits. Im Jahr 1294 kauften die Magdeburger Bürger dem Erzbischof das Recht ab, die Ämter des Schultheiß (eine Art Richter) und des Burggrafen (so etwas wie der Stellvertreter des Landesherrn) selbst zu besetzen. Der Rat der Stadt übernahm die Verwaltung.

Um 1600 war Magdeburg eine blühende Handelsstadt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Magdeburg um 1600
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg 1631 vollkommen zerstört.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Magdeburger Hochzeit
Die Zeichnung zeigt einen Teil der Festung Magdeburg: unten die Turmschanze, in der Mitte die zitadelle, oben die Stadt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Magdeburg als preußische Festung
Im Zweiten Weltkrieg wurde Magdeburg zu sehr großen Teilen zerstört.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Magdeburg im zweiten Weltkrieg

Etwa zur gleichen Zeit wurde Magdeburg Mitglied der Hanse. Magdeburg war führend im Kornhandel und wurde damals "Brothaus der Hanse" genannt. Magdeburg wurde zu einer reichen Handelsstadt. 1503 verlegte der Erzbischof seinen Sitz nach Halle.

1524 setzte sich die Reformation in Magdeburg durch. Die Stadt wurde zu einer Hochburg der Protestanten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt dann 1631 belagert und fast vollständig zerstört. Diese Verwüstung wurde schon damals als Magdeburger Hochzeit bezeichnet und sollte sinnbildlich beschreiben, dass der Kaiser (mit seinen Truppen der Katholischen Liga) sich mit der Magd (der Stadt Magdeburg) vermählte, sie also eroberte.

Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde das Erzstift Magdeburg in ein Herzogtum umgewandelt. Mit Erzstift bezeichnet man den weltlichen Besitz eines Erzbischofs. Das neue Herzogtum Magdeburg wurde dem Kurfürstentum Brandenburg zugesprochen, was 1680 in Kraft trat. Magdeburg war damit kein Erzbistum mehr.

Mit der Entstehung des Königreichs Preußen 1701, zu dem auch Brandenburg gehörte, wurde Magdeburg zur einer der größten preußischen Festungen ausgebaut. Es gab Bastionen, Tore, Türme, Schanzen und eine Zitadelle (eine kleine Festung innerhalb der großen). Das Herzogtum Magdeburg blieb bis 1806 bestehen.

Zwischen 1806 und 1815 stand Magdeburg unter französischer Herrschaft, nachdem Napoleon Preußen besiegt hatte. Magdeburg gehörte in dieser Zeit zum Königreich Westphalen. Nach Napoleons Niederlage kam Magdeburg wieder zu Preußen und wurde Hauptstadt der Provinz Sachsen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt und wurde zu einem Zentrum der Industrie. Mehrere umliegende Orte wurden eingemeindet.

1918 wurde das Königreich Preußen mit der Novemberrevolution zum Freistaat Preußen, zu dem nun auch Magdeburg gehörte. Der Stadtbaurat Bruno Taut setzte in den 1920er Jahren Akzente  mit dem Neuen Bauen. So entwarf er im Stadtteil Reform eine Gartenstadt, ließ die Beimssiedlung und die Ausstellungshalle "Stadt und Land" erbauen (heute Hermann-Gieseler-Halle) und ließ in der Innenstadt 80 Hausfassaden farbig gestalten. Magdeburg wurde darum einige Zeit sogar als "Bunte Stadt" bezeichnet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Magdeburg bei Bombenangriffen stark zerstört. 60 Prozent der Stadt und sogar 90 Prozent der Altstadt wurden zerstört. Der schwerste Luftangriff ereignete sich am 16. Januar 1945. Rund 2000 Menschen kamen ums Leben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Magdeburg zur Sowjetischen Besatzungszone und so schließlich zur DDR. Die Stadt wurde wieder aufgebaut. Nur wenige beschädigte Gebäude und Kirchen wurden wieder aufgebaut. Viele Plattenbauten entstanden, aber auch Gebäude im Stil des sozialistischen Klassizismus, etwa am Zentralen Platz.

Nach der Wiedervereinigung wurde Magdeburg 1990 zur Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. Magdeburg gewann mit 8 Stimmen Mehrheit gegenüber Halle. Viele neue Gebäude entstanden, darunter auch die Grüne Zitadelle. 2002, 2006 und 2013 kam es zu Überschwemmungen durch Elbhochwasser, was zum Teil erhebliche Schäden hervorrief.

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letzte Aktualisierung am 10.03.2022