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Inhalt: Städte in Sachsen-Anhalt

Durch Halle fließt die Saale, hier im Stadtteil Kröllwitz.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Salle in Halle Kröllwitz
Der Rote Turm (rechts) und die Marktkirche mit ihren vier Türmen sind zusammen das Wahrzeichen von Halle, der Stadt der fünf Türme.[ © Quelle: pixabay.com ]
Marktplatz von Halle (Saale)

Halle (Saale) – Steckbrief und Porträt

Halle (Saale) ist die größte Stadt in Sachsen-Anhalt – jedoch nicht die Landeshauptstadt, denn das ist Magdeburg. In Halle leben rund 240.000 Menschen. Halle liegt im Süden von Sachsen-Anhalt. Nur wenige Kilometer von Halle entfernt verläuft die Grenze zu Sachsen und dort liegt Leipzig. Beide Städte bilden den Ballungsraum Leipzig-Halle. Halle gehört auch zur Metropolregion Mitteldeutschland.

Halle ist eine kreisfreie Stadt, gehört also nicht zu einem Landkreis. Die Stadt ist umgeben vom Saalekreis. Halle selbst ist in fünf Bezirke geteilt: Mitte, Nord, Ost, Süd und West. Diese gliedern sich wiederum in 22 Stadtteile. Einige Stadtteile teilen sich noch einmal in Stadtviertel auf.

Durch Halle fließt die Saale. Zur Unterscheidung von Halle in Westfalen, das in Nordrhein-Westfalen liegt, nennt man die Bezeichnung "an der Saale" mit. Die Saale fließt 27 Kilometer durch die Stadt. Sie teilt sich dort in mehrere Arme und bildet dort die Saaleauen. Im Süden fließt auch die Weiße Elster durch Stadtgebiet, sie mündet dann in die Saale. Mit dem Hufeisensee, dem Osendorfer See und dem Heidesee gibt es drei größere Seen am Stadtrand.

Das Wahrzeichen von Halle bilden der Rote Turm und die Marktkirche (auch Marienkirche genannt). Beide stehen zentral auf dem Marktplatz der Stadt. Der Rote Turm ist ein 84 Meter hoher Uhr- und Glockenturm, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Die Marktkirche Unser Lieben Frauen besitzt vier Türme. Nicht nur das ist ungewöhnlich, sondern auch ihre Entstehung. Jeweils zwei der Türme stammen nämlich von Vorgängerbauten, auf der einen Seite St. Gertruden, auf der anderen St. Marien. Zwischen den Turmpaaren wurde im 16. Jahrhundert eine neue Kirche eingebaut. Zusammen bilden der Rote Turm und die Marktkirche das Wahrzeichen der Stadt der fünf Türme.

Das rote Gebäude rechts von der Marktkirche ist das Marktschlösschen.[ © Quelle: pixabay.com ]
Marktplatz von Halle
Der Dom in Halle an der Saale ist eine von mehreren Kirchen ohne Turm.[ © Quelle: pixabay.com ]
Domplatz Halle (Saale)
In diesem Gebäude findet ihr die Himmelsscheibe von Nebra, es handelt sich nämlich um das Landesmuseum für Vorgeschichte.[ © Quelle: pixabay.com ]
Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle

Was kann man in Halle machen und sehen?

Im Zentrum der Stadt Halle liegt der Marktplatz, wo sich gleich mehrere Baudenkmäler besichtigen lassen: der Rote Turm mit dem Roland, die Marktkirche mit ihren vier Türmen, das Stadthaus von 1894 und das Händel-Denkmal. Es weist auf einen berühmten Sohn der Stadt hin, den Komponisten Georg Friedrich Händel. Im hübschen Marktschlösschen neben der Marktkirche befindet sich die Tourist-Information. Ein Rathaus sucht man hier vergebens, denn das Alte Rathaus wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und abgerissen. Es befand sich auf dem heute leeren Platz vor dem Ratshof (1929 erbaut). Hinter der Marktkirche liegt der Hallmarkt, wo sich im Mittelalter das Zentrum der Salzgewinnung befand.

Interessanterweise haben die Kirchen in der Altstadt alle keinen oder keinen vollständigen Turm mehr. Das gilt auch für den Dom. Ursprünglich war der eine Klosterkirche, ehe der Erzbischof Albrecht von Brandenburg diese umgestalten ließ. 1523 wurde sie als Stiftskirche neu geweiht., im Volksmund aber schnell als Dom bezeichnet.

Vielleicht besucht ihr aber auch den Bergzoo? Der befindet sich im Norden von Halle und wurde rund um den Reilsberg angelegt. So ist er dann auch spezialisiert auf Bergtiere, insbesondere aus Südamerika. Ihr seht hier Maras, Faultiere, Mähnenspringer, Vikunjas und Seebären, aber auch Löwen, Tiger, Elefanten und Schimpansen. Wahrzeichen des Zoos sind ein Aussichtsturm und die Freiflugvoliere.

Für einen Badeausflug im Sommer bietet sich der Heidesee an. Ein schönes Naherholungsgebiet liegt auf der Peißnitzinsel zwischen Wilder Saale und Saale. Mit der Parkeisenbahn könnt ihr sie sogar ganz bequem erobern.

Noch ein bisschen Kultur? Dann besucht unbedingt das Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort könnt ihr die berühmte Himmelsscheibe von Nebra sehen. Im Puppentheater werden spannende Stücke auf die Bühne gebracht. Am Standort der Halloren Schokoladenfabrik gibt es ein Schokoladenmuseum, das durch die Geschichte der Schokolade führt. Die Schauproduktion und das Schokoladenzimmer sind besondere Höhepunkte beim Rundgang.

So sehen die klassischen Hallorenkugeln aus.[ © Rainer Zenz / CC BY-SA 3.0 ]
Hallorenkugel

Was kommt aus Halle?

Das bekannteste Exportprodukt aus Halle dürfte wohl die Hallorenkugel sein. Hergestellt werden die Kugeln von der Halloren Schokoladenfabrik. Im Osten Deutschlands sind sie geradezu Kult. Klassisch sind die Kugeln innen zweigeteilt, mit einer Seite dunkler Kakaocreme, mit der anderen Seite heller Sahnecreme. Dazu kommen inzwischen viele weitere Sorten.

1952 wurden die Kugeln erfunden. Der Name stammt von den Halloren, der Name der Salinenarbeiter sowie der Salzwirker-Brüderschaft. Die Form der Silberknöpfe an ihrem Zunftgewand war Vorbild für die Form der Halloren Kugeln.

Die Solequellen mitten in Halle brachten der Stadt Wohlstand. Zu sehen sind hier die Siedehütten.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Salzhütten in Halle
Um 1500 standen auf dem Marktplatz noch zwei Kirchen: St. Gertraud und St. Marien. Ihre Türme gehören heute zur Marktkirche, die zwischen ihnen erbaut wurde.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Marktplatz von Halle um 1500
Die Karte zeigt in Blau die Lage des Herzogtums Magdeburg. Zerschnitten wurde es vom Fürstentum Anhalt. In Grau sind die heutigen Grenzen von Sachsen-Anhalt eingezeichnet.[ © PaulT / CC BY-SA 4.0 ]
Karte Herzogtum Magdeburg
Halle-Neustadt entstand in den 1960er Jahren.[ © Gerald Knizia / Wikimedia, gemeinfrei ]
Halle-Neustadt

Kurze Geschichte von Halle an der Saale

Schon früh spielten offenbar die Salzquellen auf dem Stadtgebiet eine bedeutende Rolle. Schon in der Vorzeit wurden sie genutzt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Halle im Jahr 806 in der Chronik von Moissac, in der Ereignisse aus dem Fränkischen Reich aufgezeichnet wurden.

Dem Erzbistum Magdeburg, das Otto I. 968 gegründet hatte, gehörte auch das Bistum Halle an (bis 1680). Der Salzhandel brachte die Stadt zum Blühen. Die Salzsieder bestimmten seit dem 12. Jahrhundert die Politik der Stadt. Sie kauften sich Freiheiten und Privilegien und befreiten sich vom Einfluss des Erzbischofs.

Zentrum der Salzgewinnung und Salzverarbeitung war der Hallmarkt. Aus vier Brunnen wurde Sole gefördert und in Siedehütten zu Salz verarbeitet. Um 1790 wurden die Hütten durch zwei Siedehäuser ersetzt.

Ernst von Sachsen, der Erzbischof von Magdeburg, beendete diese Freiheit. Er wurde von Kaufleuten in die Stadt gelassen, die sich gegen die Macht der Salzsieder auflehnten. Ernst ließ sich im Nordwesten der Stadt die Moritzburg erbauen. 1503 zog er ein und machte Halle damit nun zur Residenz der Erzbischöfe.

1513 wurde Albrecht von Brandenburg Erzbischof von Magdeburg. Er hielt sich besonders gerne in Halle auf. Er führte einige Bauvorhaben aus, darunter den Bau der Neuen Residenz, und ließ von seinem Bauverwalter Hans von Schönitz die Marienkirche und die Kirche St. Gertraud abreißen. Nur die Türme blieben stehen und dazwischen wurde die Marktkirche neu erbaut. Als Förderer des Ablasshandels, mit dem er seinen aufwendigen Lebensstil finanzierte, war Albrecht ein bekannter Gegenspieler von Martin Luther. 1541 verließ er Halle, als sich hier die Reformation durchsetzte.

Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde das Erzstift Magdeburg, also der weltliche Besitz des Erzbischofs, in das Herzogtum Magdeburg umgewandelt, dass wiederum ab 1680 dem Kurfürstentum Brandenburg zugesprochen wurde. Halle wurde zur Hauptstadt des Herzogtums, bis Magdeburg diese Rolle 1714 bekam. 1701 entstand auf dem Gebiet das Königreich Preußen. Halle gehörte damit ebenfalls zu Preußen.

Zwischen 1806 und 1815 stand Halle unter französischer Herrschaft, nachdem Napoleon Preußen besiegt hatte. Halle gehörte in dieser Zeit zum Königreich Westphalen. Nach Napoleons Niederlage kam auch Halle wieder zu Preußen und wurde Teil der preußischen Provinz Sachsen und innerhalb dieser des Regierungsbezirks Merseburg. 1890 wurde Halle mit 100.000 Einwohnern zur Großstadt.

1918 wurde das Königreich Preußen mit der Novemberrevolution zum Freistaat Preußen, zu dem nun auch Halle gehörte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Halle nicht großflächig zerstört. Es gab allerdings 1944 und 1945 mehrere Luftangriffe, bei denen mehr als 1200 Menschen starben. Auch 13.600 Wohnungen waren zerstört. Das Alte Rathaus und die Ratswaage waren so schwer beschädigt, dass sie 1948 ganz abgerissen wurden. Wieder aufgebaut wurde hingegen die Marktkirche.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Halle zur Sowjetischen Besatzungszone und so zur DDR. Das 1947 neu gegründete Land Sachsen-Anhalt wurde schon 1952 wieder aufgelöst. Halle wurde Hauptstadt des Bezirks Halle. Neue Wohngebiete mit vielen Plattenbauten entstanden, zum Beispiel Silberhöhe und in den 1960er Jahren die "Chemiearbeiterstadt Halle-West". Diese wurde 1967 zur eigenständigen Stadt Halle-Neustadt und kam erst 1990 wieder zu Halle. Abgekürzt wird sie auch gerne Ha-Neu genannt.

Mit der Wiedervereinigung 1990 kam Halle zum neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt. Die Abstimmung über die Hauptstadt des Bundeslandes verlor Halle gegen Magdeburg. Die Stadt verlor in den nächsten Jahren viele Einwohner.

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letzte Aktualisierung am 10.03.2022