Kiribati
Frühzeit auf Kiribati
Die Inseln, die heute Kiribati heißen, wurden wohl schon vor 2000 bis 3000 Jahren besiedelt. Die Bewohner stammten ursprünglich aus Mikronesien. Mit der Zeit kamen Menschen aus Polynesien hinzu, sodass sich beide Gruppen mischten.
Die Europäer kamen
Schon 1606 entdeckte ein spanischer Seefahrer namens Pedro Fernández de Quirós die Inseln. Doch nur wenige Leute interessierten sich dafür. 1777 schaute der berühmte Entdecker James Cook vorbei und elf Jahre später sichtete ein Kapitän namens Thomas Gilbert die Inseln. Dieser wurde später bei der Namensvergabe berücksichtigt, denn die Inseln und Atolle hießen dann Gilbert-Inseln.
Das Schicksal der Gilbert-Inseln ähnelt dem vieler kleiner Inseln und Inselgruppen. Zuerst kamen Walfänger, dann Sklavenhändler, die die Bewohner der Insel verschleppten, damit sie auf Plantagen und in Bergwerken schuften sollten.
Gleichzeitig kamen Siedler, die Krankheiten mitbrachten, gegen die sich die Inselbewohner nicht wehren konnten. Und dann kamen Missionare, katholische und puritanische, und kämpften um die Seelen der Einwohner.
Britisches Protektorat und britische Kolonie
1892 entstand dann zusammen mit den Ellice-Inseln, dem heutigen Tuvalu, das britische Protektorat: die Gilbert- und Ellice-Inseln, das beide Inselgruppen noch zusammenfasste. 1916 wurden die Inseln britische Kolonie.
Zweiter Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs besetzten die Japaner Teile der Inseln. Hier fand auch 1943 eine berühmte Schlacht zwischen Japan und den USA statt, aus der die Amerikaner siegreich hervorgingen. Sie soll auch wichtig für die Wende und den Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gewesen sein.
1974 kam es zu einer Trennung der Ellice- und der Gilbert-Inseln. So hatten die Menschen auf den Ellice-Inseln entschieden. Es entstand 1978 der Staat Tuvalu. Die Gilbert-Inseln wurden wenig später im Juli 1979 ebenfalls ein unabhängiger Staat innerhalb des Commonwealth.
Woher kommt der Name?
Aber wie konnte aus den Gilbert-Inseln der jetzige Name "Kiribati" abgeleitet werden? "Kiribati" ist eigentlich die Aussprache der Gilbert-Inseln auf Gilbertesisch beziehungsweise Kiribatisch. Diese Sprache hat nämlich nur 13 Buchstaben und G, L und S fehlen ganz und werden deshalb ersetzt. Heraus kam "Kiribati", das ganz schnell ausgesprochen so ähnlich wie "Gilberts" klingen soll. Ausprobiert haben wir das nicht, aber so wird es zumindest berichtet.
Politik in Kiribati aktuell – Wer regiert das Land?
Das Parlament von Kiribati besteht aus 46 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Dieses Parlament wird auch „Maneaba ni Maungatabu“ genannt.
Der Staatspräsident hat in Kiribati eine besonders wichtige Rolle: Er ist gleichzeitig Staatsoberhaupt, Regierungschef und Außenminister. Das bedeutet, er leitet die Regierung und vertritt das Land auch gegenüber anderen Staaten.
Seit dem 11. März 2016 ist Taneti Maamau Staatspräsident von Kiribati. Er wurde inzwischen mehrfach wiedergewählt. In Kiribati dürfen Präsidenten höchstens drei Amtszeiten im Amt bleiben. So soll verhindert werden, dass eine Person zu lange an der Macht bleibt. Das ist in vielen Demokratien ähnlich geregelt. So darf er höchstens bis 2028 im Amt verweilen.
Sein Vorgänger war Anote Tong, der das Amt viele Jahre innehatte. Dieser durfte nach drei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.


