Usbekistans Flagge Usbekistan

Baumwollpflücker in Usbekistan bei der Arbeit. Ein Arbeiter wirft Baumwolle in die Luft.[ © Peretz Partensky / CC BY-SA 2.0 ]
Baumwollpflücker in Usbekistan
Zur Baumwollernte zwingt der Staat seine Beamten.[ © w0zny / CC BY-SA 3.0 ]
Baumwollernte in Usbekistan

Baumwolle

Usbekistan ist der achtgrößte Produzent von Baumwolle in der Welt (2018). Baumwolle ist also das wichtigste landwirtschaftliche Produkt. Sie ist in Usbekistan auch ein wichtiges Element der Kultur. So ist Baumwolle zum Beispiel auch auf dem Wappen zu finden. Baumwolle wird vor allem nach China, Bangladesch, in die Türkei und den Iran verkauft. Sie wächst auf 30 Prozent der usbekischen Felder und bringt 20 Prozent des BIP ein.

Leider hat der großflächige Anbau von Baumwolle und die dafür notwendige künstliche Bewässerung zu Umweltschäden geführt, nämlich zum Austrocknen des Aralseees und zur Versalzung des Bodens. Weil bei der Ernte der Baumwolle auch Kinder eingesetzt wurden, haben einige Bekleidungsfirmen usbekische Baumwolle boykottiert.

Ein anderes Problem ist, dass der Staat seine Beamten zur Baumwollernte heranzieht: Lehrer, Ärzte oder auch Studenten müssen zur Erntezeit auf die Felder und ihre eigentliche Arbeit bleibt dann liegen. Die Männer und Frauen werden in maroden Barcken untergebracht und leisten nun Zwangsarbeit - sie sind ja nicht freiwillig hier.

Weintrauben wachsen auch in Usbekistan.[ © Shuhrataxmedov / CC BY-SA 3.0 ]
Anbau von Weintrauben in Usbekistan

Und was wird noch angebaut?

Insgesamt arbeitet ein Viertel der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Sie trägt mit 18 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. Neben Baumwolle werden auch Gemüse, Obst und Getreide angebaut, und zwar vor allem im fruchtbaren Ferghana-Tal im Osten des Landes.

Dort befindet sich auch das Zentrum für die Herstellung von Seide, nämlich bei der Stadt Margʻilon. Hier stehen Maulbeerbäume, von denen sich Seidenraupen ernähren. Aus ihren Kokons werden die Seidenfäden gewonnen.

Industrie in Chirchiq[ © Or2008 / CC BY-SA 3.0 ]
Industrie in Chirchiq

Bergbau

Usbekistan ist reich an Bodenschätzen. Abgebaut wird bisher nur ein kleiner Teil. Kupfer, Uran und Gold gehören dazu und werden exportiert. Für Gold ist Usbekistan der neuntgrößte Förderer weltweit (2016), bei Uran steht es an siebter Stelle (2015). Seit einigen Jahren wird auch Erdgas gefördert. Von Buchara wurde eine Gas-Leitung (Pipeline) nach China gebaut.

Probleme der Wirtschaft

Neben der Umweltverschmutzung, Bodenversalzung und Verwüstung durch die massive künstliche Bewässerung hat die usbekische Wirtschaft noch mit anderen Problemen zu kämpfen. So sind zwar nur 4,9 Prozent der Bevölkerung arbeitslos, doch sind sehr viele weitere unterbeschäftigt. 14 Prozent der Einwohner gelten als arm.

letzte Aktualisierung am 09.04.2020