Syriens Flagge Syrien

Warum gibt es überhaupt Krieg in Syrien?

Im Jahr 2011 begann der so genannte Arabische Frühling. Dieser hielt auch in Syrien Einzug und die Menschen protestierten gegen eine Regierung, die sie viele Jahre unterdrückt hatte und forderten mehr Rechte, zum Beispiel das Recht, seine Meinung frei sagen zu dürfen.

Doch in Syrien reagierte die Regierung heftig. Hier kam es nicht dazu, dass die Diktatoren verjagt wurden, wie in anderen Ländern wie Ägypten oder Tunesien, sondern der herrschende Präsident Baschar al-Assad begegnete den zunächst friedlichen Demonstrationen vieler Menschen mit Gewalt seines Militärs.

Dieses Bild wurde in der Stadt Aleppo im Februar 2017 aufgenommen. [ © Kemal Karagoz / picture alliance / AA ]
Aleppo, 2017
Vor allem im Winter ist das Überleben hart, denn es kann auch ganz schön kalt und nass werden. [ © Mohammed Karka / picture alliance / AA ]
Überleben, Syrien, Winter

Wo liegt die gefährlichste Stadt der Welt?

Die wohl gefährlichste Stadt der Welt liegt im Norden von Syrien und heißt Aleppo. Immer wieder wird diese Stadt in den Nachrichten erwähnt, wenn es wieder um Zerstörung, Tote und Flüchtlinge geht. In Aleppo leben viele Menschen ohne fließendes Wasser und ohne Strom. Vor allem im Winter ist das schlimm, denn es gibt auch keine Heizung. Und in Aleppo kann es ganz schön kalt werden. Viele Kinder müssen am Morgen erst einmal zur Wasserpumpe laufen, um Wasser zu holen. Am Abend müssen sie das wiederholen. Warmes Wasser gibt es fast gar nicht.

Und wie wird geheizt?

Die Menschen verheizen so ziemlich alles, was sie so finden. Dabei sind auch viele Sachen, die gar nicht verbrannt werden dürften, weil durch das Verbrennen giftiges Kohlendioxyd entsteht, wie zum Beispiel Plastiktüten. Dies kann für Kinder sehr gefährlich werden. Doch oft ist die Kälte gar nicht auszuhalten und die Menschen sind so verzweifelt, dass sie eben alles verbrennen.

Gibt es Strom?

In vielen Gegenden gibt es nur wenige Stunden Strom, so kann nicht einmal mehr Brot gebacken werden. Ein Brot kostet ein Vielfaches dessen, was es vor dem Krieg kostete. Ein Großteil der Bäckereien ist mittlerweile zerstört.

Gibt es Hilfe für die Menschen?

Dieses Kind spielt in der befreiten syrischen Stadt Al-Bab.[ © Huseyin Nasır / picture alliance / AA ]
Al-Babb, Syrien

Viele Hilfslieferungen, die es von gemeinnützigen Hilfsorganisationen gibt, kommen gar nicht bei den Bewohnern an. Manche Städte sind komplett abgeschnitten, weil man den Rettern den Zutritt verwehrt. So wollen zwar viele helfen, können es aber nicht. Immer wieder versucht man, einen kurzzeitigen Waffenstillstand durchzusetzen, den dann doch wieder eine Seite bricht.

Es ist sogar so weit gekommen, dass Lastwagen von Hilfsorganisationen angegriffen wurden und die Helfer dabei starben. Daraufhin wurde auch die Hilfe von außen eingestellt. Das ist eine Situation, für die es bisher keine Lösung gibt. Auch bei den zeitweisen Waffenstillständen, kann sich keiner sicher sein, ob diese von Dauer sind. Eine Friedenslösung, die hält, was sie verspricht, wurde bisher noch nicht gefunden.

Warum helfen die anderen Staaten nicht?

Diese Frau ist von Syrien aus in den Libanon geflüchtet und wird hier von den Vereinten Nationen mit Nahrungsmittelhilfen unterstützt. [ © Ann Beatrice Clasmann / picture alliance / dpa ]
Frau mit Kindern, Syrien, Libanon

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Denn der Krieg hatte sich so weit ausgeweitet, dass schwer zu unterscheiden war, wer denn nun eigentlich unterstützt werden sollte. So schlimm der Diktator Assad ist, denn er lässt seine eigene Bevölkerung bombardieren, so gehen auch die Kriegsgegner grausam und oft brutal gegen die Menschen vor.

So hatten und haben viele Staaten Angst, sich hier einzumischen. Letztlich würde das bedeuten, Soldaten in einen Krieg zu schicken, bei dem man gar nicht so recht weiß, auf welcher Seite nun wirklich gekämpft werden soll. Einig sind die Länder bis heute nur in der Frage, dass sie den IS (Islamischer Staat) bekämpfen wollen. Doch auch da gibt es Staaten, die den IS unterstützen oder zumindest lange Zeit unterstützt haben.

Warum gibt es keinen Waffenstillstand?

Hier trafen sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow (links) und US-Außenminister John Kerry (rechts) am 17. Mai 2016 im Rahmen von Konferenzen zu Syrien und Libyen in Wien.[ © Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / CC BY 2.0 ]
Außenminister

Es gab schon mehrere Versuche, in Syrien zumindest für kurze Zeit einen Waffenstillstand durchzusetzen. Aber es gibt bisher noch keine gültige Lösung. Die Großmächte USA und Russland müssen sich hier einig sein. Und genau das sind sie nicht, sondern sie beschuldigen jeweils die andere Seite.

Russland unterstützt immer noch die syrische Regierung, die USA und weitere Länder die Rebellengruppen, aber auch diese verfolgen ganz unterschiedliche Interessen. Einem dauerhaften Waffenstillstand müssten alle zustimmen, doch dies verlangt eine gewisse Einsicht. Mittlerweile gibt es wieder Versuche zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, einen Waffenstillstand in Teilen Syriens zu vermitteln.

letzte Aktualisierung am 14.01.2021