Afghanistans Flagge Afghanistan

Afghanistan war und ist immer noch ein sehr armes Land, in dem die Menschen ums Überleben kämpfen müssen.
Armut, Afghanistan

Armes, verschuldetes Land

Schon bevor die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte und das Land besetzte (mehr dazu unter Geschichte und Politik) und die schlimmen Bürgerkriege folgten, war das Land eines der am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 besserte sich die Lage ein bisschen, aber dennoch gehört das Land immer noch zu den ärmsten Ländern. Dazu ist es hoch verschuldet. Wovon leben die Menschen in Afghanistan?

Opium

Im Jahr 2006 wurden über 90 Prozent der gesamten Menge an Opium in Afghanistan hergestellt. Opium ist eine schlimme Droge, die Menschen abhängig macht. Hergestellt wird Opium aus Schlafmohn, der auf großen Flächen Afghanistans angebaut wird. Opium ist ein Mittel, bei dem Menschen sich wie berauscht fühlen. Es ist sehr schädlich und darum verboten.

Was wird in Afghanistan angebaut?

Nur ein kleiner Teil des Landes lässt sich überhaupt für die Landwirtschaft nutzen. Dennoch leben viele Afghanen, von dem, was sie anbauen, also von der Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Weizen und Gerste, in der Provinz Herat wird auch Reis gepflanzt, ebenso Baumwolle.

Afghanistans Obst, wie Weintrauben, Aprikosen und Pfirsiche oder auch Äpfel, sind im Land selbst sehr beliebt, die Früchte werden aber nicht ins Ausland ausgeführt. Aufgrund der großen Schäden an der Umwelt, die während der Kriege entstanden, können immer weniger Flächen für die Landwirtschaft  genutzt werden. Auch ist der Boden sehr viel empfindlicher geworden, wenn es einmal Zeiten großer Hitze gibt. Vor allem fehlt Wasser. Dazu kommt die geografische Lage mit den hohen und sehr hohen Bergen, die die Landwirtschaft erschwert.

Ein riesiges Schlafmohnfeld. Doch aus der schönen Pflanze werden Drogen gewonnen, die für Menschen sehr schädlich sind. [ © Miranda Wood / CC BY-ND 2.0 ]
Schlafmohn
Mit dem Anbau von Schlafmohn verdienen die afghanischen Bauern am meisten. [ © gemeinfrei ]
Bauern, Anbau, Schlafmohn

Warum pflanzen die Bauern so viel Mohn an?

Angebaut wird Schlafmohn, aus dem man die Droge Opium gewinnen kann. Das ist zwar verboten, doch viele afghanische Bauern bauen den Schlafmohn trotz des Verbots an, weil sie damit sehr viel mehr verdienen können als mit anderen Produkten. Deshalb ist es auch sehr schwierig, das Verbot des Anbaus durchzusetzen. Erst wenn die Menschen Alternativen finden, mit denen sie ebenso ausreichend Geld verdienen können, besteht eine Chance, die Mengen der Opiumherstellung zu verringern. Doch wäre auch damit das Problem noch nicht gelöst, denn wenn die Menge an Opium sinkt, steigt meist der Preis.

Was gibt es noch?

In afghanischen Fabriken wird auch Kleidung hergestellt. [ © gemeinfrei ]
Textilfabrik, Afghanistan

Nomaden ziehen in Afghanistan mit ihren Herden durchs Land. Meist sind es Schafe, um die sie sich kümmern. In manchen Gegenden werden auch Pferde gezüchtet.

Bodenschätze in Afghanistan

Afghanistan hat auch Bodenschätze wie Eisen, Kupfer, Erdgas und Kohle sowie Erdöl zu bieten. Geologen haben noch weitere wichtige Bodenschätze wie Lithium entdeckt, mit dem sich Geld verdienen ließ. Dazu kommen Gold, Aluminium und die sogenannten "Seltenen Erden". Berühmt ist Afghanistan auch für einen Edelstein namens Lapislazuli.

Afghanistan muss viele Produkte einführen und führt nur wenige Produkte aus. Dazu zählen vor allem Trockenfrüchte, aber auch Teppiche, Heilpflanzen und Wolle. Textilien werden ebenfalls in afghanischen Fabriken hergestellt.

Situation nach August 2021 nach der Machtübernahme der Taliban

Ausländische Währungen sind seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 verboten. Die wirtschaftliche Situation - die ja auch zuvor nicht gut gewesen ist - hat sich weiter verschlechtert. Dürren und Ernteverluste durch die Kämpfe 2021 haben einen Teil dazu beigetragen. Dazu kommen die hohen Schulden, die die Taliban nicht zahlen können. So ist die Wirtschaft instabil, die Kaufkraft gesunken und die Versorgung mit Energie äußerst fraglich. Darunter leiden wieder viele Menschen. 

letzte Aktualisierung am 12.01.2022