Madagaskar
Farbwechsel und Klebezunge - was ist das?
Madagaskar ist berühmt für seine Chamäleons. Weltweit gibt es über 200 Chamäleonarten, und rund die Hälfte davon lebt auf Madagaskar. Die meisten dieser Arten kommen nur dort vor und sind damit “endemisch”. Chamäleons sehen übrigens sehr gut und entdecken ihre Feinde oft schon früh. Das liegt daran, dass sie ihre Augen unabhängig voneinander bewegen können und so ihre Umgebung besonders gut beobachten.
Kommt ein Beutetier in ihre Nähe, strecken sie blitzschnell ihre lange Zunge heraus. Das Tier, zum Beispiel ein Insekt, bleibt an der klebrigen Zungenspitze hängen und wird ins Maul gezogen. Und noch etwas ist ganz besonders an diesen Tieren: Chamäleons können ihre Farbe wechseln. Das dient nicht nur der Tarnung, sondern auch der Kommunikation mit anderen Chamäleons oder der Regulierung der Körpertemperatur, zum Beispiel um sich aufzuwärmen oder abzukühlen.
Viele Fische in den Gewässern Madagaskars
Auch die Vielfalt an Fischarten in den Gewässern Madagaskars ist groß. Die Fischerei ist auch für viele Menschen eine wichtige Einnahmequelle. Doch die Fanggebiete Madagaskars sind bedroht, weil viele ausländische Fischerboote die Gebiete überfischen und die Bestände weiter zurückgehen.
So bleibt für die einheimischen Fischer, die mit kleinen Booten an den Küsten fischen, nicht genügend übrig. Auch in den Fließgewässern Madagaskars gibt es endemische Tierarten, wie zum Beispiel den Madagaskar-Ährenfisch, der nur in Flüssen und Seen Madagaskars lebt.
Welche Tiere gibt es nicht auf Madagaskar?
Während in Ostafrika viele Affenarten eine Heimat haben, fehlen Affen auf Madagaskar ganz. Es gibt übrigens auch keine richtigen giftigen Schlangenarten, die haben es wohl nie bis zur Insel geschafft. Ungiftige Schlangenarten gibt es allerdings. Zu erwähnen sind hier vor allem die Boas, das sind Würgeschlagen, die bis zu drei Meter lang werden können. Weit verbreitet auf Madagaskar ist die Hundskopf-Boa, deren Verbreitungsgebiet sich über ganz Madagaskar erstreckt.
Was wächst auf Madagaskar?
Nicht nur die Vielfalt der Tiere auf Madagaskar ist groß, auch die der Pflanzen. Auf der Insel gibt es mehr als 12 000 verschiedene Pflanzenarten, und ein großer Teil davon wächst nur hier (sie sind “endemisch”). Bevor Menschen Madagaskar besiedelten, war die Insel wahrscheinlich größtenteils mit Wald bedeckt. Heute gibt es immer noch Regenwälder, vor allem im Nordosten und Osten, aber sie sind stark reduziert. Nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Waldflächen ist noch intakt, weil große Flächen abgeholzt wurden.
Ein großer Teil des Landes besteht inzwischen aus Savannenlandschaften und anderen offenen Landschaften, weil Wälder gerodet wurden und sich natürliche Vegetation verändert hat. Die wohl bekannteste Pflanze Madagaskars ist der Baobab-Baum (auch Affenbrotbaum genannt). Er wirkt so, als stünde er auf dem Kopf, weil sein Stamm sehr dick und sein Kronenwuchs auffällig ist. Diese Bäume können große Mengen Wasser in ihren Stämmen speichern und überstehen dadurch auch trockene Perioden gut.
Große Landflächen Madagaskars werden weiterhin gerodet, oft für Weideland, Brandrodung für Ackerbau oder Brennholz, was große Schäden für das Ökosystem des Landes verursacht. Viele Pflanzenarten und Lebensräume sind dadurch bedroht.
Umweltprobleme auf Madagaskar
Madagaskar hat große Umweltprobleme, die einerseits der Vernichtung des Waldes, aber auch der Ausbreitung der Rinderhaltung und dem Wachstum der Bevölkerung geschuldet sind. Doch gerade beim Ausbau des Tourismus als wichtigem Wirtschaftszweig setzt das Land in erster Linie auf Ökotourismus, also eine Form von Tourismus, die auf Nachhaltigkeit und Auswirkungen auf die Umwelt achtet. So hat man auf Madagaskar mittweile auch viele Naturparks eingerichtet, die die Tier- und Pflanzenbestände des Landes schützen sollen.

