Kenias Flagge Kenia

Seen in Kenia

Was ist die Wasserhyazinthe?

Die Wasserhyazinthe ist eine schnell wachsende Wasserpflanze, die ursprünglich aus Südamerika stammt. Sie wurde in viele Länder eingeschleppt und gilt heute als invasive Art. Im Viktoriasee breitet sie sich stark aus, weil das Wasser viele Nährstoffe enthält. Die Pflanze bildet dichte Teppiche auf der Wasseroberfläche. Dadurch gelangt weniger Licht und Sauerstoff ins Wasser. Das ist ein großes Problem für Fische, andere Wasserpflanzen und auch für die Menschen, die vom See leben. Boote können schlechter fahren, und das Fischen wird erschwert.

Wo liegt der Viktoriasee?

Der Viktoriasee ist mit rund 68.000 Quadratkilometern fast so groß wie das deutsche Bundesland Bayern. Er ist der größte See Afrikas und einer der größten Süßwasserseen der Welt. Der See liegt in drei Ländern: Tansania, Uganda und eben Kenia. Kenia besitzt dabei nur einen kleinen Teil des Sees, während der größte Teil in Tansania und Uganda liegt.

Der Viktoriasee ist nicht besonders tief. An der tiefsten Stelle ist er nur etwa 80 Meter tief. Das ist wenig im Vergleich zu anderen großen Seen in Afrika.

Der See hat heute mit großen Umweltproblemen zu kämpfen. Rund um den Viktoriasee leben sehr viele Menschen, weil das Land fruchtbar ist und dort gut Ackerbau betrieben werden kann. Um Felder anzulegen, wurden viele Wälder gerodet. Wenn es regnet, werden Düngerstoffe aus den Feldern in den See gespült. Dazu gehören zum Beispiel Stickstoff und Phosphor. Diese Stoffe wirken im Wasser wie Dünger für Algen. Die Algen wachsen dann sehr schnell. Wenn sie später absterben, sinken sie auf den Grund des Sees und werden dort zersetzt. Dabei wird viel Sauerstoff verbraucht. Für Fische und andere Wasserlebewesen bleibt dann zu wenig Sauerstoff übrig, was sehr gefährlich für sie ist.

Nicht nur die Landwirtschaft belastet den See. Auch Abwasser aus Städten, Müll und Industrieabfälle gelangen in den Viktoriasee. Außerdem breitet sich eine invasive Pflanze aus, die Wasserhyazinthe, die den See zusätzlich belastet. 

Trotz all dieser Probleme ist der Viktoriasee für Millionen von Menschen sehr wichtig. Er liefert Trinkwasser, Fisch und ist eine wichtige Lebensgrundlage für die Menschen in der Region. Deshalb arbeiten auch in Kenia viele Menschen daran, den See besser zu schützen.

Der Turkana-See

Der größte See von Kenia ist jedoch der Turkana-See mit einer Fläche von 6405 Quadratkilometern. Er befindet sich im Nordwesten des Landes und streckt sich lang. Nur wenige Menschen leben hier.

Im 19. Jahrhundert war der See zunächst Rudolfsee genannt worden, nach Rudolf, dem Kronprinzen von Österreich und Ungarn (1858-1889). 1975 wurde er umbenannt in Turkana-See. Die Turkana sind die größte Volksgruppe, die hier am See lebt. Am Turkana-See hat man viele steinzeitliche Funde gemacht. Der Homo rudolfensis wurde sogar nach dem Rudolfsee benannt.

Der Grabenbruch ist hier 300 Kilometer breit. Vor Ort ist ein Vogelparadies entstanden, denn es leben hier riesige Flamingoschwärme, die sich am Seeufer niedergelassen haben. Dieser See hat nur einen einzigen ständigen Zufluss und keinen Abfluss. Er versalzt immer mehr.

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letzte Aktualisierung am 30.01.2026