Bolivien
Was spricht man in Bolivien?
Spanisch ist die Amtssprache in Bolivien. Als Muttersprache sprechen es 76 Prozent der Bolivianer. Insgesamt sprechen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Spanisch als Erst- oder Zweitsprache.
13 Prozent sprechen als Muttersprache Quechua und 7 Prozent Aymara, die somit die am häufigsten gesprochenen indigenen Sprachen sind. Quechua ist im Hochland und Südwesten vorherrschend, es war die Sprache der Inka. Aymara wird vor allem im Nordwesten von Bolivien gesprochen. Guaraní folgt schon mit großem Abstand mit nur noch 0,4 Prozent. Es wird vor allem im Südosten des Landes gesprochen.
Insgesamt werden in Bolivien 36 indigene Sprachen anerkannt. Allerdings sind einige von ihnen schon ausgestorben, werden also nicht mehr gesprochen. In jedem Departamento von Bolivien muss neben Spanisch mindestens eine weitere Sprache als Amtssprache gelten.
Die Mennoniten (→ Mennoniten) deutscher Abstammung sprechen übrigens eine Art Plattdeutsch, genannt Plautdietsch.
Spanisch in Bolivien
Das Spanisch, das in Bolivien gesprochen wird, unterscheidet sich von dem Spanisch, das man in Spanien spricht. Während man zum Beispiel in Spanien üblicherweise das c wie ein englisches th ausspricht, also zwischen den Zähnen (wie in through), spricht man in Bolivien (und in ganz Lateinamerika) das c wie ein scharfes s (wie in see). Das nennt man Seseo.
Zudem gibt es noch viele regionale Besonderheiten und Dialekte. Das Spanisch im Tiefland klingt anders als das in den Anden.
Eingang in das bolivianische Spanisch haben auch Wörter aus dem Quechua gefunden.
Typisch für weite Teile des Landes ist der Gebrauch des Voseo: Man sagt für "du" vos statt tu. Im östlichen Landesteil wird das sogar im Schriftlichen benutzt. Die Verbform ist dann auch etwas anders.