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Klimawandel in Deutschland

Der Klimawandel hat Folgen auch für Deutschland. Aber wie macht sich der Klimawandel in Deutschland überhaupt bemerkbar? Schon seit längerer Zeit erwärmt sich das Klima auf der Erde immer mehr. Man nennt das auch globale Erderwärmung. Das führt dazu, dass es immer mehr extreme Wetterereignisse gibt: Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen und Stürme nehmen zu. Mal hört es nicht auf zu regnen, mal scheint wochenlang die Sonne und die Erde trocknet aus.

Ein Beispiel für solch ein Ereignis in Deutschland ist die Flut im Ahrtal im Juli 2021. Es regnete so viel, dass die Ahr über die Ufer trat und in einer Flut alles mit sich riss. Besonders heiße Sommer verzeichnete Deutschland zum Beispiel in den Jahren 2017 und 2018. Im Winter 2023/24 hingegen regnete es so viel, dass es vor allem in Niedersachsen zu starkem Hochwasser kam.

Daten zum Klimawandel in Deutschland

Man kann den Klimawandel auch messen. So hat man errechnet, dass die mittlere Lufttemperatur zwischen 1881 und 2022 um 1,7 Grad gestiegen ist. Das hört sich nicht viel an, hat aber große Auswirkungen.

Dazu kommt, dass die fünf wärmsten Jahre alle nach dem Jahr 2000 auftraten. Die Temperatur steigt immer schneller an. Pro Jahr gibt es inzwischen neun "heiße Tage". In den 1950er Jahren waren es drei solcher Hitzetage. Als Hitzetag bezeichnet man Tage, an denen es mindestens 30 Gard warm ist.

Hingegen nahm die Zahl der Eistage ab. Dann beträgt die Temperatur unter 0 Grad. Waren es in den 1950er Jahren noch 28 Eistage, sind es jetzt nur noch 19. Weltweit betrachtet ist der Anstieg der Erwärmung übrigens geringer. Das heißt, in Deutschland ist die Erwärmung besonders groß.

Außerdem regnet es im Winter mehr als früher und im Sommer gibt es längere Hitzeperioden. Der Niederschlag verteilt sich also anders. Seit 1881 hat die Niederschlagsmenge um etwa 10 Prozent zugenommen.

2023 war übrigens weltweit das bisher heißeste Jahr. Seit den 1960er Jahren war jedes Jahrzehnt wärmer als das vorherige. Dieser Trend wird sich so fortsetzen, besonders wenn die globale Erwärmung nicht gestoppt wird.

Dann wird es noch längere Hitzeperioden geben, die Nächte werden wärmer, ebenso die Winter. Dürren im Sommer und Hochwasser im Winter werden weiter zunehmen, ebenso Sturmfluten und Unwetter mit Hagel sowie Hochwasser.

Folgen des Klimawandels in Deutschland

Der Klimawandel wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Viele Menschen können zum Beispiel nicht gut schlafen, wenn es nachts noch sehr warm ist. Hitzewellen sind also nicht gut für die Gesundheit. Und Hochwasser in der eigenen Wohnung hat natürlich auch sehr persönliche Auswirkungen.

Doch darüber hinaus gibt es noch viele weitere Folgen des Klimawandels auch in Deutschland. So gibt es Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, auf die Landwirtschaft und die Fischerei, auf den Verkehr und den Tourismus.

Biologische Vielfalt

Viele Arten von Tieren und Pflanzen kommen mit den höheren Temperaturen nur schwer zurecht. So geht es zum Beispiel der Fichte. Dürre macht ihr schwer zu schaffen. Im Harz ist das deutlich zu sehen. Nach mehreren trockenen Sommern konnte sich der Borkenkäfer stark ausbreiten und brachte viele Fichten zum Absterben.

Ursprünglich nicht in Deutschland heimische Tier- und Pflanzenarten können durch die höheren Temperaturen plötzlich auch hier leben und sich ausbreiten. Das führt aber oft dazu, dass heimische Arten ausgerottet werden.

Hinzu kommt, dass solche Neozoen (nicht heimische Tierarten), insbesondere wenn es sich um Insekten handelt, Krankheiten übertragen können, die es in Deutschland vorher nicht gab. Das gilt zum Beispiel für die Sandmücke, die Asiatische Tigermücke oder die Auwaldzecke.

Meer und Berge

Das Meerwasser hat sich erwärmt. So war die Nordsee 2017 durchschnittlich 1,3 Grad und die Ostsee sogar 1,6 Grad wärmer als noch 1969. Außerdem ist der Meeresspiegel gestiegen. In den vergangenen 100 Jahren hat sich der Meeresspiegel um 10 bis 20 Zentimeter erhöht. Inseln und küstennahe Städte sind vermehrt von Sturmfluten bedroht.

In den Bergen fällt hingegen weniger Schnee. Mittelgebirge wie das Erzgebirge oder das Fichtelgebirge merken das deutlich. Dort ist die Skisaison wesentlich kürzer als sie es früher war. Auch der Tourismus muss sich darum umstellen.

In den deutschen Alpen gibt es nur noch vier Gletscher, nachdem der Südliche Schneeferner 2022 weggeschmolzen war. Dieses Schicksal droht auch den übrigen Eisfeldern.

Wald

Der Wald ist nicht nur durch Schädlingsbefall wie im Fall der Fichten durch den Borkenkäfer, sondern auch durch Waldbrände und Extremwetter wie Hitze, Trockenheit und Stürme gefährdet. Das Risiko von Waldbränden ist durch den Klimawandel gestiegen. Mehr als 3000 Hektar waren 2022 in Deutschland von Waldbränden betroffen. Es wurden insgesamt 2397 Waldbrände gezählt. Das Mittel der Jahre 1993 bis 2021 lag bei nur 1.029 Waldbränden. In den heißen Sommern von 2018 und 2019 starben Bäume auf großen Flächen ab.

Landwirtschaft

Dürreperioden führen dazu, dass die Ernten kleiner ausfallen. So konnte im Jahr 2018 im Durchschnitt 18 Prozent weniger Getreide geerntet werden als in anderen Jahren. Weil Pflanzen früher blühen, steigt bei Obstbäumen die Gefahr von Spätfrost. Das kann die Ernte zerstören. Landwirte müssen neue Arten von Feldfrüchten anbauen, die mit Trockenheit besser zurechtkommen.

Gesundheit

Dass man in heißen Nächten schlechter schläft, haben wohl viele schon selbst erlebt. Doch gerade alte Menschen, Kranke und Kinder sind in ihrer Gesundheit gefährdet. Ihr Kreislauf kann zusammenbrechen, vor allem, wenn sie zu wenig trinken. Man schätzt, dass es in den heißen Jahren 2015, 2018 und 2019 jeweils rund 6000 Hitzetote in Deutschland gab. In kühleren Jahren sind es 1000 bis 1700.

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letzte Aktualisierung am 17.01.2024