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Wiesbaden - die Hauptstadt von Hessen

Wiesbaden ist die Hauptstadt von Hessen. Sie wird deshalb auch als hessische Landeshauptstadt bezeichnet. Viele Menschen vermuten zunächst, Frankfurt am Main sei die Hauptstadt Hessens, denn Frankfurt ist größer und wirtschaftlich bedeutender. Doch seit der Gründung des heutigen Bundeslandes im Jahr 1945 befindet sich der Sitz der hessischen Landesregierung in Wiesbaden.

Wo liegt Wiesbaden?

Wiesbaden liegt im Süden Hessens am rechten Ufer des Rheins. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite beginnt Mainz, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz. Wiesbaden und Mainz sind die einzigen Landeshauptstädte Deutschlands, die unmittelbar aneinandergrenzen.

In Wiesbaden leben rund 300.000 Menschen. Damit ist die Landeshauptstadt nach Frankfurt am Main die zweitgrößte Stadt Hessens. Wiesbaden gehört außerdem zur Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

Warum ist Wiesbaden die Hauptstadt von Hessen?

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete die amerikanische Militärregierung am 19. September 1945 das Land Groß-Hessen. Mehrere Städte kamen als Sitz der neuen Landesregierung infrage, darunter Frankfurt, Kassel, Darmstadt und Wiesbaden.

Am 12. Oktober 1945 entschieden die amerikanischen Behörden, die Landesregierung in Wiesbaden anzusiedeln. Wiesbaden war im Krieg weniger stark zerstört worden als die anderen großen Städte und besaß geeignete Gebäude für die Verwaltung. Außerdem hatte die zuständige amerikanische Militärregierung bereits ihren Sitz in Wiesbaden.

Frankfurt war zwar größer und wirtschaftlich bedeutender. Die Stadt wurde damals jedoch auch als möglicher Sitz einer zukünftigen deutschen Regierung betrachtet. Später wurde Bonn zur Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.

Wiesbaden blieb Sitz der hessischen Landesregierung. Seit 1946 tagt dort auch der Hessische Landtag. Im Jahr 1952 erhielt Wiesbaden offiziell die Bezeichnung „Landeshauptstadt“.

Wiesbaden auf einen Blick

Stadtfläche203,6 km²
Ortsbezirke26
KernstadtSechs Ortsbezirke gehören zum historischen Kern Wiesbadens.
Verwaltung der OrtsbezirkeJeder Ortsbezirk besitzt einen Ortsbeirat und eine Ortsvorsteherin oder einen Ortsvorsteher.
Waldflächerund 5.390 Hektar, also etwa 26 Prozent des Stadtgebietes
Landwirtschaftliche Flächerund 5.890 Hektar, also etwa 29 Prozent des Stadtgebietes
Weitere FlächenWohn- und Gewerbegebiete, Straßen, Gewässer, Parks und andere Grünflächen

Schiffchen

Was hat Wiesbaden mit einem Schiffchen zu tun? Wenn du in der Altstadt unterwegs bist, kann es sein, dass du den Begriff immer wieder mal hörst. Falls du eine Karte zur Hand hast, guck mal genau drauf, dann sieht die Altstadt von oben tatsächlich ein bisschen wie ein kleines Schiff, also ein "Schiffchen" aus.

Typisch für Wiesbaden?

Typisch für die Stadt oder auch das Stadtbild sind die vielen noch sehr gut erhaltenen Häuser in Wiesbaden. Denn Wiesbaden wurde während des Zweiten Weltkrieges wesentlich weniger zerstört als andere Städte. Es ging zwar schon einiges kaputt, aber die wichtigsten Gebäude, die das Stadtbild mitbestimmten, blieben erhalten. Diese Gebäude zählen zum großen Teil zum Klassizismus, zum Historismus und zum Jugendstil. Wir sprechen von einem Zerstörungsgrad von 30%. 

Warum ist Wiesbaden eine Kurstadt?

Ebenso typisch für die Stadt sind die vielen Thermal- und Mineralwasserquellen. Nicht ohne Grund heißt der Ort ja "wiesbaden". Jeden Tag sprudeln mehr als eine Million Liter an Mineralwasser - Vorsicht heiß! - aus den immerhin 26 Thermalquellen.

Klima in Wiesbaden

Wusstest du übrigens, dass Wiesbaden zu den wärmsten deutschen Städten zählt? Über 2000 Stunden im Jahr scheint hier die Sonne und die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 9,8 Grad Celsius. Am wärmsten kann es im Juli werden. Am meisten Regen fällt im Dezember. Aber wie immer Durchschnittswerte! Im Jahr 2020 war es zum Beispiel im Durchschnitt zwei Grad wärmer in Wiesbaden als sonst im Schnitt. Dafür fiel weniger Regen. Das muss sich nicht wiederholen, wenn es allerdings häufiger vorkommt, sprechen wir von einer Tendenz.

Sehenswürdigkeiten für Kinder in Wiesbaden

Ein Spazierung durch "Alt-Wiesbaden" lohnt sich auf jeden Fall. Es gibt kleine Gassen und die alten Häuser, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, sind absolut sehenswert. Das älteste Bauwerk Wiesbadens ist die Heidenmauer. Was soll das sein? Diese Mauer stammt noch aus der Zeit der Römer, ist also ziemlich alt und auch nur noch in Teilen erhalten, ist aber eine beeindruckende Sehenswürdigkeit in Wiesbaden.

Goldgasse

In der Altstadt liegt die Goldgasse, in der es viele Restaurants gibt und man sehr lecker essen gehen kann. Doch die Goldgasse hat ihren Namen aufgrund der vielen Goldschmiedegeschäfte, die auch offene Werkstätten anbieten, in die man mal einen Blick werfen kann.

Kurhaus

Wer durch die Innenstadt Wiesbadens spaziert, kommt automatisch am Kurhaus vorbei. Das Haus wurde im Stile des Klassizismus errichtet. Kaiser Wilhelm hat den Bau angestoßen und das war schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Noch heute wird es genutzt, meist für Feste, Galas oder Kongresse, die in Wiesbaden stattfinden. Das "Drumrum" lohnt einen Blick und ist einen Abstecher wert. Der Kurpark mit den alten Bäumen ist auf jeden Fall sehenswert. Nahe dem Kurhaus befindet sich das Hessische Staatstheater im barocken Stil. Kaskadenbrunnen und Platanen-Allee sind ebenfalls sehenswert.

Wasserballastbahn

Eine solche Bahn ist eine Standseilbahn. Eine Antriebsmaschine fehlt allerdings. Die Wagen - einer, der in die Höhe, einer, der in die Tiefe fährt, werden mittels Zugseil verbunden. Die Wagen befinden sich im Gleichgewicht. In dreieinhalb Minten legt die Nerobergbahn einen Höhenunterschied von 83 Metern zurück.

Auf den Neroberg

Wer Wiesbaden besucht, muss unbedingt einen Abstecher auf den Neroberg machen. Hier kannst du hochlaufen oder auch die Nerobergbahn nutzen. Bei dieser handelt es sich um eine Wasserballast-Bahn. Diese Bahn verbindet das Nerotal mit dem Neroberg. Hier liegt der Neroberg-Tempel, von dem aus man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Hier findest du auch ein Freibad und eine Kirche für russisch-orthodoxe Gläubige. Die Kirche, zu der auch noch ein Friedhof gehört, entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts.

Schloss Biebrich in Wiesbaden

Wiesbaden hat auch ein Schloss zu bieten, das wäre Schloss Biebrich, ein berühmtes Barockschloss. Ursprünglich war es mal ein Gartenhäuschen und wurde im Jahr 1701 erbaut. Es entwickelte sich zu einer wichtigen Residenz der Fürsten und Herzoge von Nassau. Das Schloss liegt in der Nähe des Rheins und überzeugt vor allem durch seine Architektur. Es finden Veranstaltungen statt und das Standesamt hat hier seinen Platz.

Bad und Zoo

Entspannung finden die Besucher im Themalbad Aukammtal. Link zu:  Für Kinder spannend ist zum Beispiel der Opel-Zoo. Der liegt zwar nicht direkt in Wiesbaden, sondern ein bisschen außerhalb und zwar in Kronberg im Taunus, das liegt etwa eine halbe Stunde von Wiesbaden entfernt.

Landesmuseum Wiesbaden

Das Landesmuseum Wiesbaden verbindet Kultur und Natur miteinander. So kannst du hier Kunstwerke angucken, aber auch Tiere und Pflanzen bestaunen. Mehr als eine Million Naturobjekte gibt es in der Naturhistorischen Sammlung zu entdecken.

Kurze Geschichte von Wiesbaden

Römer und heiße Quellen

Schon die Römer nutzten die heißen Quellen im Gebiet des heutigen Wiesbaden. Sie errichteten dort eine Siedlung und Badeanlagen. Die Quellen machten den Ort bereits in der Antike bekannt. Im frühen Mittelalter ließen sich Franken in der Region nieder. Im Jahr 829 oder 830 wurde der Ort erstmals unter dem Namen „Wisibada“ erwähnt. Der Name bedeutet ungefähr „Bad in den Wiesen“.

Wiesbaden und das Haus Nassau

Seit dem Mittelalter gehörte Wiesbaden zum Herrschaftsgebiet des Hauses Nassau. Die Stadt wurde mehrfach durch Kriege und Brände zerstört und immer wieder aufgebaut. Im 16. Jahrhundert wurde in Wiesbaden die Reformation eingeführt. Im 18. Jahrhundert ließen die Fürsten von Nassau das Schloss Biebrich am Rhein ausbauen. Es wurde zu ihrer wichtigsten Residenz.

Wiesbaden wird eine berühmte Kurstadt

Durch seine heißen Quellen entwickelte sich Wiesbaden im 18. und 19. Jahrhundert zu einem bekannten Kurort. Wohlhabende und berühmte Gäste kamen in die Stadt, um zu baden, sich zu erholen oder das Spielkasino zu besuchen. Besonders im 19. Jahrhundert wuchs Wiesbaden schnell. Es entstanden Hotels, Villen, Parks und prächtige öffentliche Gebäude. Kaiser Wilhelm II. besuchte die Stadt häufig. Das Kurhaus, das Hessische Staatstheater und viele Häuser im Stil des Historismus prägen das Stadtbild bis heute.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Ab 1933 wurden auch in Wiesbaden politische Gegnerinnen und Gegner verfolgt. Jüdinnen und Juden sowie Sinti und andere Menschen wurden entrechtet, vertrieben und ermordet. Während der Novemberpogrome 1938 zerstörten Nationalsozialisten die große Synagoge am Michelsberg. In den folgenden Jahren wurden jüdische Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sowie Sinti deportiert.

Wiesbaden wurde im Zweiten Weltkrieg bombardiert, aber weniger stark zerstört als viele andere deutsche Großstädte. Beim schwersten Luftangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1945 starben etwa 570 Menschen.

Wiesbaden wird Hauptstadt von Hessen

Am 19. September 1945 gründete die amerikanische Militärregierung das Land Groß-Hessen. Am 12. Oktober 1945 bestimmte sie Wiesbaden zum Sitz der neuen Landesregierung.

Für Wiesbaden sprachen vor allem zwei Gründe: Die Stadt war weniger stark zerstört als Frankfurt, Darmstadt oder Kassel. Außerdem befand sich die zuständige amerikanische Militärregierung bereits dort.

Wiesbaden blieb auch nach der Gründung des heutigen Landes Hessen die Landeshauptstadt. Heute befinden sich dort der Hessische Landtag, die Landesregierung und zahlreiche Landesbehörden. Auch das Bundeskriminalamt und das Statistische Bundesamt haben ihren Hauptsitz in Wiesbaden.

Häufige Fragen zur Hauptstadt Wiesbaden

Wie heißt die Hauptstadt von Hessen?

Die Hauptstadt von Hessen heißt Wiesbaden. Dort haben die hessische Landesregierung und der Hessische Landtag ihren Sitz.

Warum ist nicht Frankfurt die Hauptstadt von Hessen?

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wiesbaden zum Sitz der neuen Landesregierung bestimmt. Die Stadt war weniger stark zerstört als Frankfurt und besaß geeignete Gebäude für die Verwaltung.

Seit wann ist Wiesbaden die Hauptstadt von Hessen?

Wiesbaden wurde am 12. Oktober 1945 zum Regierungssitz des neuen Landes Groß-Hessen bestimmt. Seit 1952 trägt die Stadt offiziell die Bezeichnung Landeshauptstadt.

Ist Wiesbaden größer als Frankfurt?

Nein. Frankfurt am Main ist die größte Stadt Hessens. Wiesbaden ist die zweitgrößte Stadt und trotzdem die Landeshauptstadt.

Wo liegt Wiesbaden?

Wiesbaden liegt im Süden Hessens am rechten Ufer des Rheins. Auf der anderen Rheinseite liegt Mainz, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz.

Wofür ist Wiesbaden bekannt?

Wiesbaden ist vor allem für seine heißen Thermalquellen, das Kurhaus, den Neroberg, Schloss Biebrich und seine gut erhaltenen historischen Gebäude bekannt.

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letzte Aktualisierung am 10.07.2026