Deutschlands Flagge Deutschland - Berlin

So sah Berlin 1829 aus. Noch gibt es kaum Industrie.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Berlin 1829
In den Borsigwerken wurden Lokomotiven gebaut.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Borsigwerke
Hier entstehen gerade Mietskasernen.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Bau von Mietskasernen 1875
Während der Märzrevolution 1848 kam es in Berlin zu Barrikadenkämpfen wie hier am Alexanderplatz.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Berlin Märzrevolution

Berlin in der Industriellen Revolution - 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert ist die Zeit der Industriellen Revolution. Bis ins 18. Jahrhundert waren die meisten Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. In den Städten gab es Manufakturen: Per Hand wurden Produkte hergestellt. Nun entwickelte sich Industrie: Es wurden Fabriken gebaut, in denen mit Hilfe von Maschinen Dinge hergestellt wurden. Weil sich dadurch aber auch die Lebensumstände der Menschen stark änderten, spricht man auch von der Industriellen Revolution. Es war ein großer Umbruch.

Auch in Berlin war das so. Eine der ersten und größten Fabriken wurde 1837 von August Borsig gegründet. Er wurde zum größten Unternehmer seiner Zeit. Seine Fabrik, die Borsigwerke, stellte Lokomotiven her. Borsig wurde innerhalb von wenigen Jahren Europas größter Lieferant von Lokomotiven. Schon im Jahr 1854 wurde die 500. Dampflok fertiggestellt und nur vier weitere Jahre später feierte man die 1000. Lok. 2800 Arbeiter waren zu dieser Zeit für die Borsigwerke tätig. Auch das Eisenbahnnetz wurde ausgebaut, mehrere Bahnhöfe entstanden, z. B. der Anhalter Bahnhof. Berlin entwickelte sich zu einem der größten Verkehrsknotenpunkte Europas. 1830 entstand als erstes Museum auf der Museumsinsel das Alte Museum.

Andere Firmen wie Siemens (1847) und später AEG oder Agfa wurden ebenfalls gegründet. 1861 wurden weitere Vorstädte eingemeindet. Immer mehr Wohnquartiere für Arbeiter entstanden. Typisch für Berlin wurden die Häuserblocks, die über mehrere Innenhöfe miteinander verbunden wurden. In diesen Mietskasernen herrschten oft miserable Wohnbedingungen. Es entstand ein regelrechter Mietskasernengürtel um die Innenstadt, der sogenannte Wilhelminische Ring. Im Südwesten der Stadt entstanden hingegen mondäne Villenviertel, etwa in Lichterfelde oder Grunewald. 1816 lebten etwa 200.000 Menschen in Berlin, 1846 waren es schon 408.000.

1840 wurde Friedrich Wilhelm IV. König. In der Märzrevolution 1848 kam es auch in Berlin zu Aufständen und Barrikadenkämpfen gegen die königstreuen Truppen. Der König machte zunächst Zugeständnisse, zum Beispiel die Pressefreiheit, nahm die meisten davon aber schon 1849 wieder zurück. Das Dreiklassenwahlrecht wurde eingeführt, eine Verfassung trat in Kraft, Preußen war damit eine konstitutionelle Monarchie.

1850 wurde der Landwehrkanal eingeweiht, der die Spree beim Warenhandel auf dem Wasser entlasten sollte. 1860 wurde die Akzisemauer abgerissen. 1861 übergab der König die Macht aus gesundheitlichen Gründen an seinen jüngeren Bruder Wilhelm. 1865 wurde die erste Pferdebahn eröffnet. 1869 wurde das Rote Rathaus fertig erbaut.

Wie es weitergeht, erfährst du auf Seite 8 - Berlin wird die Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs.

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letzte Aktualisierung am 30.04.2021