Papua-Neuguinea
Was ist typisch für Papua-Neuguinea?
Papua-Neuguinea ist ein Land voller Gegensätze. In der Hauptstadt Port Moresby gibt es moderne Gebäude, Autos, Internet und Universitäten. In vielen abgelegenen Bergregionen sieht der Alltag aber ganz anders aus. Manche Dörfer sind nur zu Fuß, mit dem Boot oder mit kleinen Flugzeugen erreichbar. Straßen gibt es nicht überall, und das macht vieles schwierig: den Schulweg, den Transport von Waren oder den Besuch bei einem Arzt.
Gerade diese Abgeschiedenheit ist ein Grund dafür, dass in Papua-Neuguinea so viele Sprachen und Kulturen erhalten geblieben sind. Viele Gemeinschaften lebten lange in Tälern, Bergregionen oder auf Inseln voneinander getrennt. So konnten sich eigene Sprachen, Bräuche und Traditionen entwickeln. Heute werden im Land mehr als 800 Sprachen gesprochen.
Wie ist die medizinische Versorgung in Papua-Neuguinea?
Die medizinische Versorgung ist vor allem auf dem Land oft schwierig. In manchen Regionen gibt es nur wenige Ärzte oder Krankenstationen. Wer krank wird, muss manchmal sehr weit reisen, um Hilfe zu bekommen. Besonders für Kinder, Schwangere und ältere Menschen kann das gefährlich sein. Hilfsorganisationen, Kirchen und der Staat versuchen, die Versorgung zu verbessern, doch das ist in einem so bergigen Land nicht einfach.
Hexenglaube
Schwarze Magie und Hexerei sind immer noch im Glauben der Bewohner fest verankert. So werden immer wieder Menschen verdächtigt, am Unglück, einer Krankheit oder gar am Tod eines anderen Dorfbewohners schuld zu sein. Schlechte Ernten, Unwetter oder Einbrüche finden ebenso schnell einen Schuldigen. Eine Hexe ist daran schuld. Und wie im Mittelalter trifft die Schuld oft Frauen, die allein leben oder Witwen sind. Falls diese auch noch wissen sollte, wie mit Kräutern zu heilen ist, dann ist es umso schlimmer für sie.
Was ist Sanguma?
Sanguma heißt der Glaube an die Schwarze Magie. Zwar gibt es schon lange ein Gesetz, das diese Rituale verbietet und fast alle Bewohner Papua-Neuguineas sind Christen. Doch schon immer verbanden sich die alten Religions- und Geistervorstellungen mit dem Christentum. Meist ging dies auch problemlos. Doch je stärker das moderne Leben in die alten Kulturen eindringt und je unsicherer die Menschen werden, desto stärker klammern sie sich wieder an die alten Geistervorstellungen. In Papua-Neuguinea liegt die Aidsrate von allen pazifischen Inseln am höchsten.
Viele Opfer sind Frauen
Wie viele Opfer es jährlich gibt, weiß man nicht so genau. Jedenfalls bleiben die Frauen, die einmal als Hexe bezeichnet wurden, meist ihr Leben lang auf der Flucht und können nicht mehr in ihr Dorf zurückkehren. Kirchliche Organisationen und andere Hilfseinrichtungen versuchen, diesen Menschen zu helfen, doch es ist nicht einfach, den Leuten den Aberglauben zu nehmen, der ihnen in einer ihnen unvertrauten Welt auch eine gewisse Sicherheit bietet.
Was ist ein Clan?
Ein Clan ist eine große Familie, deren Mitglieder von gemeinsamen Vorfahren abstammen. In vielen Dörfern Papua-Neuguineas spielen Clans bis heute eine wichtige Rolle. Sie helfen einander und treffen oft gemeinsam wichtige Entscheidungen.
Nicht immer geht es friedlich zu
Oft geht es in den Dörfern der Berge nicht nur friedlich zu. Immer wieder kommt es zum Streit zwischen verschiedenen Clans. Das sind Familien, die in den einzelnen Dörfern bestimmen und um Land, Macht oder auch um Geld kämpfen.
Geben und Nehmen
Ein wichtiges Prinzip in vielen Gemeinschaften Papua-Neuguineas ist das Geben und Nehmen. Bei Hochzeiten, Festen oder wichtigen Ereignissen tauschen Familien Geschenke aus. Das können Schweine, Nahrungsmittel, Muschelgeld oder Geldscheine sein.
Diese Gaben sind nicht einfach nur Geschenke. Sie zeigen, dass Familien miteinander verbunden sind und Verantwortung füreinander übernehmen. Wer etwas gibt, darf später auch Hilfe erwarten. So stärken solche Tauschgaben die Gemeinschaft.
Die Rolle der Frauen
Die Rolle von Frauen ist in Papua-Neuguinea je nach Region sehr unterschiedlich. In vielen Dörfern kümmern sich Frauen traditionell um Kinder, Gärten, Essen, Schweine und den Haushalt. Männer treffen oft die wichtigen Entscheidungen im Dorf oder im Clan. Gleichzeitig verändert sich vieles. Heute arbeiten Frauen auch als Lehrerinnen, Ärztinnen, Händlerinnen, Unternehmerinnen oder Politikerinnen. Trotzdem sind Frauen vielerorts noch benachteiligt. Sie haben oft weniger Einfluss auf Entscheidungen und sind häufiger von Gewalt betroffen.
In der Verfassung sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Doch im Alltag ist diese Gleichberechtigung noch nicht überall erreicht. Viele Organisationen setzen sich deshalb dafür ein, dass Mädchen zur Schule gehen, Frauen mitbestimmen und besser geschützt werden.

