Papua-Neuguinea
Wie leben Kinder in Papua-Neuguinea?
Kinder in Papua-Neuguinea wachsen sehr unterschiedlich auf. In der Hauptstadt Port Moresby gibt es Strom, Internet, Autos, Schulen und moderne Technik. Auf dem Land oder in abgelegenen Bergregionen sieht der Alltag oft ganz anders aus. Viele Familien haben nur wenig Strom oder gar keinen festen Stromanschluss. Fernsehen, Computer oder schnelles Internet sind dort nicht selbstverständlich.
Viele Menschen stehen früh auf, oft schon bei Sonnenaufgang. Auch Kinder beginnen ihren Tag früh. Manche helfen zu Hause, holen Wasser, passen auf jüngere Geschwister auf oder begleiten ihre Eltern auf den Markt oder in den Garten. Viele Familien bauen selbst an, was sie zum Leben brauchen.
Wie kommen Kinder zur Schule?
Der Schulweg kann für die Schulkinder in Papua-Neuguinea lang sein. Nicht überall gibt es ausgebaute Straßen. Manche Kinder laufen auf schmalen Pfaden, andere fahren mit dem Boot oder müssen weite Strecken bis zur nächsten Schule zurücklegen. In abgelegenen Regionen kann der Weg zur Schule sehr anstrengend sein. Das ist einer der Gründe, warum manche Kinder nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen.
In den Städten ist die Lage oft besser. Dort gibt es mehr Schulen, bessere Straßen und eher Zugang zu Büchern, Computern oder Bibliotheken. Doch auch dort haben nicht alle Familien die gleichen Möglichkeiten.
Gehen alle Kinder in Papua-Neuguinea zur Schule?
Viele Kinder besuchen eine Schule, aber längst nicht alle. Etwa jedes vierte Kind im Schulalter geht nicht zur Schule. Mädchen sind davon etwas häufiger betroffen als Jungen. Besonders schwierig ist es für Kinder in armen Familien, in abgelegenen Dörfern oder in Regionen, in denen es Konflikte gibt.
Der Staat versucht, den Schulbesuch zu erleichtern. In den letzten Jahren wurden Schulgebühren stärker übernommen oder abgeschafft. Trotzdem kostet Schule für viele Familien noch Geld: für Hefte, Kleidung, Wege, Essen oder andere Beiträge. Für arme Familien ist das oft schwer zu bezahlen.
Viele Schulen werden von Kirchen unterstützt
Schulen spielten schon in der Kolonialzeit und Missionszeit eine wichtige Rolle. Bis heute betreiben oder unterstützen Kirchen viele Schulen in Papua-Neuguinea. Daneben gibt es staatliche Schulen und private Schulen. Besonders in abgelegenen Gegenden sind kirchliche Einrichtungen oft wichtig, weil sie dort Bildung ermöglichen, wo der Staat nicht überall gut vertreten ist.
Warum ist Lernen manchmal schwierig?
Viele Schulen haben zu wenige Klassenzimmer, zu wenig Material oder nicht genug gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Manche Klassen sind sehr groß. In einigen Schulen fehlen Bücher, Toiletten oder sauberes Wasser. Auch wenn Kinder eingeschult werden, lernen sie deshalb nicht immer genug.
Ein großes Problem ist das Lesen. Viele Kinder können nach mehreren Schuljahren noch nicht sicher lesen. Das macht den weiteren Schulbesuch schwer, denn wer nicht gut lesen kann, versteht auch andere Fächer schlechter.
Mädchen haben es oft schwerer
Mädchen haben in Papua-Neuguinea oft schlechtere Bildungschancen als Jungen. Manche verlassen die Schule früher, weil sie zu Hause helfen müssen, weil der Schulweg unsicher ist oder weil die Familie das Geld zuerst für die Ausbildung der Jungen ausgibt.
Trotzdem verändert sich einiges. Viele Eltern möchten heute, dass auch ihre Töchter zur Schule gehen. Bildung ist für Mädchen besonders wichtig: Wer lesen, schreiben und rechnen kann, hat später bessere Chancen auf einen Beruf und kann selbstbestimmter leben.





