Neuseelands Flagge Neuseeland

Wer sind die Maori in Neuseeland?

Die Maori sind die ursprüngliche Bevölkerung Neuseelands. Sie wohnten schon dort, als die europäischen Seefahrer die Inseln entdeckten. Die Vorfahren der Maori wanderten wahrscheinlich in mehreren Wellen zwischen dem 8. und dem 14. Jahrhundert nach Neuseeland ein. Ob sie Neuseeland durch Zufall entdeckten oder gezielt, ist nicht ganz klar. Auch der tatsächliche Zeitpunkt ist nicht genau bekannt.

17 von 100 Bewohnern sind heute in Neuseeland Maori. Auch ihre Sprache, Te Reo Māori, wird noch gesprochen. Viele Neuseeländer lernen sie heute wieder in der Schule. „Hallo“ heißt auf Māori übrigens „Kia ora“ – das bedeutet gleichzeitig auch „Danke“ oder „Guten Tag“. 

Lange Zeit wurden die Maori in Neuseeland von neu hinzugekommenen weißen Siedlern schlecht behandelt. Diese enteigneten deren Land und zerstörten es. Die Maori verfügten über kein Mitspracherecht in der Politik. 

Schwierige Zeiten für die Māori

Als europäische Siedler nach Neuseeland kamen, veränderte sich das Leben der Māori stark – und oft zum Schlechten. Viele Māori verloren ihr Land, und sie hatten lange Zeit kein Mitspracherecht in der Politik. Ein wichtiges Ereignis war der Treaty of Waitangi im Jahr 1840. Dieser Vertrag sollte eigentlich die Rechte der Māori schützen. In der Realität wurde er aber oft nicht eingehalten.

Erst viel später, besonders ab den 1960er Jahren, begann ein Umdenken. 1975 wurde das Waitangi Tribunal gegründet, das Beschwerden der Māori prüft. Seitdem konnten viele Māori ihre Rechte einfordern und bekamen teilweise Entschädigungen.

Leben der Māori heute

Auch wenn sich vieles verbessert hat, gibt es noch Unterschiede zwischen Māori und anderen Neuseeländern. Im Durchschnitt haben Māori:

  • ein geringeres Einkommen
  • schlechtere Bildungschancen
  • häufiger gesundheitliche Probleme

Das zeigt: Gleichberechtigung ist noch nicht vollständig erreicht.

Traditionen und Kultur der Māori

Viele Māori pflegen bis heute ihre Traditionen und Bräuche. Dazu gehören:

  • kunstvolles Schnitzen von Holz
  • Weben von Kleidung und Körben
  • traditionelle Tänze wie der berühmte Haka

In Museen und auf Märkten in Neuseeland kannst du diese Kunstwerke entdecken. Oft werden sie auch an Besucher verkauft.

  • Holzschnitzereien sind typisch für die Kunst der Maori. Hier siehst du auch die Tattoos, die die Köpfe der Figuren zieren. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Auch in Felsen gehauene Zeichnungen sind typisch für die Maori. [ © Quelle: pixabay.com ]
  • Grimassen schneiden und die Zunge rausstrecken dienten dem Erschrecken der Feinde. [ © Steve Evans / CC BY 2.0 ]
  • Ihre Traditionen bewahren die Maori auch über das Kunsthandwerk wie der Mann auf diesem Bild. [ © Steve Evans / CC BY 2.0 ]

Typische Māori-Kultur – Bräuche und Traditionen

Die Māori-Kultur in Neuseeland ist reich an spannenden Bräuchen. Viele dieser Traditionen werden bis heute gepflegt und sind ein wichtiger Teil des Alltags. Hier lernst du einige typische Besonderheiten kennen.

Begrüßung mit dem Hongi

Die Māori begrüßen sich oft auf eine ganz besondere Weise: Sie drücken ihre Nasen und Stirnen sanft aneinander. Diese Begrüßung nennt man Hongi. Dabei wird symbolisch der „Atem des Lebens“ geteilt. Das bedeutet: Zwei Menschen zeigen damit, dass sie miteinander verbunden sind. Ganz schön besonders, oder?

Der Haka – berühmter Tanz der Māori

Der Haka ist ein weltbekannter Tanz der Māori. Früher wurde er oft vor Kämpfen aufgeführt, um Gegner einzuschüchtern und Mut zu zeigen. Typisch für den Haka sind:

  • laute Rufe
  • stampfende Bewegungen
  • starke Grimassen
  • herausgestreckte Zunge

Heute wird der Haka bei vielen Anlässen gezeigt – nicht nur im Krieg. Besonders bekannt ist er durch die Rugby-Nationalmannschaft von Neuseeland, die All Blacks. Sie führen den Haka vor jedem Spiel auf. Ob die Gegner dann nervös werden? Das kann gut sein!

Tā moko – traditionelle Tattoos der Māori

Tätowierungen haben bei den Māori eine lange Tradition. Diese besonderen Tattoos nennt man Tā moko. Früher zeigten sie:

  • den sozialen Rang einer Person
  • die Familiengeschichte
  • wichtige Lebensereignisse

Männer trugen oft aufwendige Gesichtstätowierungen. Frauen hatten traditionell eher Tattoos am Kinn. Heute entscheiden Menschen selbst, ob und wo sie ein Tā moko tragen – die Bedeutung ist aber immer noch sehr wichtig.

letzte Aktualisierung am 23.04.2026