Thailand
Das Reich der Thai
In das Gebiet des heutigen Thailand wanderten zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert verschiedene Gruppen der Thai (Tai) aus dem Süden Chinas ein. Sie gründeten mehrere kleinere Fürstentümer.
Eines der ersten großen Reiche war das Königreich Sukhothai, das im Jahr 1238 entstand. Als Gründer gilt der Herrscher Khun Bang Klang Thao, der später den Königstitel Si Inthrathit annahm.
Unter dem berühmten König Ramkhamhaeng (regierte etwa 1279–1298) erreichte das Reich seine größte Ausdehnung. In seiner Zeit wurde der Theravada-Buddhismus stark gefördert und verbreitete sich im Land. Außerdem entwickelte sich eine frühe thailändische Schrift.
Nach dem Tod Ramkhamhaengs verlor das Reich jedoch an Macht.
Die Reiche Ayutthaya, Thonburi und Rattanakosin
Nach dem Niedergang von Sukhothai entstand das mächtige Königreich Ayutthaya, das von 1351 bis 1767 bestand. Ayutthaya entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum in Südostasien. Im Jahr 1767 wurde die Hauptstadt Ayutthaya von Truppen aus Myanmar (damals Burma) zerstört. Kurz darauf gründete der König Taksin das Königreich Thonburi, das jedoch nur wenige Jahre bestand (1767–1782).
1782 begann die bis heute bestehende Rattanakosin-Periode. Der neue König Rama I gründete die Chakri-Dynastie und verlegte die Hauptstadt nach Bangkok. Die Könige dieser Dynastie tragen den Titel Rama.
Kupferstiche von Siamesen um 1693
Siam und der Kontakt mit Europa
Der Staat wurde in Europa lange Siam genannt. Schon im 16. Jahrhundert kamen europäische Händler nach Siam. Die ersten waren die Portugiesen, später folgten Spanier, Niederländer, Engländer und Franzosen.
Viele europäische Mächte versuchten damals, Länder in Asien zu Kolonien zu machen. Doch Siam gelang es, seine Unabhängigkeit zu bewahren.
Siam bleibt unabhängig
Im 19. Jahrhundert bauten die Könige Siam weiter aus und öffneten das Land stärker für den Handel mit Europa. Besonders wichtig waren Reformen unter den Königen Rama IV und Rama V.
Diese modernisierten das Land, bauten Verwaltung, Schulen und Eisenbahnen aus und verhinderten so, dass Siam zur Kolonie wurde.
Trotzdem musste Siam einige Gebiete an europäische Kolonialmächte abtreten. Teile des früheren siamesischen Reiches wurden später Teil der französischen Kolonie Französisch-Indochina, aus der die heutigen Staaten Vietnam, Laos und Kambodscha entstanden.
Wie es mit Siam weiterging, erfährst du auf der nächsten Seite.

