Japans Flagge Japan

Arbeiten und Familie

Arbeit und Familie lassen sich in Japan oft nicht leicht vereinen.[ © Gin_Chilla / CC BY-ND 2.0 ]
Mutter mit Kind in Japan

Auch deine Eltern arbeiten sicher viel. Doch in Japan sind die Arbeitszeiten um einiges länger als bei uns. 15 Stunden am Tag sind keine Seltenheit. Doch wie lassen sich solche Arbeitszeiten mit einer Familie verbinden? Stell dir vor, du würdest deine Eltern gar nicht mehr sehen, weil sie den ganzen Tag arbeiten!

In Japan ist es oft so, dass Frauen nach der Heirat und spätestens nach Geburt des ersten Kindes zu Hause bleiben und sich um den Haushalt und Kind kümmern. Von den Vätern wird erwartet, dass sie weiter viele Stunden arbeiten. Es gibt zwar eine Kinderbetreuung, aber die ist meist teuer und 15 Stunden, das ginge ja auch bei uns nicht. Es gibt natürlich auch Japanerinnen, die außerhalb des Hauses arbeiten, aber diese haben meist keine Kinder. 

Die Politik muss es Frauen ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren, damit wieder mehr Kinder geboren werden.[ © neekoh.fi / CC BY 2.0 ]
Japanische Businessfrau

Eine alternde Gesellschaft

Die Folge ist, dass in Japan die Kinder fehlen, mehr als in vielen anderen Ländern der Welt. Man sagt dann, dass eine Gesellschaft "vergreist". Das bedeutet, dass es mehr alte als junge Menschen gibt. Doch so langsam machen sich auch die Japaner Sorgen wegen dieser Entwicklung. Junge Japanerinnen und Japaner wünschen sich eine gute Arbeit UND eine Familie. Dies ist ein Wunsch, den sie mit allen jungen Menschen auf der Welt gemeinsam haben. Doch hier ist die japanische Politik gefragt und die ist eben noch sehr konservativ und traditionell.

Und es gibt mittlerweile auch in Japan immer mehr Frauen, die nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten. Allerdings meist erst, wenn das Kind dann in den Kindergarten geht. Doch sind Mütter in Japan für ihre Kinder sehr lange verantwortlich, sogar bis sie die Universität abgeschlossen haben. Und viele Kinder werden dann eben erst sehr spät selbstständig, weil sie es eben nie gelernt haben.

In Japan lebt man eng zusammen, da ist es wichtig, dass man aufeinander achtet.[ © 古 天熱 / CC BY-SA 2.0 ]
Menschenmenge in Tokio

Erziehung in Japan

Während wir in Europa oder überhaupt im Westen unser persönliches Wohl in den Mittelpunkt stellen, ist es für den Japaner wichtiger, dass es allen gut geht, das Gemeinwohl ist entscheidend. Und das lernen schon die Kinder. So lernen sie schon früh, dass sich der Einzelne unterordnen muss.  Doch schimpfen japanische Eltern mit ihren Kindern sehr viel weniger. Kleinen Kindern lässt man meist ihren Willen. Dennoch lernen diese schon sehr früh, wie man richtig miteinander umgeht. So sitzen japanische Kinder auch mit ihren Eltern im Restaurant oder im Theater, ohne zu quengeln.  

Vom angesehenen Geschäftsmann wird man schnell zum Obdachlosen, denn in Japan hängt viel vom Job ab.[ © Takayuki Miki (三木貴幸) / CC BY-ND 2.0 ]
Tokio, Business

Die Firma ist wie eine Familie

Anders als bei uns ist bei den Japanern die Firma, für die man arbeitet, wie eine Familie. Japaner tun sehr viel für ihre Firma, die sie dann als Gegenleistung auch schützt. Früher arbeiteten viele Japaner ein Leben lang für "ihre Firma", doch das hat sich heute geändert. Wem gekündigt wird, der verliert auch seine Wohnung. So gibt es auf Japans Straßen immer mehr junge Japaner, die irgendwo in einem Café übernachten oder auf der Straße leben. Wer keinen festen Wohnsitz hat, findet keine Arbeit und ohne Arbeit findet man keinen festen Wohnsitz. Auch in einem reichen Land geht es nicht allen Menschen gleichermaßen gut. 

Geschäftsleute in Japan

Ein Geschäftsmann in der U-Bahn von Tokio[ © Tinou Bao / CC BY 2.0 ]
Mann in einer U-bahn
Ein beschäftigter Mann in Japan[ © postscapes / CC BY 2.0 ]
Beschäftigter Mann in Japan
Viele Menschen haben es immer sehr eilig in Japan. [ © Banalities / CC BY 2.0 ]
Geschäftsmänner in Japan
letzte Aktualisierung am 18.05.2020