Japans Flagge Japan

Puppen in japanischen Kimonos[ © David Wiley / CC BY 2.0 ]
Japan, Puppen

Das Fest der Mädchen

In Japan gibt es ein Mädchenfest, das immer am dritten Tag des dritten Monats stattfindet, also am 3. März. Es heißt auf Japanisch Hina-Matsuri. Hierfür werden Puppen auf einer Treppe angeordnet. Diese Puppen sollen den traditionellen japanischen Hofstaat darstellen, deshalb tragen auch alle Puppen Kimonos. Kaiser und Kaiserin stehen auf der obersten Stufe der Treppe, gefolgt von weiteren Figuren des Kaiserhofes auf den folgenden Stufen und verschiedenen Einrichtungsgegenständen wie Möbeln usw.  Diese Puppen werden schon einige Zeit vor dem eigentlichen Fest aufgestellt.  Doch welchen Zweck haben diese Puppen? 

Ein japanisches Mädchen steht in einem Blumenfeld.[ © Reginald Pentinio / CC BY 2.0 ]
Mädchen in einem Blumenfeld

Sie sollen die bösen Geister vertreiben. Früher wurden die Puppen aus Papier hergestellt und auf kleinen Strohflößen in den nächsten Fluss gesetzt. Doch heutzutage werden diese Puppen aus Porzellan angefertigt und sind deshalb sehr viel teurer. So lassen sich manche Eltern dieses Fest viel Geld kosten. Es kommen Familienmitglieder, Verwandte und auch Freunde und man feiert gemeinsam, isst zusammen und singt. Die Mädchen dürfen allerdings eines keinesfalls vergessen: Die Puppen müssen vor dem nächsten Tag wieder aufgeräumt werden. Sonst bekommt das Mädchen keinen Mann, so jedenfalls glauben es die Japaner.

Diese beiden feiern das japanische Kinderfest.[ © Barron Fujimoto / CC BY-ND 2.0 ]
Kinderfest, Japan

Das Kinderfest – Jungenfest – in Japan

Am 5. Mai wird der Tag der Kinder gefeiert. Früher war dieser Festtag den Jungen vorbehalten, zumindest hieß dieser Tag offiziell "Knabenfest". Heute hörst du auch meist den Begriff "Kinderfest", denn Mädchen und Jungen feiern ihn gemeinsam. Im Japanischen heißt dieses Fest Kodomo no hi. An diesem Tag bemalen die Kinder Karpfen aus bedrucktem Tuch und hängen diese an einer Fahne auf. Warum Karpfen?

Dieser Fisch ist ein Symbol für Stärke, Mut und Ausdauer, schwimmt der Karpfen doch gegen den Strom. Dies erinnert an die Taten der Samurai, der alten Krieger, die in Japan sehr verehrt werden. Und alle Kinder sollen so heldenhaft, so kraftvoll und erfolgreich wie die Samurai werden. Die Fahnen heißen Koi Nobori, wobei Koi eben "Karpfen" bedeutet, und haben verschiedene Farben. So bekommt jeder Vater eine schwarze, die Mutter eine rote und der Sohn eine blaue Fahne.

Die alte Tradition bleibt also doch bestehen, dass dieses Fest den männlichen Kindern gewidmet ist, auch wenn die Mädchen mitmachen dürfen. Bis sich eine aus dem 6. Jahrhundert stammende Tradition ändert, braucht es eben eine ganze Weile. 

Die Girlanden aus Stoffkarpfen[ © Guilhem Vellut / CC BY 2.0 ]
Karpfen
In Gedenken an die Samuraikämpfer gibt es Vorführungen.[ © Comissão de Jovens / CC BY-SA 2.0 ]
Samurai
Man nennt die Girlanden "Koi nobori".[ © Guilhem Vellut / CC BY 2.0 ]
Koinobori
Der Kimono hat eine lange Tradition in Japan.[ © A.Davey / CC BY 2.0 ]
Japan, Kimono

Was ist ein Kimono?

Vielleicht hast du schon einmal einen Kimono gesehen? Das ist ein Kleidungsstück, das in Japan eine alte Tradition besitzt. Heutzutage trägt man es vor allem zu festlichen Anlässen und traditionellen Feiern. Es schaut wie ein langer Mantel aus. Sowohl Frauen als auch Männer tragen Kimonos. Kimonos bestehen aus Seide oder Baumwolle.

Kimonos werden nicht durch Knöpfe zusammengehalten, sondern ein Gürtel in der Taille, der Obi, hält den Kimono zusammen. Die Enden des Kimonos binden Frauen zu einer Schleife. Zumindest die jungen Frauen machen das so, bei älteren Frauen sieht das Rückenteil wie ein Rucksack aus. Übrigens will das Anziehen eines Kimonos gelernt sein. Noch heute gilt der Kimono als wichtige Haustracht, bei uns würde man dann vielleicht einen Hausanzug tragen, was natürlich nicht so schick aussieht wie ein Kimono. 

Was sind Tabi?

Zu einem Kimono trägt man dann auch ganz besondere Socken, die "Tabi" heißen. Diese sind knöchelhoch und der Zeh ist abgetrennt. Damit kann man sie auch in den traditionellen Sandalen tragen. Die sehen übrigens so aus wie Flip-Flops, nur bestehen sie oft aus Stroh.

Kimonos sind oft sehr teuer. Sie sind auch ziemlich schwer an- und auszuziehen, auch dies will gelernt sein. Übrigens kannst du an den Ärmeln eines Kimonos eine verheiratete Frau erkennen: Die Ärmel ihres Kimonos sind kürzer als die bei einer unverheirateten Frau oder einem jungen Mädchen. Diese tragen meist bunte Kimonos mit einem fröhlichen Muster.

Je offizieller der Anlass ist, zu dem ein Kimono getragen wird, so komplizierter ist der Kimono. Manche Kimonos werden nur zu einem speziellen Anlass getragen, zum Beispiel zu einer Hochzeit. Da kann das Anlegen der traditionellen japanischen Kleidung schon auch einmal mehrere Stunden dauern. Im normalen Alltag wirst du einem Kimono seltener begegnen. 

Auch Männer tragen einen Kimono.[ © Armand / CC BY 2.0 ]
Kimonoträger
So sehen Kimonos von hinten aus.[ © 2benny / CC BY 2.0 ]
Japanischer Kimono
Tabi in japanischen High Heels[ © Vanvelthem Cédric / CC BY-SA 4.0 ]
Japanische Tabi

 

 

Einen Kimono gibt es auch schon für die ganz Kleinen.[ © Cyril Bèle / CC BY 2.0 ]
Kimono, Kinder, Japan

Tragen auch Kinder einen Kimono?

Ja, das gibt es schon. Allerdings können wir davon ausgehen, dass sie das einfach deshalb tun, weil sie sich gerne verkleiden, das tust du ja auch vielleicht manchmal. Es kann ebenso gut sein, dass Kinder die Kimonos, die ja weder leicht anzuziehen noch besonders bequem zu tragen sind, anziehen, um ihren Müttern eine Freude zu machen. Auch so etwas soll es geben.

letzte Aktualisierung am 18.05.2020