Südafrikas Flagge Südafrika

Die südafrikanischen Kinder sollten zum Christentum bekehrt werden, ein "Abfallprodukt" war ein bisschen Bildung. [ © gemeinfrei ]
Bildung, Südafrika, Schule, früher

Die Afrikaner sollten Christen werden

Zur Zeit der Kolonialherrschaft bedeutete Bildung in erster Linie Missionierung. So kamen Missionare ins Land, die darauf hinarbeiteten, der einheimischen Bevölkerung die christlichen Werte beizubringen. Für sie war es wichtig, die Afrikaner, die sie meist als "Wilde" betrachteten, zu zivilisieren. So wollten sie ihnen beibringen, wie sie gottgefällig zu leben hatten. Dabei lernten viele lesen und schreiben, quasi als "Abfallprodukt", denn sie sollten ja die Bibel lesen lernen. So gründete man in Südafrika Missionsschulen, die viele Südafrikaner besuchten, und ihre Zahl stieg mit der Zeit immer weiter an. 

Bantu-Erziehung

Die Kinder lernten ein bisschen, um später für ihre Arbeit im Haushalt (die Mädchen) oder auf den Feldern und in den Bergwerken (die Jungs) vorbereitet zu sein. So lernten sie mit Glück ein bisschen lesen und schreiben. Diese "Erziehung“ und Nichtbildung macht sich noch heute bei der älteren Generation bemerkbar. So hatten viele Menschen keine echte Chance, überhaupt eine entsprechende Bildung zu erhalten.

Was ist "Bantu"-Erziehung?

Ein bisschen Bildung sollte sein, doch nur nicht zu viel bitte. [ © Josef Langerman / CC BY-SA 4.0 ]
Missionare Südafrika

Eine sehr lange Zeit wurden die schwarzen Kinder Südafrikas vor allem von jeglicher höheren Bildung ausgeschlossen. Vor allem nach 1948, als die Politik der Apartheid offiziell das Leben und damit auch das Schulleben bestimmte, hatten schwarze Kinder wenige Chancen, eine gute Schulbildung zu erhalten. Je nach Hautfarbe erhielten Kinder ihre Ausbildung. Auch schwarze Kinder gingen in eine Schule, doch waren hier die Klassen sehr viel größer und der Unterricht schlechter. Man nannte dies Bantu-Erziehung.

Afrikaans, die Sprache der Weißen, sollte Mitte der 1970er zur Unterrichtssprache werden. Dagegen gingen Schüler und Studenten auf die Straße. [ © Maksim / CC BY-SA 3.0 ]
Schild, Afrikaans

Aufstand der Schüler

So kam es 1976 zu einem Aufstand der Schüler in Soweto. Auslöser war der Plan der Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache. Und Afrikaans war die Sprache der Buren, das wollten die Kinder nicht als Unterrichtssprache haben. So protestierten in erster Linie Schüler und Studenten gegen dieses Vorhaben. Doch der Aufstand wurde von der Regierung mit Waffen niedergeschlagen. 

Erst 1994 - dem Jahr der Abschaffung der Apartheid - sollte sich die Schulpolitik ändern. Doch die Folgen einer jahrhundertelangen Trennungspolitik lassen und ließen sich nicht von heute auf morgen ändern.

Wie es heute in den Schulen aussieht, erfährst du unter "Schule"

letzte Aktualisierung am 04.11.2020