Ruanda
Wer lebt in Ruanda?
In Ruanda leben etwa 14,3 Millionen Menschen (Stand 2024) auf 26.338 Quadratkilometern verteilt. Die Bevölkerungsdichte in dem kleinen Land ist sehr hoch. 43 von 100 Menschen sind übrigens unter 15 Jahren alt und nur wenige werden älter als 65 Jahre.
Wer sind Hutu, Tutsi und Twa?
84 von 100 Bewohnern Ruandas zählen zu den Hutu, 15 von 100 zu den Tutsi und einer von 100 zu den Twa. Das sind die Bewohner des Landes, die am längsten schon dort leben. Früher spielten diese ethnischen Unterschiede eine große Rolle, und führten 1994 zum Völkermord, bei dem Hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Heute werden diese Unterteilungen politisch nicht mehr offiziell berücksichtigt. Eigentlich waren die Unterschiede zwischen Huti und Tutsi sehr gering. Diese Einteilung war durch die Kolonialmächte erfolgt. Auch wenn es vorher schon immer mal Konflikte gab, so betonte die soziale Einteilung der Belgier 1934 noch einmal die Unterschiede zwischen Hutu und Tutsi und war mit eine Voraussetzung für den späteren Bürgerkrieg. Siehe auch Geschichte und Politik Ruanda.
Man zählte damals alle Familien, die mehr als zehn Rinder besaßen, zu den Tutsi. Sie galten als Rinderzüchter. Die, die weniger besaßen, teilte man den Hutu zu. Sie galten als Bauern. Wer gar kein Rind hatte, war ein Twa. Da Ruanda ein armes Land war und nicht so viele Familien tatsächlich mehr als zehn Rinder ihr eigen nannten, waren die Hutu mit den wenigen Rindern weit in der Überzahl. Diese Einteilung sollte sich Jahrzehnte später als verhängnisvolle Entscheidung erweisen, denn Hutu und Tutsi bekriegten sich heftig. Dazu erfährst du mehr bei Geschichte und Politik.
Diese Aufteilung ist heute aufgehoben, es gibt nur noch die Bewohner Ruandas, doch die alten Bezeichnungen kannst du immer mal wieder hören und auch die Spuren des Bürgerkriegs sind noch spürbar, auch wenn man sich sehr bemüht, die Gemeinsamkeiten der Menschen zu betonen und nicht die Unterschiede.
Bilder und Eindrücke aus Ruanda
Religion in Ruanda
Die meisten Ruander leben auf dem Land. Nur 20 von 100 Einwohnern leben in einer Stadt.
Viele Frauen bekommen vier bis fünf Kinder, so dass die Bevölkerung schnell wächst. Allerdings steht dem die geringe Lebenserwartung der Menschen gegenüber. Viele Kinder sterben schon sehr jung und viele Menschen sterben an Krankheiten wie HIV/Aids. Dennoch ist die Kindersterblichkeit ist im Vergleich zu früher gesunken. Die Lebenserwartung liegt heute bei rund 70 Jahren.
Die meisten Ruander sind Christen. Von ihnen ist der größte Teil - etwa 55 von 100 - katholisch. 38 von 100 sind Protestanten, die sich wieder in verschiedene Glaubensrichtungen aufteilen. Es gibt aber genauso noch einheimische Religionen und auch ein paar Muslime.
Was spricht man in Ruanda?
Die meisten Ruander sprechen die Bantusprache Kinyarwanda. Der größte Teil der Ruandern sprechen Kinyarwanda als Muttersprache.
Offizielle Amtssprachen sind außerdem auch Swahili, Englisch und Französisch. Mittlerweile wird an Schulen verstärkt Englisch als Fremdsprache unterrichtet und weniger Französisch. Dieses stammt übrigens von den Belgiern, die das Land verwaltet haben. Auch in der Verwaltung hat man mittlerweile auf Englisch umgestellt. Das bedeutet, dass wichtige offizielle Dokumente nicht mehr auf Französisch, sondern auf Englisch verfasst werden.



