Brasiliens Flagge Brasilien

Vatapá ist ein Fischpüree, das man gerne in Bahia isst. Eingeweichtes Brot, Kokosnüsse und Krabben kommen auch dazu.[ © Elingunnur / CC BY-3.0 ]
Vatapá aus Brasilien

Was isst man in Brasilien?

Brasilien ist ein sehr großes Land, immerhin das fünfgrößte der Welt. Was Brasilianer gerne essen, ist darum nicht überall gleich. Selbst in einem viel kleineren Land wie Deutschland gibt es ja von Region zu Region viele Unterschiede.

Brasiliens Küche ist von der langen Zeit als portugiesische Kolonie beeinflusst. Aber auch Einwanderer aus anderen Ländern Europas brachten ihre Rezepte mit. Die Nachkommen schwarzer Sklaven mögen anderes Essen als die Indios, die Urbevölkerung. Diese bauten in Brasilien schon vor hunderten von Jahren Mais, Bohnen, Erdnüsse, Süßkartoffeln, Kürbis und Maniok an. Diese Zutaten gehören noch heute zur brasilianischen Küche.

Zur Feijoada werden Reis und geröstetes Maniokmehl (Farofa) serviert.[ © Andre Ribeiro / CC BY-2.0 ]
Feijoada aus Brasilien

Feijoada

Das Nationalgericht Brasiliens heißt Feijoada. Das portugiesische Wort feijão bedeutet Bohne. Und schwarze Bohnen sind dann auch die wichtigste Zutat zu diesem Eintopf. Dazu kommt Fleisch, meist Rind- und Schweinefleisch. Man serviert Feijoada dann mit Reis und Farofa. Farofa ist geröstetes Maniokmehl, zu dem man auch noch Zwiebeln, Knoblauch, Oliven, Cashewnüsse oder Bananen geben kann.

Brigadeiros aus Brasilien ... mmmh![ © Mayra / CC BY-SA 2.0 ]
Brigadeiro aus Brasilien

Was ist die weiche Maria?

Gerne isst man Süßes in Brasilien. Eine solche süße Leckerei ist Maria Mole. Übersetzt bedeutet das "weiche Maria". Sie wird aus Zucker und Eiweiß gemacht. Beliebt sind auch die Pralinen Brigadeiros oder Kuchen wie Bolo de Rolos. Ein Biskuitteig wird dafür mit Guavenmarmelade (Goiabada) oder Nussmasse bestrichen und aufgerollt.

Churrascaria in Sao Paolo[ © Helfmann / CC BY-SA 3.0 ]
Churrascaria in Sao Paolo

Auswärts essen: Self Service und Rodizio

Im ganzen Land gibt es Selbstbedienungsrestaurants, in denen man zum Kilopreis bezahlt. Das Essen, das man sich genommen hat, wird also abgewogen. Sie werden Self Service genannt.
Kennst du ein Rodizio-Restaurant? Die gibt es inzwischen auch in Deutschland. In Brasilien nennt man sie jedoch Churrascaria. Kellner gehen mit Fleischspießen von Tisch zu Tisch und schneiden den Gästen davon etwas auf ihre Teller. An einem Buffet kann man sich Beilagen und Salate holen.

Das Buffet Café Colonial könnte auch in Deutschland stehen.[ © Jeff Belmonte / CC BY-2.0 ]
Café Colonial

Zum Frühstück gibt es Schmier

Café-da-manhã ist das brasilianische Frühstück. Obst, Kuchen und Brot mit Käse oder Marmelade sind typische Zutaten. Die Erwachsenen trinken Kaffee, die Kinder Kakao oder Saft. In einigen Gegenden mit vielen deutschen Einwanderern gibt es das Café Colonial. Das ist eine Art Frühstücksbuffet, das man allerdings auch nachmittags oder abends essen kann. Typisch deutsche Frühstückszutaten findet man darauf, wie Brot, Butter, Käse, Schinken oder Wurst. Und auch Marmelade darf nicht fehlen, sie nennt man hier jedoch "Schmier".

Moqueca ist ein Fischeintopf mit Kokosmilch und Tomaten.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Moqueca aus Brasilien

Mittags und abends: Almoço und Jantar

Almoço ist das Mittagessen. Reis mit Bohnen oder Gerichte mit Fisch und Fleisch sind typisch dafür. Gemüse und Salat gibt es dazu. Als Salatzutat ist besonders die Tomate beliebt. Tomatensalat gibt es auch zum Abendessen, dem Jantar. Außerdem gibt es oft eine Suppe, gefolgt von Reis oder auch Nudeln.

Die Baiana verkauft Acarajé, frittierte Bällchen aus Bohnen.[ © Rodrigues Pozzebom - Agência Brasil / CC BY-3.0 BR ]
Baiana in Salvador

Aus Afrika nach Brasilien

In der Region Bahía am mittleren Küstenabschnitt Brasiliens ist der Einfluss aus Afrika besonders zu spüren. Typische Gerichte sind der Fischeintopf Moqueca de peixe, das Fischpüree Vatapá und Acarajé, das seinen Ursprung in Westafrika hat. Dafür wird ein Teig aus Augenbohnen - das sind spezielle Bohnen, die einen Fleck haben, der wie ein Auge aussieht. hergestellt. Diese werden zu Bällchen geformt und frittiert. Man kauft sie in der Stadt Salvador überall an Straßenständen. Die typischen Verkäufer sind Frauen in weißen Baumwollkleidern mit einem Tuch auf dem Kopf. Sie werden "Baianas" genannt. Ein Rezept für den brasilianischen Fischeintopf findest du in unserem Mitmachtipp!

So sehen Pão de queijo aus.[ © Sitenl / CC BY-SA 3.0 ]
Pão de queijo

Käsebrot?

Pão de queijo bedeutet übersetzt Käsebrot. Es handelt sich aber tatsächlich um Bällchen aus Brandteig. Maniokstärke und eben Käse sind die Zutaten. Es wird gerne zu Hause gebacken, ist aber auch in jeder brasilianischen Bäckerei zu finden. Ein typischer Käse aus Brasilien ist übrigens der Minas-Käse. Er ist weiß und eher weich. Man isst Minas-Käse mit Goiabada, einer Art Guaven-Marmelade.

letzte Aktualisierung am 22.04.2020