Griechenland - Schule
Wie lange gehen Kinder in Griechenland zur Schule?
In Griechenland beginnt die Schulpflicht schon mit vier Jahren. Kinder besuchen zunächst zwei Jahre lang den Kindergarten beziehungsweise die Vorschule. Dort werden sie auf die Grundschule vorbereitet.
Mit etwa sechs Jahren kommen die Kinder in die Grundschule. Sie dauert sechs Jahre. Jungen und Mädchen lernen gemeinsam, und die meisten Kinder besuchen eine staatliche Schule.
Nach der Grundschule wechseln alle Kinder auf das Gymnasio. Diese Schule dauert drei Jahre und gehört noch zur Schulpflicht. Anders als in Deutschland werden die Kinder nach der Grundschule also nicht auf verschiedene Schularten aufgeteilt.
Wie geht es nach der Pflichtschule weiter?
Nach insgesamt elf Jahren Pflichtbildung sind die Jugendlichen etwa 15 Jahre alt. Viele besuchen anschließend noch drei Jahre ein Lykeio, das auf ein Studium vorbereitet. Daneben gibt es beruflich ausgerichtete Schulen, an denen Jugendliche eine Berufsausbildung beginnen können.
Alle Kinder besuchen den gleichen Schultyp
Auf die Grundschule folgt noch einmal eine Schule über drei Jahre, die unserem Gymnasium entspricht. Alle Kinder besuchen den gleichen Schultyp, es gibt keine Unterscheidung wie bei uns.
Im Anschluss - die Kinder sind neun Jahre zur Schule gegangen - endet zwar die Schulpflicht, aber viele Kinder gehen noch einmal drei Jahre in Schule, um dann eine Universität zu besuchen. Wer das nicht machen will, wechselt auf eine Berufsschule und beginnt mit einer Berufsausbildung.
Fremdsprachen und Abschlussprüfungen
Fremdsprachen spielen in Griechenland eine wichtige Rolle. Viele Kinder lernen schon früh Englisch. In den höheren Klassen der Grundschule kommt häufig noch eine zweite Fremdsprache hinzu, zum Beispiel Deutsch oder Französisch.
Auch Altgriechisch gehört später zum Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei die Sprache kennen, in der viele berühmte Texte aus der griechischen Antike geschrieben wurden.
Viel Lernen für die Abschlussprüfungen
Wer nach dem Lykeio studieren möchte, muss sich auf die landesweiten Panhellenischen Prüfungen vorbereiten. Die Ergebnisse dieser Prüfungen entscheiden mit darüber, an welcher Hochschule und in welchem Fach Jugendliche studieren können.
Deshalb ist der Leistungsdruck für viele Schülerinnen und Schüler hoch. Viele besuchen nachmittags zusätzlich eine Nachhilfeschule, ein sogenanntes Frontistirio, oder nehmen privaten Unterricht. Dort bereiten sie sich besonders auf die Prüfungen vor. Für Jugendliche bedeutet das oft lange Schultage mit Unterricht, Hausaufgaben und zusätzlichem Lernen.
Probleme an griechischen Schulen
An griechischen Schulen gibt es auch Probleme. Lehrerinnen und Lehrer verdienen im Vergleich zu anderen Beschäftigten mit Hochschulabschluss relativ wenig. Außerdem fehlen an manchen Schulen Lehrkräfte oder die Klassen sind groß.
Deshalb kommt es immer wieder zu Streiks und Demonstrationen. Lehrer, Eltern und Schüler fordern zum Beispiel mehr Geld für Bildung, genügend Lehrkräfte und bessere Bedingungen an den Schulen.
In den letzten Jahren wurde allerdings auch einiges verbessert. Der Staat hat zusätzliche Lehrkräfte eingestellt und investiert in die Renovierung und Digitalisierung der Schulen. Viele Schulen erhalten interaktive Tafeln und neue digitale Lernangebote. Trotzdem gibt es weiterhin Diskussionen darüber, wie das griechische Schulsystem verbessert werden kann.


