Frankreichs Flagge Frankreich

Alltagsbetreuung für Kinder in Frankreich

Viele französische Kinder gehen tagsüber zu einer Alltagsbetreuung.[ © borisdenice / CC BY 2.0 ]
Kinder, Frankreich

Die meisten französischen Mütter gehen schon bald nach der Geburt ihrer Kinder wieder arbeiten. In Frankreich gibt es Kinderkrippen schon für Babys. Und die Ecole maternelle übernimmt dann die Aufgabe der Kinderbetreuung für Kleinkinder. Für französische Frauen ist das normal, die meisten Väter halten sich aus der Betreuung ihrer Kinder heraus.

Maman hat für die Kinder zu sorgen, den Haushalt zu erledigen und auch noch - meist den ganzen Tag über - zu arbeiten. Französische Kinder kennen es oft nicht anders, sie kommen einfach schon sehr früh in eine Krippe und gehen später auf eine Ganztagsschule. Doch mittlerweile denken viele Franzosen und vor allem Französinnen darüber nach, ob sie das so weiter wollen. Vielleicht wünschen sich die Kinder einfach ein bisschen mehr Zeit mit Mama und Papa? Über dieses Thema wird in Frankreich gestritten, genauso wie in Deutschland.

Am schönsten ist es meistens doch mit der ganzen Familie![ © Richard Leeming / CC BY-SA 2.0 ]
Familienausflug

In Deutschland war es lange Zeit nicht üblich, sehr kleine Kinder in eine Kita zu schicken, das sind noch recht neue Entwicklungen. Und auch hier streiten sich viele Wissenschaftler, Pädagogen, Lehrer und Eltern, was denn nun der richtige Weg ist. Wie findest du es gut? Im Kindergarten und in der Schule triffst du deine Freunde und vielleicht ist es auch am Nachmittag toll, wenn man sich dann sieht und nicht noch einmal verabreden muss.

Aber krank in den Kindergarten und in die Schule, das will ja auch keiner und manchmal braucht man dann einfach auch die Eltern. Am besten wäre es, wenn jeder es sich aussuchen könnte, Eltern und Kinder, was sie sich für ihre Familie so wünschen. Vielleicht sollte man auch einfach die Kinder abstimmen lassen?

Eine Gruppe französischer Schulfreunde sitzt zusammen.[ © COD Newsroom / CC BY 2.0 ]
Schulkinder, Frankreich

Gute Bildung oder was?

Die Schulbildung in Frankreich ist gut. Fast 70 Prozent der Kinder machen Abitur. Das sind sehr viel mehr als in Deutschland. Dann studieren sie, wobei viele bei den Eltern wohnen bleiben. Das ist ganz anders als bei uns, wo viele Jugendliche mit 18 in eine eigene Wohnung ziehen und einfach selbstständig leben wollen. Wie erfolgreich ein Kind im Leben sein wird, ist auch in Frankreich oft noch davon abhängig, in welche Familie es geboren wird. So gibt es im reichen Frankreich eine Million armer Kinder und Jugendlicher. Meist stammen sie aus Familien, in denen die Mütter die Kinder alleine groß ziehen oder sie gehören zu Familien, die nach Frankreich eingewandert sind.

Leben in den Banlieus

Das Leben in den französischen Banlieus ist hart, Gewalt gehört zum Alltag.[ © Jean-Paul P.G. / CC BY-SA 2.0 ]
Banlieu

So ist die Arbeitslosigkeit junger Menschen aus Migrantenfamilien besonders hoch. Viele dieser Jugendlichen leben in den Banlieus, so nennt man die Vorstädte der großen französischen Städte. Sie wohnen in Hochhäusern und großen Wohnsiedlungen. Sie sind unzufrieden mit ihrem Leben und oft entlädt sich dann diese Unzufriedenheit in Gewalt. So zünden sie Autos an und beschädigen Dinge.

Damit wollen sie auf ihre Situation aufmerksam machen. Oft werden sie dann aber noch mehr ausgegrenzt, landen im Gefängnis und sind noch unzufriedener. Eine Lösung, wie man diese Kinder und Jugendlichen besser in die französische Gesellschaft einbezieht, wurde bisher noch nicht gefunden. Viele Franzosen sind auch der Meinung, die Migranten seien selbst daran Schuld. Darüber streitet man sich in Frankreich heftig.

Schönheitswettbewerbe für Kinder

Mode ist in Frankreich ein sehr wichtiges Thema, gilt doch Paris als das Zentrum der Mode. Mittlerweile gibt es sogar Modenschauen für kleine Mädchen. Französische Mütter kleiden ihre kleinen Töchter - da treten durchaus mal Sechsjährige auf - wie erwachsene Frauen und die streiten sich dann um den Titel einer "Miss Mini". Sie ziehen Stöckelschuhe an, schminken sich, tragen Abendkleider und bewegen sich wie erwachsene Frauen.

Klar macht es Spaß, sich zu verkleiden und auch mal zu schminken, es ist aber ein großer Unterschied, ob du das gemeinsam mit deinen Freudinnen vor dem Spiegel machst oder bei einer öffentlichen Modenschau auftrittst, bei der ein großes Publikum zuschaut. So sollen diese Veranstaltungen auch verboten werden, am besten wäre es natürlich, wenn da einfach keiner mehr mitmacht, niemand hingeht und keiner zuschaut, dann müsste man so etwas auch nicht verbieten.

letzte Aktualisierung am 06.04.2020