Nepals Flagge Nepal

Sauberkeit und Alltag

In vielen Gegenden Nepals fehlt es an Sauberkeit. Dadurch werden Menschen schneller krank. Viele Einheimische essen mit der Hand, was für sie ganz normal ist. Müll landet oft einfach auf der Straße, weil es kaum Müllabfuhr gibt. Dort laufen auch heilige Kühe herum, die in Nepal als besonders wichtig gelten. Sie gehören ganz selbstverständlich zum Straßenbild, auch wenn das für Besucher ungewohnt aussieht.

Leben von der Landwirtschaft

Die meisten Menschen auf dem Land leben von einer kleinen Landwirtschaft. Sie bauen selbst Lebensmittel an und halten Tiere. Die Erträge sind oft gering, deshalb reicht das Geld kaum zum Leben. Wer zwei Rinder besitzt, gilt schon als wohlhabend.

Die Lebensmittel vom Land werden auf Märkten in den Städten verkauft. Kühlschränke gibt es dort jedoch kaum. Damit Fleisch nicht verdirbt, werden Tiere deshalb oft lebend verkauft. So bleiben sie länger „haltbar“. Für Kinder aus anderen Ländern ist das schwer vorstellbar, doch für viele Menschen in Nepal gehört es zum Alltag.

Müll, Armut und Straßenkinder

In den Städten Nepals ist das Müllproblem sehr groß. Viele Menschen sind arm und wissen nicht, wohin mit ihrem Abfall. Gleichzeitig hoffen manche Familien, dass ihre Kinder in der Stadt Arbeit finden und so mithelfen können, Geld zu verdienen. Deshalb schicken sie ihre Kinder dorthin.

Einige dieser Kinder landen auf der Straße. Sie durchsuchen den Müll nach Dingen, die sie vielleicht noch verkaufen können, zum Beispiel Plastik oder Metall. Diese Kinder nennt man oft „Müllkinder“. Ihr Alltag ist sehr schwer und gefährlich.

Warum es in Nepal so schwer ist, der Armut zu entkommen

Die Armut vieler Kinder hat verschiedene Gründe. Manche gehören zu Volksgruppen, die in der Gesellschaft wenig geachtet werden. Dazu kommt das Kastensystem, das in Nepal noch immer eine Rolle spielt. Es sorgt dafür, dass nicht alle Menschen die gleichen Chancen haben. Wer ganz unten steht, hat es besonders schwer.

Für Kinder, die auf der Straße leben, ist es fast unmöglich, ein besseres Leben zu führen. Sie können nicht zur Schule gehen, weil sie den ganzen Tag damit beschäftigt sind, etwas Geld für Essen zu verdienen. Ohne Bildung bleiben ihnen viele Wege für die Zukunft verschlossen.

Kinderarbeit in Nepal

In Nepal müssen viele Kinder arbeiten. Sie helfen ihren Eltern im Haushalt, passen auf jüngere Geschwister auf oder arbeiten auf Feldern und Baustellen. Weil sie so viel zu tun haben, können viele von ihnen nicht regelmäßig zur Schule gehen – obwohl der Schulbesuch eigentlich vorgeschrieben ist.

Nach aktuellen Schätzungen müssen rund ein Drittel der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten. Die meisten dieser Kinder stammen aus sehr armen Familien. Besonders in abgelegenen Bergregionen ist das Leben schwer, und viele Familien sind auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen.

Ein weiterer Grund für die Kinderarbeit liegt in der Vergangenheit des Landes. In Nepal gab es einen langen Bürgerkrieg zwischen der Regierung und Rebellen. In dieser Zeit wurden viele Dörfer zerstört, und auch zahlreiche Schulen gingen kaputt. Bis heute sind die Folgen spürbar, vor allem für Kinder, die dadurch weniger Chancen auf Bildung haben.

Kinderarbeit ist oft sehr anstrengend und gefährlich. Manche Kinder müssen schwere Lasten tragen oder lange arbeiten. Dabei bleibt kaum Zeit zum Spielen, Lernen oder Ausruhen – Dinge, die eigentlich zu einer glücklichen Kindheit gehören sollten.

letzte Aktualisierung am 06.02.2026