Israels Flagge Israel

Die Hawdalah beendet den Sabbat. Es werden Segenswünsche gesprochen. [ © יעק / CC BY-SA 3.0 ]
Hawdalah
Diese Straße in Jerusalem ist menschenleer: Es ist Sabbat.[ © Jacob Rask / CC BY-2.0 ]
Sabbat in Jerusalem

Sabbat - Ausruhen muss auch mal sein!

Der Sabbat heißt auf Hebräisch Schabbat. Das bedeutet Ruhetag. Das ist laut dem jüdischen Glauben der siebte Tag der Woche. An diesem Tag soll nicht gearbeitet werden. Errechnet wird er nach dem jüdischen Kalender. So beginnt der Sabbat am Freitagabend und dauert bis zum Beginn der Dunkelheit am Tag darauf.

Am Freitag gibt es in jüdischen Familien ein Festessen, um den Sabbat einzuleiten. Vorher wird das Haus geputzt und die Mahlzeiten für den Sabbat werden vorbereitet. Am Samstagmorgen geht die Familie in die Synagoge, um zu beten. Auch zu Hause wird bei religiösen Familien weiter gebetet. Doch nicht überall wird das gleich gehandhabt.

Orthodoxe Juden dürfen am Sabbat gar nichts machen. Es dürfen keine elektrischen Geräte verwendet werden, nicht einmal der Lichtschalter. So mancher behilft sich hier mit Zeitschaltuhren. Doch nicht jeder hält sich strikt an diese Regeln. Nicht ganz so strenggläubige Juden nehmen es nicht ganz so ernst. Bei uns ist das ja auch nicht anders. Manche gehen jeden Sonntag in die Kirche, andere nur an hohen Feiertagen. Übrigens ist der Sonntag ja bei Christen ebenfalls ein Ruhetag und aufgrund des jüdischen Sabbats entstanden. Im Islam gibt es das Freitagsgebet.

Rosch Haschana und Jom Kippur

Das Blasen des Schofars, des Widderhorns, beendet den Gottesdienst. [ © Lilach Daniel / CC BY 2.0 ]
Schofar

Weihnachten wird im Judentum nicht gefeiert, denn die Juden warten nach ihrem Glauben noch auf den Erlöser. Sie glauben, anders als die Christen, nicht an die Geburt Christi, die Christen an Weihnachten feiern. Allerdings feiern die Juden ein Neujahrsfest, das Rosch Haschana heißt. Dieses Fest wird aber nicht am 1. Januar, sondern im Oktober begangen. So bestimmt es der jüdische Kalender. Es erinnert an die Erschaffung der Welt. An diesem Tag sollen alle Menschen über ihre Taten nachdenken. Keine schlechte Idee, oder? Dieses Fest dauert zehn Tage und es gibt in den Synagogen viele Gottesdienste.

Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag. Nach jüdischem Glauben entscheidet Gott an diesem Tag darüber, ob die Menschen ein gottgefälliges Leben geführt haben. Dieser Tag liegt zehn Tage nach Rosch Haschana. Erwachsene Gläubige fasten dann einen ganzen Tag lang und beten. Das Ende wird durch das Blasen eines Widderhorns eingeleitet. Wie das ausschaut, siehst du auf dem Foto links.

Pessachfest und leckeres Knäckebrot

Auf dem Foto siehst du, wie Matzen verteilt wird. [ © Matza9466.JPG, יעקב / CC BY-SA 3.0 ]
Matzen, Pessach

Ein weiteres wichtiges Fest im Judentum ist das Pessachfest, das sieben Tage dauert. Es ist eines der höchsten Feste, das im Judentum gefeiert wird. Es soll an die Zeit der Sklaverei erinnern, als sich Israel noch in der Gefangenschaft Ägyptens befand und findet immer im März/April statt.

Zur Zeit des Pessachfestes sind nur ganz bestimmte Speisen erlaubt. Es darf zum Beispiel kein mit Hefe gebackenes Brot gegessen werden. Stattdessen isst man ein Brot ohne Hefe, das Matzen heißt. Matzen besteht nur aus Mehl, Wasser und Salz. Das erinnert ein bisschen an Knäckebrot. So wird erzählt, dass bei der Flucht aus Ägypten das Brot nicht mehr aufgehen konnte und man es ganz schnell einpacken musste. Deshalb blieb es flach und wurde hart. Das Pessachfest heißt darum auch "Fest der ungesäuerten Brote".

Übrigens hat unser Osterei seine Wurzeln im jüdischen Pessachfest. Manchmal findest du auch die Bezeichnung Pascha- oder Passahfest. Pascha stammt aus dem Griechischen und bedeutet "vorüberschreiten".

Chanukka - das Fest der Freude

Platz für acht Kerzen hat der Chanukka-Leuchter.
Chanukka-Leuchter

Chanukka ist Hebräisch und bedeutet "Einweihung". Und was wurde eingeweiht? Nachdem der erste Tempel in Jerusalem durch die Babylonier unter Nebukadnezar zerstört worden war, errichtete man einen zweiten Tempel, der im Jahr 515 v. Chr. eingeweiht wurde. 70 n. Chr. wurde auch dieser Tempel zerstört. An diesen Tempel erinnert noch die Klagemauer, die heute für viele Juden ein wichtiges Symbol ihres Glaubens darstellt. Und Chanukka soll eben an die Einweihung dieses zweiten Tempels erinnern.

An diesem Tag wurde der siebenarmige Tempelleuchter, der Monara heißt, entzündet. Obwohl dieser Leuchter nur Öl für einen Tag hatte, brannte er acht Tage lang. Daran erinnert jetzt ein achtarmiger Leuchter, der immer zum Chanukka-Fest entzündet wird. Jeden Tag wird ein weiteres Licht entzündet. Chanukka ist das Fest der Freude. An diesem Fest essen die Kinder übrigens gerne Krapfen, die kennst du bei uns auch als "Berliner".

Wenn du noch mehr über jüdische Feste erfahren willst, kannst du das auch bei religionen-entdecken nachlesen.

letzte Aktualisierung am 11.01.2021