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Was sind Bar Mizwa und Bat Mizwa?

Ab dem Bar Mizwa-Fest sind die jüdischen Kinder Teil der religiösen Gemeinschaft und dürfen auch aus der Thora vorlesen. [ © Eli / CC BY 2.0 ]
Bar Mizwa-Fest

Wenn du katholisch getauft bist, dann wirst du etwa mit 13 Jahren gefirmt. Evangelische Kinder werden mit 14 Jahren konfirmiert. Das sind im Christentum wichtige Feste für religiöse Menschen. Die Kinder werden damit in die Kirchengemeinde aufgenommen. So etwas Ähnliches gibt es auch im Judentum.

Hier heißt das Bar Mizwa bei den Jungen und Bat Mizwa bei den Mädchen. Die Jungs werden mit 13 Jahren vollwertige Mitglieder ihrer Gemeinde und die Mädchen schon mit zwölf Jahren. An diesem Fest dürfen sie zum ersten Mal aus der Thora vorlesen, das ist das heilige Buch der Juden. Sie müssen nach den Geboten der Thora leben und übernehmen Verantwortung für ihr Leben. Übersetzt bedeutet der Begriff "Sohn des Gesetzes" beziehungsweise "Tochter des Gesetzes". Am Tag der Feier tragen die Kinder die Gebetskleidung in der Synagoge. Die Familien feiern dann ein großes Fest.

Was ist ein Kibbuz?

Zur Erziehung in einem Kibbuz gehörte das gemeinsame "auf dem Topf sitzen" dazu.[ © Meir Darom / CC BY-SA 3.0 ]
Kibbuz, Toilette

Vielleicht kennst du das Wort Kibbuz oder hast es zumindest einmal gehört? Kibbuz ist hebräisch und meint "Gemeinschaft" oder "Versammlung". In einem Kibbuz leben viele Menschen wie in einer Familie zusammen. So wohnen sie gemeinsam, essen gemeinsam und arbeiten auch gemeinsam. Diese Kibbuzim, das ist die Mehrzahl von Kibbuz, gibt es allerdings nur in Israel und sonst nirgendwo auf der Welt.

In einem Kibbuz gehört alles allen. Es gibt also kein privates Eigentum. Alle müssen arbeiten und der Gewinn steht allen zu. Dafür kümmert sich der Kibbuz darum, dass alle Bewohner versorgt werden. Auch die Kinder hat man früher gemeinsam erzogen. Die ersten Kibbuzim sind schon älter als 100 Jahre. Doch mittlerweile nimmt die Anzahl ab. Heute gibt es wohl weniger als 250 Kibbuzim in Israel. Auch nimmt man es mit den Regeln nicht mehr so streng wie früher. Doch die Grundidee einer Gemeinschaft ist immer noch vorhanden.

Dieser Automat für koschere Gummibärchen steht im Jüdischen Museum in Berlin. [ © Jess & Peter aus Geneva, Switzerland / CC BY 2.0 ]
Gummibärchenautomat, koscher

Was ist koscher?

Das Speisegesetz der Juden heißt Kaschruth und erklärt genau, welche Tiere wie und womit zu essen sind. Gegessen werden darf nur, was koscher ist, das heißt für den Verzehr erlaubt.

So heißt es zum Beispiel: "Du sollst das Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen". Doch was soll das heißen? Aus dieser Vorschrift wurde eine strenge Trennung zwischen Milch- und Fleischprodukten abgeleitet. Schnitzel mit Rahmsoße oder ein Milchkaffee sind somit ausgeschlossen. Das wäre unkoscher. Erst sechs Stunden nach dem Essen von Fleisch darf man wieder Milch oder Milchprodukte trinken oder essen. Selbst das Geschirr muss getrennt werden. Generell verboten ist auch Schweinefleisch. Viele Juden halten sich an die Speisegesetze, andere nehmen es nicht so genau.

Koschere Gummibärchen?

Wer koscher essen will, muss auch koschere Gummibärchen essen. Denn normalerweise werden Gummibärchen mit Gelatine hergestellt, die auch vom Schwein stammen kann. Koschere Gummibärchen werden dann zum Beispiel mit Fischgelatine hergestellt. Mittlerweile gibt es übrigens auch Gummibärchen, die komplett auf tierische Zutaten verzichten.

Sogar Kinder werden manchmal zu "politischen Zwecken" missbraucht. [ © gloucester2gaza / CC BY-SA 2.0 ]
Kinder, Gaza

Warum werfen palästinensische Kinder mit Steinen?

Teile Israels, in denen die Palästinenser leben, sind seit mehr als 40 Jahren von Israel besetzt und werden von israelischen Soldaten bewacht. So kommt es, dass palästinensische Kinder die israelischen Soldaten als Bedrohung empfinden. Kinder bewerfen die Soldaten mit Steinen und beschimpfen sie. Oft werden sie von den Erwachsenen unterstützt. So passiert es, dass israelische Soldaten die Waffen auch auf Kinder richten. Was wie ein Spiel begann, wird dann bitterer Ernst. Doch auch die Soldaten haben Angst. Oft genug werden mittlerweile Kinder als Sprengstoffattentäter missbraucht. So kann sich niemand sicher sein, dass nicht ein Kind zum Mörder wird.

Sind die Kinder eine Hoffnung für Israel und Palästina?

Diese arabischen Kinder wünschen sich nichts anderes als ein Leben in Frieden. [ © TZivyA / CC BY-SA 3.0 ]

Überall auf der Welt und überall dort, wo es Konflikte gibt, hoffen Erwachsene, dass es die Kinder einmal besser machen werden. Doch in Israel ist es für viele Menschen immer schwieriger, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Fast alle Palästinenser wünschen sich wie die meisten Israelis Frieden. Doch wer zum Beispiel im Gazastreifen lebt, hat sich die letzten zehn Jahre seines Lebens immer wieder durch den Krieg bedroht gefühlt. Viele Familien haben ihre Existenz verloren. So ist es nicht einfach, den Kindern zu vermitteln, dass die Israelis eben nicht ihre Feinde sind. Doch schießen Freunde mit Raketen auf Kinder?

Und für die israelischen Kinder, die auf dem Weg zur Schule Angst vor Selbstmordattentätern oder Angst vor einem Raketenbeschuss durch die Hamas haben, ist es auch nicht einfach zu verstehen, dass nur ein kleiner Teil der Palästinenser zu solchen Taten fähig ist. Dass nicht alle ihre Feinde sind. Schießen Freunde mit Raketen auf Kinder?

Es gibt viele unterschiedliche Haltungen. Die einen meinen, die Israelis verteidigen sich nur und hätten Recht. Andere sehen einen Unterschied zwischen den Terroranschlägen der Hamas und den letztlich vom Staat verordneten Anschlägen der Israelis auf Palästinenser, bei denen völlig unschuldige Menschen - auch viele Kinder - sterben.

letzte Aktualisierung am 10.05.2021