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Schule in Togo

Klassenraum in Togo[ © Erik Kristensen / CC BY-2.0 ]
Klassenraum in Togo
Schulen haben oft Löcher in den Wänden, die nicht so viel Hitze hineinlassen.[ © Erik Kristensen / CC BY-2.0 ]
Schule in Togo
Manchmal fehlen selbst die Sitzbänke.[ © Erik Kristensen / CC BY-2.0 ]
Klassenraum in Togo

Eingeschult wird man in Togo mit sechs Jahren. Erst seit dem Jahr 2008 ist der Besuch der Grundschule in Togo kostenlos. Seitdem steigt die Zahl der Kinder, die auch tatsächlich zur Schule gehen. So arbeitete der neunjährige Komla auf dem Feld seiner Eltern anstatt zur Schule zu gehen und die zwölfjährige Céline hütete das Vieh. Jetzt besuchen sie die Schule und lernen lesen, schreiben und rechnen.

Nicht alle gehen in die Schule

Doch 5 Prozent der Jungen und 11 Prozent der Mädchen werden auch heute gar nicht erst eingeschult. Ihre Familie kann vielleicht die Schulhefte nicht bezahlen oder will, dass das Kind bei der Ernte hilft. Auch die Schuluniform muss gekauft werden. Es wird nicht von den Behörden verfolgt, wenn ein Kind nicht in die Schule geht.

Sechs Jahre Schulpflicht

Die Schulpflicht, also wie lange das Gesetz vorschreibt, dass man zur Schule gehen muss, beträgt auch nur sechs Jahre. Das entspricht der Grundschule. Nach der 6. Klasse endet die Schulpflicht also schon. Dementsprechend gehen 16 Prozent der Jungen und 28 Prozent der Mädchen dann nach der Grundschule nicht auf eine weiterführende Schule.

Wer aber doch weiter zur Schule geht, hat nach der Grundschule vier Jahre in der weiterführenden Schule vor sich. Nach der 10. Klasse macht man den Abschluss. Nur wenige Schüler gehen danach weiter zur Schule, aufs Gymnasium (lycée). Nach drei Jahren kann man das Abitur machen. Das gesamte Schulsystem ist an das französische Schulsystem angelehnt.

Am Ende jeder Klassenstufe erfolgt ein Test. Wer den nicht besteht, muss die Klasse wiederholen. Das darf man, so oft man will. Wenn Schüler nicht auf den Lehrer hören, ist es durchaus üblich, dass sie mit einem Stock geschlagen werden.

Auf dem Land fehlen Schulen

In der Stadt ist das Angebot größer und besser als auf dem Land. Auf dem Land werden die Kinder eher zur Arbeit gezwungen und so besuchen sie dann auch keine Schule. Oder es findet sich gar keine Schule in der Nähe ihres Zuhauses. Oft gibt es nicht genug Lehrer. Die Klassen sind sehr groß. 70 oder 80 Schüler in einer Klasse sind normal! Schulbücher gibt es kaum. Die Ausstattung der einzelnen Schulen ist sehr unterschiedlich.

Schulen ohne Fenster

Und wie sieht so eine Schule aus? Manchmal sind Schulen auf den Dörfern einfach offene Hütten, also ein paar Baumpfähle und darüber ein Dach. Ist die Schule ein festes Gebäude, dann gibt es aber keine Glasscheiben in den Fenstern! Die braucht man nämlich nicht, weil es ja nie so kalt ist, dass man sie schließen müsste. Die Gebäude haben darum nur an manchen Stellen Löcher, die Luft und Licht hereinlassen. Auf dem mittleren Bild links kannst du das sehen. Im Klassenraum gibt es Schulbänke und eine Tafel an der Wand. Die Schulhöfe sind nicht gepflastert und Spielgeräte gibt es dort nicht.

Nicht alle können lesen

36 Prozent der Erwachsenen in Togo können nicht lesen und schreiben, sie sind Analphabeten. Je jünger die Menschen sind, umso besser wird der Wert allerdings, weil in den letzten Jahren doch auch einiges getan wurde. Auch Hilfsprogramme, durch die zum Beispiel Schulen gebaut wurden, zeigen Wirkung.

Der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ist jedoch groß, wie du auch an den Zahlen oben siehst. Das zeigt sich auch darin, dass von 100 jungen Männern zwischen 15 und 24 Jahren immerhin 90 lesen können, bei den jungen Frauen sind es aber nur 78 von 100.

Der Unterricht

Unterrichtet wird auf Französisch. Die Kinder sind am Vormittag in der Schule, die weiterführenden Schulen haben auch am Nachmittag Unterricht. Anschließend müssen noch Hausaufgaben erledigt werden. Wenn abends der Strom ausfällt, gibt es aber kein Licht und dann kann man auch keine Hausaufgaben machen. Die meisten Kinder gehen zu Fuß zur Schule.

Es gibt auch Kindergärten, doch sie werden nur von 10 Prozent der Kinder besucht.

letzte Aktualisierung am 14.05.2020