Boliviens Flagge Bolivien

Eine Frau zeigt in der Nähe der Stadt Achacachi, was sie anbaut. Sie trägt einen bunten Pullover.[ © Pierre-Olivier Combelles / CC BY-SA 3.0 ]
Leben im Hochland
Die Frauen tanzen mit Awayos über der Schulter.[ © Leticia / CC BY-SA 3.0 ]
Frauen in Humahuaca
Das Andenkreuz findet man nicht nur auf Stoffen, sondern wie hier auch als Dekoration an Gebäuden. Hier ist der Boden der Universität in El Alto damit geschmückt.[ © Haylli / CC BY 3.0 ]
Andenkreuz
Diese Cholita sitzt in La Paz.[ © Dennis Jarvis / CC BY-SA 2.0 ]
Cholita in Bolivien
Drei Frauen mit Melone und traditioneller Kleidung[ © Yves Picq / CC BY-SA 3.0 ]
Drei Cholitas

Das Leben im Hochland

Im Hochland der Anden leben viele Indios. Sie haben ihre traditionelle Lebensweise zum Teil bewahrt. So tragen sie nach wie vor lieber ihre bunte Kleidung als T-Shirts oder Anzüge. Die wird aus der Wolle der Alpakas oder Lamas gewebt. Die Kleidung hat geometrische Muster. Manchmal stellen sie Tiere oder Figuren dar. Der Präsident von Bolivien Evo Morales, ein Aymara-Indio, ist bekannt dafür, dass er auch bei Einladungen bei anderen Staatschefs einen Chompa trägt. Das ist ein Pullover mit Muster.

Awayos

Typisch sind auch die Awayos. Das sind rechteckige Stoffe mit Streifen und Mustern. Die Streifen müssen dabei in ihren Farben einen Kontrast darstellen und auch in ihrer Dicke abwechseln. Nur dann ist der Stoff ein Awayo! Auf dem Foto siehst du, dass es sie in allen Farben gibt. Man nutzt sie vor allem als Tragetuch für die Babys, transportiert aber auch sonstige Lasten damit, etwa Feuerholz. Aber auch als Tischdecken können Awayos genutzt werden.

Das Andenkreuz

Ein typisches Symbol, das in Stoffen zu finden ist, ist das Andenkreuz. Es heißt bei den Indios Chakana. Es stammt von den Inka und ist ein Sinnbild für ihr Reich. Es ist nicht nur auf Stoffen, sondern auch als Schmuck oder auf Mauern und Töpfen zu finden.

Der Poncho

Ein anderes typisches Kleidungsstück ist der schon erwähnte Poncho. Das ist ein Stoff mit einem Loch in der Mitte, durch das man den Kopf steckt. Mittlerweile gibt es Ponchos ja auch bei uns, daher kennst du ihn vielleicht. Bei den Indios sind sie meist ebenfalls sehr bunt und gemustert.

Cholitas

Traditionell gekleidete Frauen nennt man übrigens Cholitas (sprich: Tscholitas). Sie tragen einen Überrock mit bis zu zehn Unterröcken und dazu ein Schultertuch. Außerdem haben sie einen Hut auf dem Kopf, der für uns aussieht wie die britische Melone.

Wie kommt das? So genau weiß man es nicht. Es gibt zwei Erklärungen: Britische Eisenbahningenieure brachten den Hut mit nach Bolivien. Weil ihr Bowler nicht als Sonnenschutz taugte, verschenkten sie ihn und schwupps saß die Melone auf dem Kopf der Indiofrauen!

Eine andere Version besagt, dass ein italienischer Huthersteller die Bowler aus Versehen nach Bolivien lieferte, wo sie aber von den Männern nicht gekauft wurden. So verkaufte man sie an die Frauen… Die Tradition gibt es jedenfalls seit etwa 100 Jahren. In Bolivien heißt dieser Hut Bombín.

Pachamama

Die Quechua- und die Aymara-Indios sind zwar fast alle katholisch, doch pflegen sie auch in der Religion noch alte Traditionen. So verehren sie die alten Inka-Gottheiten: den Sonnengott Inti und die Erdmutter Pachamama. Pachamama verschmilzt dabei auch manchmal mit der Gottesmutter Maria.

letzte Aktualisierung am 10.01.2021