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Essen in Bolivien: Kartoffeln und Mais

Hier wird Reis angebaut.[ © CIAT / CC BY-SA 2.0 ]
Reisanbau in Bolivien
Hier werden Würstchen verkauft.[ © Franz lozada / CC BY-SA 4.0 ]
Würstchenverkauf in Tarata
Weißer Chuño sieht so aus. An der Münze sieht man, wie klein die Kartoffeln durch das Trocknen werden.[ © Haylli / CC BY-SA 2.5 ]
Chuño
Cuñapé werden aus Käse und Maniokmehl gemacht.[ © Carioca / CC BY-SA 3.0 ]
Cuñapé
Silpancho wird hier mit Reis, Spiegelei und Tomatensalat serviert.[ © Locotex / CC BY-SA 3.0 ]
Silpancho
Hier gibt es Mate de Coca, Tee aus Cocablättern.[ © Stevage / CC BY-SA 3.0 ]
Mate de Coca

Was isst man in Bolivien? Kartoffeln waren schon seit Jahrhunderten das Grundnahrungsmittel im Hochland. Ebenfalls wichtig in der Ernährung ist der Mais. Auch er wird schon lange angebaut. Er wird in vielen Varianten gegessen, aber auch Getränke wie Api werden aus Mais hergestellt. Api wird heiß getrunken und ist dickflüssig und mit Zimt gewürzt.

Reis hingegen wird erst seit den 1950er Jahren angebaut, wurde dann aber ebenfalls ein beliebtes Nahrungsmittel, vor allem im Tiefland und in den Tälern. Dort isst man mehr Maniok als Kartoffeln. Hinzu kommen Weizen und Quinoa.

Typische weitere Zutaten sind Bohnen, Kochbananen und Erdnüsse. Möchtest du probieren, wie bolivianische Erdnusssuppe schmeckt? Du kannst sie nachkochen mit unserem Mitmachtipp! Früchte wachsen in vielen Sorten, zum Beispiel Pfirsiche, Bananen, Papaya, Äpfel oder Ananas. Aus ihnen macht man auch gerne frisch gepresste Säfte.

Chuño

Kartoffeln werden nicht nur gekocht zu fast jeder Mahlzeit gegessen, sondern auch als Chuño. Diese Zubereitung ist sehr alt. Man macht Kartoffeln haltbar, indem man ihnen das Wasser entzieht. Das kennst du vielleicht von anderen getrockneten Lebensmitteln, zum Beispiel kann man ja auch Apfelscheiben trocknen.

Chuño trocknet man jedoch durch Kälte (Gefriertrocknung). Fünf Nächte lang setzt man die Kartoffeln den kalten Andennächten aus, tagsüber liegen sie in der Sonne. Wäscht man die gefrorenen Kartoffeln noch, erhält man "weiße Chuños". Will man Chuño dann zubereiten, muss man es erst wieder in Wasser einlegen. Die Kartoffeln quillen dann auf. Man zerkleinert sie und gibt dann zum Beispiel Ei dazu.

Und was gibt es noch?

Andere typische Gerichte aus der bolivianischen Küche sind:

  • Chairo: Ein typisches Gericht aus den Anden ist Chairo. Das ist ein Eintopf. Neben Rindfleisch, auch als Trockenfleisch (chalona), enthält er Chuños, Bohnen und Mais.

  • Cuñapé: Cuñapé sind kleine Brötchen aus Käse und Maniokmehl. Man kann sie so oder als Beilage essen.

  • Llajua: Llajua (sprich: Ljachua) ist eine scharfe Soße aus der Paprikasorte Locoto, Zwiebeln und Tomaten. Gewürzt wird mit Bolivianischem Koriander. Man serviert sie zu jeder Art von Gericht, insbesondere aber zu Fleisch.

  • Salteña: Gefüllte Teigtaschen heißen in Südamerika Empanadas. Eine besondere bolivianische Variante ist die Salteña. Die Füllung besteht aus Fleisch, aber auch Kartoffeln, Oliven oder gekochtes Ei kann enthalten sein. Salteñas schmecken scharf, weil sie mit Chili gewürzt werden. Typisch ist auch, dass sie sehr saftig sind. Man isst sie vor allem morgens.

  • Silpancho: Dieses Gericht besteht aus einem großen Stück Fleisch, das paniert und auf Reis und Kartoffeln serviert wird. Obendrauf kommen noch ein Spiegelei sowie ein Salat aus Tomaten und Zwiebeln.

  • Humitas (oder Humintas): Maisteig wird in einem Maisblatt gebart und so zur Humita. Süß enthalten sie Zucker und Rosinen, herzhaft sind sie mit Käse gefüllt.

  • Sandwich de Chola: Die Cholitas verkaufen es auf der Straße. Fleischstücke und Escabeche (ein Salat aus Zwiebeln und Möhren) werden in ein Brot gesteckt.

Tee

In den Anden trinkt man gerne Tee. Er wird aus Cocablättern zubereitet und heißt dann Mate de Coca. Er hilft dabei, die Höhenkrankheit zu mildern. Das Wort Mate kommt eigentlich vom Mate-Strauch. Auch aus dessen Blättern bereitet man einen Tee zu, den Mate-Tee. Er wird aber mehr im Tiefland des Gran Chaco getrunken. Als Mate bezeichnet man in Bolivien und Peru alle Arten von Aufgussgetränken.

letzte Aktualisierung am 22.04.2020